Train hard and smart

Karsten Pfützenreuter: der PITT Force Erfinder

Was könnte einem Athleten und Coach ein besseres Denkmal setzen als ein eigenes Trainingssystem, das sich über ein Jahrzehnt hinaus in der Bodybuilding-Szene behaupten konnte? Karsten Pfützenreuter zählt zu den wenigen, die einen tatsächlich innovativen Ansatz dauerhaft etablieren konnten. Der PITT Force-Vater hat sich aber auch durch Authentizität und Charme eine breite Fanbase schaffen können.

Ein Bodybuilding-Frühstarter


Karsten Pfüztenreuter wurde 1970 in Bochum geboren. Mit dem Bodybuilding-Training im Fitnessstudio begann er bereits in zarten Alter von 15 Jahren, allerdings bei recht bescheidender Ausgangsbasis: Mit einem Körpergewicht von unter 50 Kilogramm und einer, nach eigenen Aussagen, hartnäckigen „Hardgainer“-Veranlagung, die jedes Gramm an Muskelwachstum zum Kampf werden ließ.


Dabei legte Pfützenreuter von Anfang an einen für einen Teenager außergewöhnlichen Wissensdurst an den Tag. Mit wissenschaftlichem Eifer arbeitete er sich tief in die Materie ein und wurde in seinem Studio bald zum Ansprechpartner selbst von älteren Athleten, die sich auf einem weitaus höheren sportlichen Niveau befanden als er. Mit 18 galt er bereits als anerkannter Leitungstrainer.

Als 19-Jähriger begann Pfützenreuter aktiv an Wettkämpfen teilzunehmen, zunächst allerdings in den Disziplinen Powerlifting und Strongman. Das schwere Langhanteltraining war von Anfang an ein wichtiger Baustein seiner Trainingsphilosophie gewesen. Den Weg auf die Bodybuilding-Bühne fand er dann mit 25. Obgleich die eigene Karriere keine großen Titel hervorbrachte, entwickelte sich der Westfale zu einer gewichtigen Stimme des Sports, der jeder in der Szene gern Gehör schenkte. Er wurde zum Sportwart des IFBB NRW ernannt und als Reporter und Fotograf beauftragt. Mit Ende 20 eröffnete er ein eigenes Leistungszentrum und baute seine Karriere als Coach und Vorbereiter weiter aus.

PITT Force - eine Marke für die Ewigkeit


Der Name Karsten Pfützenreuter ist untrennbar mit dem PITT Force Trainingssystem verknüpft. Mit dem markenrechtlich geschützten Konzept hat der Coach den Eingang in die Bücher der Bodybuildinggeschichte gefunden - auch international fand und findet PITT Force bis heute viel Anerkennung.

PITT Force entstand nicht über Nacht, sondern ist das Ergebnis von über 25 Jahren als aktiver Athlet und Coach. Die Mischung aus Pfützenreuters starken theoretischen Fundament und der Studie am eigenen Körper und den Körpern seiner Athleten ergab schließlich einen neuen Ansatz, der das Verständnis von Krafttraining vieler auf den Kopf gestellt haben dürfte.

Pfützenreuter wollte eine Gegenbewegung einläuten zu dem populären Hardcore-Ansatz. Muskelversagen in jedem Satz, Training bis zum wortwörtlichen Erbrechen, unüberwindbare Treppen nach dem „Legday“ - PITT Force sollte Schluss machen mit der Annahme, nur ein absolutes All-out-Training sei zielführend. Besonders der Umstand, dass seine eigenen Versuche in diese Richtung immer in Verletzungen und Übertraining resultierten, motivierte ihn hierzu.

Erste Inspiration fand er in der bekannten „Atem-Kniebeuge“. Er dachte die hier zugrundeliegende Idee konsequent weiter und landete schließlich bei seinem PITT Force System - das PITT steht hier etwas nüchtern für Professional Intensity Training Techniques.

Beim PITT Force Training wird das ansonsten übliche Mehrsatztraining auf einen entscheidenden, hochintensiven Satz pro Übung verkürzt. Für diesen soll ein Gewicht gewählt werden, das für etwa 10 Wiederholungen bewegt werden kann. Durch großzügige Pausen zwischen den Wiederholungen sollen 15 bis 20 Wiederholungen in einem Satz möglich sein. Die Pausenlänge sollte dabei aber 20 Sekunden nicht überschreitet.

Das System verspricht extreme Muskelzuwächse in kürzester Zeit. Trainingseinheiten werden mit hoher Effizienz und Konzentration auf das Wesentliche auf eine sehr überschaubare Länge gekürzt. Und noch ein Vorteil: Die Verwendung schwerer Gewichte ist nicht mehr notwendig. Das schont langfristig Gelenke und das Zentralnervensystem. PITT Force eignet sich daher auch für fortgeschrittene Athleten, ältere Sportler und all diejenigen, die immer wieder von Verletzungssorgen heimgesucht werden.

Klingt alles zu schön um wahr zu sein? Bekanntlich führen in diesem Sport viele Wege nach Rom - PITT Force kann, je nach Anwender, gewiss einer von ihnen sein. Andernfalls hätte das System seine große Beliebtheit nicht über mehr als 10 Jahre aufrechterhalten können.

Karsten Pfützenreuter - ein Urgestein der Szene


Karsten Pfützenreuter darf heute zu den Urgesteinen der deutschen Bodybuilding-Szene gezählt werden. Seine besonnene Art bietet einen wohltuenden Kontrast zu der Früher-war-alles-besser-Fraktion, die seine Generation (leider) auch vielfach hervorgebracht hat. Pfützenreuters großer Erfahrungsschatz paart sich mit einer angenehmen Kamerapräsenz. Nicht umsonst bringt es sein YouTube-Channel auf mehr als 39.000 Abonnenten. Auch auf Team Andro war er lange als Autor und aktives Forumsmitglied unterwegs.

Pfützenreuter lebt heute auf Grand Kanaria, wo er das PITT Gym Atlantis eröffnet hat. Er ist Podcaster („PITT University (R)Evolution“), Autor mehrerer Bestseller - die sich natürlich alle rund um das PITT Force System drehen - und begehrter Vortragshaltender. Er war viele Jahre mit der Profi-Bodybuilderin Nicole Pfützenreuter, international auch bekannt unter „Nicole Savage“, verheiratet. Sie verstarb 2020 an Blasenkrebs.


Der Vater des PITT Systems vertritt Deutschland würdig in den Reihen weltweit anerkannter Coaches, auf einer Stufe mit Größen wie Mark Rippetoe und Co. Pfützenreuter scheut zudem keine Konflikte und spricht sich auch öffentlich gegen alles aus, was ihm aufklärungsbedürftig erscheint - strittige Kampfrichterentscheidungen, fragwürdige Trainingsansätze, Geldmachereien, unsinniges Festhalten an Oldschool-Weisheiten. Dabei bleibt er aber stets der vertrauenswürdige, sympathische Veteran, dessen Meinung jeden vom Einsteiger bis zum Wettkampfathleten etwas angehen sollte.

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