Die artgerechte Ernährung des Homo Sapiens

Im Land von Milch und Honig (III)

Die Milchqualität: Menschen würden Tiere essen! Kühe Gras!

Je mehr Gras, Kräuter und anderes Grünfutter eine Kuh auf ihrem Speiseplan erhält, desto reichhaltiger und nährstoffreicher die Produkte, welche aus ihr hergestellt werden. Der Gehalt an konjugierter Linolsäure (CLA) ist höher in der Milch von Weidekühen als in Milch aus konventioneller Tierhaltung. Der Omega-3-Gehalt steigt ebenfalls mit zunehmendem Grasverzehr der Kuh.

Möchte man, aus den im vorherigen Artikel erörterten Gründen auf Getreide verzichten oder strebt zumindest eine Reduktion an, so sollte man die Kreuzkontamination von Milchprodukten mit Getreidegliadin beachten (Chirdo FG 1998). Gliadin findet sich in Milch von Kühen, welche vorwiegend Getreide verzehren! Du erinnerst dich?

Im Land von Milch und Honig!


Generell ist das Milchfett ein sehr komplexes Fett, welches aus 400 verschiedenen Fettsäuren besteht! Es enthält 25% Ölsäure (einfach ungesättigte Fettsäure wie im Olivenöl enthalten) und etwa 70% gesättigte Fettsäuren. Bis zu 3% konjugierte Linolsäure ist im Milchfett enthalten. Also etwa 30mg pro Gramm. Bis zu 30% der Fettsäuren aus Milchfett entfallen auf kurz- und mittelkettige Triglyceride, welche gut in Ketonkörper umgewandelt werden können (Helena Lindmark Månsson 2008). 40- 50% des Milchfettes, vor allem die Fettsäuren mit 16-18 Kohlenstoffatomen, stammen DIREKT AUS DEM FUTTER.
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    Bei 400 verschiedenen Fettsäuren können wir nicht mehr von Fett oder über Fett sprechen sondern müssen langsam mal anfangen die verschiedenen Fettsäurearten in ihrer biologischen Wirkung zu unterscheiden. Fett ist nicht schlecht, Fett ist nicht gut. Fett ist nicht Fett.
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Darüber hinaus wird zu selten nicht zwischen homogenisierter und nicht homogenisierter Milch unterschieden. Es macht ebenso einen Unterschied ob die Milch roh oder ultrahocherhitzt serviert wird.

Wie wurde die Kuh gefüttert. Wie hat die Kuh gelebt. Vertrage ich den Milchzucker? Diese Sachen haben einen so großen Einfluss auf ein Nahrungsmittel, auf die Milch, dass nicht von Milch oder Milch gesprochen werden kann.

Ob frische Rohmilch aus Weidehaltung im Sommer, oder fettreduzierte, homogenisierte und ultrahocherhitzte Milch aus Stallhaltung. Das ist doch ein Unterschied?

Das Buch "The Raw Truth about Milk" von Dr. Douglass ist sehr interessant und informativ, wenn es um Milchqualität und Verarbeitung geht, jedoch enthält es leider keinerlei wissenschaftliche Quellen. Daher versuche ich dir erstmals die ein oder andere Quelle für meine Meinung zeigen.

Forscher der Universität Jena untersuchten die Milch von unterschiedlich gefütterten und gehaltenen Kühen. Der CLA Gehalt der ökologisch und grasgefütterten Tieren lag bei 1,114% der Gesamtfettsäuren. Die im Stall gehaltenen Rinder wiesen nur 0,34% CLA auf.

Die konjugierte Linolsäure kann sich, wie schon beschrieben, positiv auf die Körperkomposition und Gesundheit auswirken (Whigham LD, Watras AC, Schoeller DA. 2007, Gaullier JM 2004, 2007, Rahman Met al 2009, Pinkoski C et al 2006, Lee KW et al 2005, Kelley NS, Hubbard NE, Erickson KL.2007).

Wenn eine Untersuchung sagt, dass Milch eine bestimmte Wirkung hat, positiv oder negativ, müssten wir dann nicht wissen, welche Milch verwendet wurde? Hat der Proband Milch vertragen? Wurde die Milchqualität berücksichtigt, die Fütterung der Tiere?

Wenn es um die negativen Seiten der Milch geht, sollten wir bedenken, dass Menschen sich oft wie Katzen verhalten. Denn obwohl sie Verdauungsbeschwerden davon bekommen, verzehren sie trotzdem diese Milchprodukte. Das führt zu einer negativen Veränderung der Darmflora, der Absorption von Vitaminen und anderen Nährstoffen aus der Nahrung und chronische niedriggradige Entzündungen. Alle der letztgenannten Dinge sind mit vermehrtem Auftreten von Krebs und Krankheit assoziiert.

Im Land von Milch und Honig!Im Land von Milch und Honig!


Roh-, Vorzugs-, Biomilch?

Im Überblick:
  • Rohmilch ist unerhitzt, unbehandelte Milch direkt vom Bauernhof. Die Rohmilchqualität ist abhängig vom Gesundheitszustand der Tiere, der Hygiene bei der Milchgewinnung und Bedingungen während Lagerung und dem Transport. Krankheiten, die in vergangener Zeit mit Rohmilch in Verbindung standen wurden oft durch den Kuhmelker bedingt, nicht durch die Kuh oder die rohe Milch.

    Bei etwa 4°C findet sich, durch antibakterielle Stoffe wie Immunglobuline und Laktoferrin, in der Milch keine Zunahme an negativ wirkenden Mikroorganismen. Abgefüllt und streng kontrolliert kommt sie als Vorzugsmilch in den Handel.
  • Pasteurisierte Milch wird bei etwa 70° C für 15-40 Sekunden erhitzt und verliert etwa 10-20% seiner Vitamine und den Großteile seiner fragilen Immunbestandteile. Auch 10% des Milchproteins wird denaturiert. Die Pasteurisierung wurde um 1952 wegen Rindertuberkulose eingeführt. Heute ist diese kaum noch vorhanden.
  • Bei ultrahoher Erhitzung wird die Milch etwa 135- 150° C ausgesetzt. Oft ist erhitzte Milch etwas süßer und dickflüssiger, durch die "Karamellisierung" des Milchzuckers und durch den Verlust von Flüssigkeit. Aber das hat auch positive Seiten. Über 120°C Erhitzung denaturieren auch Hormone. Beispielsweise ist hier kein IGF mehr nachweisbar.
  • Homogenisierte Milch wird, weil die Kunden es so wollen, kosmetisch aufgewertet. Damit sich kein Rahm bei der im Kühlschrank stehenden Milch bildet, werden die Fettkügelchen mechanisch stark verkleinert und "feinverteilt". Frühere Daten und Hypothesen gingen davon aus, dass die Homogenisierung das Immunsystem reizen kann und Atherosklerose begünstigt und dass die allergene und autoimmunerkrankungauslösende Korrelationen von Milch bei Kindern mit der Homogenisierung zusammen hängen.
  • BioMilch wird unter relativ hoher Qualitätsanforderung produziert. Hofeigenes Futter, weniger Antibiotika und Masthilfen. Einsatz von Naturheilkunde. Oft wesentlich mehr Weidegang, Grün- und Grasfutter.
  • Fettarme oder entrahmte Milch enthält in der Regel 0,3- 1,5% Fett. Durch die Fettreduzierung werden auch fettlösliche Vitamine und konjungierte Linolsäure reduziert.
  • Vollmilch hat einen 3,5- 4%-igen, naturbelassenen, Fettgehalt, so wie sie von der Kuh "produziert" wird.
  • Bei der H- Milch steht das H für "haltbar". Dazu gehört die Ultrahocherhitzte.
Die heutigen Kühe werden durch extensive Milchgewinnung auch "Wegwerfkuh" genannt. Statt wie früher 15 Jahre, werden heutige Kühe bisweilen nur noch 4 Jahre alt! Und da eine Kuh auch "unverdauliches" verwerten kann, werden sie oft als Reste- und Abfallverwerter missbraucht. Treber aus der Getreideindustrie, oder Zitronenschalen von Übersee, werden als billiges Sättigungssubstrat ins Futter gemischt.

Im Land von Milch und Honig!


Die Mikro- und Makronährstoffverteilung von Milch!

Im Überblick:
  • Kuh- und Ziegenmilch enthält um die 3,5g Protein, 3,5g Fett und 5g Kohlenhydrate pro 100ml.
  • Büffelmilch 4,5g Protein, 8g Fett und 5g Kohlenhydrate pro 100ml.
  • Schafsmilch 5g Protein, 6g Fett und 4,5g Kohlenhydrate pro 100ml.
  • Humanmilch dagegen nur 1- 1,5g Protein, 4g Fett und 7g Kohlenhydrate pro 100ml.
Der Vitamin C Gehalt liegt in der Regel bei 2mg pro 100ml. Human- und Schafsmilch enthalten mit 4mg pro 100ml das doppelte. Der Calciumgehalt variiert von 120mg bis zu 200mg pro 100ml bei der Tiermilch. Humanmilch enthält grade mal 31mg Calcium pro 100ml.

Mit 510 Mikrogramm B12 ist Schafsmilch der Spitzenreiter und Ziegenmilch mit nur 70 Mikrogramm am Ende der Liste. Auch der Niacingehalt mit 450 Mikrogramm und der B2 (Riboflavin) Gehalt mit 230 Mikrogramm ist bei der Schafsmilch am höchsten. Büffelmilch enthält dagegen die höchste Konzentration an Zink (600 Mikrogramm pro 100ml). Schafsmilch, an zweiter Stelle, nur 470 Mikrogramm pro 100ml (Golze und Bergfeld 2002, Lüttwitz 2002).
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    Mit dieser Auflistung möchte ich die positiven Eigenschaften von "nicht Kuhmilch" weiter aufzeigen. Schafsmilch scheint nicht nur die ersten Milch, die der Mensch von einer anderen Spezies getrunken hat, sondern auch die nahrhafteste zu sein.
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Bioschafsmilch, von hauptsächlich grasgefütterten Schafen, welche nicht weiter verarbeitet wurde und in Glasflaschen nur wenige Tage haltbar ist, scheint mir die beste Milch zu sein. Jeder Verarbeitungsschritt reduziert im Grunde die Qualität dieses Nahrungsmittel. Die meisten Untersuchungen zur Milch werden aber mit normaler Kuhmilch gemacht und daher schauen wir uns einmal die heutigen Untersuchungen zu "Krankheit und Milchkonsum" an.

Krankheit und Milchkonsum

Vergleicht man 6 Monate den Konsum von einem Liter Cola (430 Kalorien, 106g Kohlenhydrate), einem Liter Wasser und einem Liter 1,5%-ige Milch (454 Kalorien, 15g Fett, 34g Protein und 47g Kohlenhydrate), kommen wir schon mal zu folgendem Ergebnis:
    Die Körperfettmasse unterschied sich am Ende der Intervention nicht zwischen den Gruppen. Jedoch steigerte die Cola-Gruppe das Fett welches in Leber- und Muskulatur ("ektotopes Fett") gespeichert wird und die Milchgruppe reduzierte selbiges.

    Der Blutdruck stieg in der Cola-Gruppe und sank in der Milchgruppe. Der Cholesterinspiegel und die Triglyzeride stiegen in der Cola-Gruppe und reduzierten sich in der Milchgruppe. Der Milchkonsum hat, in diesem direkten Vergleich, positive Wirkungen auf die allgemeine Gesundheit. Reines Wasser hatte nicht diese Wirkungen.

    Anzumerken sei noch, dass durch die kalorienhaltigen Getränke die Kalorienaufnahme der sonstigen Nahrung, automatisch, durch die Probanden angepasst, also etwas reduziert, wurde.
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Falls jemand Milch trinken möchte, jedoch nur das Beste der Milch bevorzugt und nicht an Rohmilch heran kommt, dem kann ich "my Milk" Rezept empfehlen:
  • 30g Whey von grasgefütterten Kühen aus kalter Verarbeitung (kein Kasein, immunologisch neutral, reich an BCAAs, Glutamin und Laktoferrin)
  • 20g Babymilchpulver (enthält Taurin, Carnitin, alle Vitamine und Mineralstoffe, Inositol, Cholin …)
  • 500ml Wasser
  • 100ml Biosahne (viel CLA und fettlösliche Vitamine)
  • 2 Eier (enthält Vitamine, Mineralstoffe, gute Fette und Protein)
Mit etwas mehr Sahne und etwas weniger Wasser haben wir hier auch ein sehr gutes Eisrezept.

Im Land von Milch und Honig!
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Bilder: kimberly kuhn | Thomas | Airman Magazine | Ben Sheldon

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