No Brain - No Gain #4/2010

Ist Cardio in der Aufbauphase sinnvoll?

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Cardio, alleine das Wort lässt manch Eisenfreund schon erschaudern. Wenn es im Bodybuilding so etwas wie ein Furunkel gibt, es wäre das Cardiotraining. Geht es in die Diät, bequemen sich dann doch die meisten dazu, Cardiotraining einzubauen, schlicht weil es notwendig ist. Nur sehr wenige Glückliche brauchen kein Cardio um in top shape zu kommen, für die meisten wird es spätestens dann lästige Pflicht.

Nun gut, angesichts der Blicke der Damen, wenn man im Schwimmbad die Bauchmuskeln präsentieren kann (denkt dran Jungs, im Mai, wenn die Schwimmbäder aufmachen…), lässt man es sich über sich ergehen und schwingt sich auf das Cardiogerät der Wahl, beziehungsweise packt die Laufschuhe aus oder die Schwimmbrille ein. Egal wie, der Nutzen von Cardio in der Diätphase ist unbestritten. Doch wie sieht das in der Aufbauphase aus? Bringt Cardio auch was, wenn das Ziel der Aufbau solider Masse ist?

Die Antwort lautet: Ja, auch in der Aufbauphase kann Cardiotraining unterstützend wirken, denn Cardiotraining bewirkt viel mehr, als die lästigen Speckringe schmelzen zu lassen.

Allein schon der Name gibt uns einen Hinweis auf die primäre Funktion von Cardiotraining: Eine Verbesserung der cardiovaskulären Gesundheit, sprich ein leistungsfähigeres Herz-Kreislaufsystem, was sich in einem niedrigeren Ruhepuls, einer verringerten Herzfrequenzvariabilität, einer verbesserten Kapillarisierung, einer Vergrößerung der arterio-venösen O2-Differenz und einer Stabilisierung des Blutdruck zeigt.

Alleine schon diese Gesundheitsnutzen sollten einen bewegen, sich der Trägheit zu widersetzen. Doch nicht nur das Herz-Kreislaufsystem profitiert von Cardiotraining. Regelmäßies Ausdauertraining erhöht das Atemvolumen und damit auch die Sauerstoffaufnahme. Im Blut werden die Menge der roten Blutkörperchen, des Hämoglobins und des Blutplasmas erhöht.

Alles schön und gut, mag nun mancher denken. Aber wie hilft mir das, dicke Arme zu bekommen? Ist es nicht vielmehr so, dass ich mit Cardio unnötig Kalorien verbrenne und die Regeneration behindere? Nein!

Im Gegenteil: Ein mäßig intensives Cardiotraining kann die Regeneration beschleunigen, indem es den Abtransport von Schlackstoffen beschleunigt und die Nährstoffversorgung der Muskulatur verbessert.

Wo wir gerade bei der Muskulatur sind: Ausdauertraining erhöht die Anzahl der Mitochondrien in den Muskelzellen und verbessert gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der Enzyme in eben diesen. Für alle, die es nicht wissen: Die Mitochondrien sind bildlich gesprochen die Kraftwerke der Zelle, der Ort, an dem ATP gebildet wird. Weiterhin werden die Glykogenspeicher erweitert. All das steigert die Leistungsfähigkeit der Muskulatur. Ist das nicht ein lohnenswerter Grund? Aber was ist jetzt mit den verbrannten Kalorien? Die müssen einfach über die Ernährung zugeführt werden.

Wenn ich festgestellt habe, dass ich ohne Cardiotraining zum Aufbau 3000kcal benötige und dann in einer halben Stunde auf dem Laufband 400kcal verbrenne, dann muss ich an diesem Tag eben 3400kcal zu mir nehmen. Glaubt man Dr. John M. Berardi, dann sorgt der erhöhte Energieumsatz für einen leistungsfähigeren und muskulöseren Körper (Wer mehr dazu erfahren will, sollte sich den Artikel G-Flux: Der Aufbau eines ultimativen Körpers durchlesen).

Gut, wir wissen nun also, dass Cardio sich auch im Aufbau lohnt. Bleibt die Frage welche Art von Cardio hier von Vorteil ist.

Längere Einheiten mit niedrigerem Puls bieten den Vorteil, dass sie die Regeneration fördern und langfristig die Grundlagenausdauer verbessern und den Fettstoffwechsel optimieren, kurze intensive Einheiten (wie bsp HIIT) hingegen belasten den Körper mehr.

Mit einer ausgewogenen Ernährung lässt sich das aber problemlos auffangen, zumal wohl kaum jemand auf die Idee kommen wird, im Anschluss an eine intensive Beineinheit noch Sprints zu absolvieren. Neben dem erhöhten Metabolismus wird bei dieser Variante das Herz-Kreislaufsystem intensiv gestärkt und die Explosivität und Schnellkraft gesteigert, Fähigkeiten, die bei dem Versuch einen muskulösen Körper aufzubauen sehr hilfreich sein können.

Wie eingangs schon erwähnt: Cardio ist für die meisten Trainierenden lästig. Es kann sich aber durchaus auszahlen, ab und zu mal den Hintern hoch zu bekommen, es lohnt sich!

Hinweis des Autors: Gerne bieten wir auch eine individuell auf euch zugeschnittene Betreuung an. Alle Informationen hierzu findet ihr unter www.ironhealth.de! Ihr habt Fragen? Dann kontaktiert uns doch einfach unter info@ironhealth.de!

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