Hantel sauber?

Keimbelastung im Gym

Öffentliche Toiletten findet ihr eklig? Verständlich! Aber ekelt ihr euch auch vor den Hanteln im Gym? Nein? Solltet ihr! Im Vergleich zu einer Hantelstange ist nämlich der Toilettensitz so sauber, dass ihr problemlos davon essen könnt.

Wo hart trainiert wird, fließt der Schweiß in Bächen und in einem warmen und feuchten Millieu fühlen sich Keime richtig wohl. Kein Wunder also, dass Fitnessstudios eine willkommene Brutstätte für Krankheitserreger aller Art sind. Wer dabei in erster Linie an die Nassbereiche, Cardiogeräte und Bänke denkt, irrt jedoch. Das belegte jetzt eine Untersuchung von ellipticalreviews.com.

Verseuchte Hanteln

Dabei wurden vier Fitnessgeräte, die im Group Fitness zum Einsatz kommen, untersucht:
  • Langhantel (Crossfit)
  • Gummimatte (Hot Yoga)
  • Drehknopf zur Intensitätsveränderung (Indoor Cycling)
  • Holzstange (Barre)
Es wurden jeweils drei Proben nach unterschiedlichen Kursen genommen und die Werte gemittelt.

Die Ergebnisse sind sowohl überraschend als auch erschreckend:


Richtig gesehen: Während das Cardiogerät und die Holzstange kaum Keimbelastungen aufwiesen, ging diese bei der Hantelstange komplett durch die Decke. Zur Veranschaulichung noch einmal eine andere Darstellungsform:


Lesart: Die Langhantel weist einem um 48 x höheren Grad an Keimbelastung auf als der Toilettensitz, die Holzstange ist hingegen um 320x sauberer.

Zwar wurden hier Hanteln aus dem Kursbereich verwendet, es darf jedoch bezweifelt werden, dass die Hanteln im Trainingsbereich sauberer sind. Zugegeben: Habt ihr jemals jemanden im Gym die Hantelstangen reinigen gesehen?

Was sich so alles auf den Geräten tummelt

Die Initiatoren der Untersuchung wollten es dann genauer wissen und haben die Keime analysieren lassen. Hierfür wurden die gefundenen Keime in vier Gruppen eingeteilt:
  • Gram positive Kokken
  • Gram negative Stäbchen
  • Gram positive Stäbchen
  • Bacillus
Bevor wir uns den Ergebnissen widmen, kurz ein paar Informationen zu den einzelnen Gruppen.


Nun also zur Verteilung der Keime:





Wir sehen also deutliche Unterschiede. Die Langhantel ist das einzige Gerät, dass Keime aus allen Gruppen aufweist, während auf der Holzstange nur eine Sorte Keime zu finden war, was sich jedoch auch durch die ohnehin minimale Keimbelastung erklärt.

Juckt es schon?

Nicht wenige Sportler dürften schon beim Lesen dieser Zahlen Pickel bekommen. Nun muss man natürlich einschränkend anmerken, dass wir im Alltag ständig hohen Keimbelastungen ausgesetzt sind. Man denke an die Tastatur im Büro, Türgriffe öffentlicher Gebäude oder Einkaufswagen. Dennoch: Diese hohe Keimbelastung im Gym kann eure Gesundheit ernsthaft gefährden. Zum einen sind die Rahmenbedingungen für die Keime gut: Meist ist es einigermaßen warm, die Hände durch das Training feucht. Zum anderen können im Training schnell kleinere Hautverletzungen an den Händen entstehen, die das Eindringen von Keimen natürlich noch erleichtern.

Was kann man gegen Keime im Gym tun?

Folgend erhaltet ihr zehn einfach umzusetzende Tipps, mit Hilfe derer Ihr das Infektionsrisiko in eurem Gym deutlich reduziert.

Gummi-Matten vor der Benutzung desinfizieren

Habt ihr schon mal gesehen, wie jemand nach der Nutzung einer Matte diese auch gereinigt hat? Ich nicht! Daher empfiehlt es sich, vor der Nutzung mit einem Desinfektionsspray und einem Tuch den Keimen den Kampf anzusagen. Handtuch unterlegen ist aber dennoch Plicht!

Frisches Handtuch mitbringen

Ein sauberes Handtuch schafft einen sicheren Schutz vor Keimen auf Bänken und Matten. Die Betonung liegt hierbei auf sauber, denn wer tagein tagaus das gleiche Handtuch verwendet, züchtet sich in seiner Sporttasche einen eigenen Keimherd heran. Sinnvoll kann es überdies sein, eine eindeutige Ober- und Unterseite zu definieren, ansonsten liegt ihr mit dem Gesicht in den eben noch von der Bank aufgewischten Keimen.

Sich vom Boden fernhalten

Bodenübungen sollte man – wenn überhaupt – in speziellen Bereichen des Studios machen. Denn der normale Studioboden ist nicht nur dem tropfenden Schweiß der Trainierenden, sondern auch noch ständig deren Fußsohlen ausgesetzt, mit denen diese vielleicht eben noch auf Toilette waren.

Handschuhe tragen

Nachdem ihr nun um die Keimbelastung der Hantelstangen wisst, kann es keine schlechte Idee sein, sich davor durch das Anziehen von Handschuhen zu schützen. Hierbei gilt jedoch das Gleiche, was auch schon beim Handtuch angesprochen wurde: Mit der Zeit können Handschuhe sich zu wahren Brutstätten von Keimen entwickeln, meist begleitet von einem unerträglichen Geruch. Daher solltet Ihr die Handschuhe regelmäßig waschen.

Schuhe tragen

Viele Trainierende bevorzugen ja die Ausführung von Kniebeugen und Kreuzheben ohne Schuhe. Wenn das denn schon sein muss, sollte man aber doch dringend die Socken anlassen. Im Nassbereich sollten ohnehin immer Badeschuhe getragen werden. Wer schon einmal einen Fußpilz hatte, weiß warum.

Trinkflaschen regelmäßig reinigen

Wiederverschließbare Trinkflaschen sind eine praktische Sache und zudem umweltschonend. Sie sollten jedoch regelmäßig gereinigt werden, ansonsten muss man sich über die mangelnde Hygiene im Gym keinerlei Gedanken machen, denn in so einer Flasche kann sich eine ganze Armee von Keimen ansammeln, die auf direktem Weg in den Körper gelangen. Das Reinigen der Flasche ist übrigens auch dann fällig, wenn ihr nur Wasser trinkt.

Kopfhörer regelmäßig reinigen

Habt ihr euch eure Kopfhörer eigentlich schon mal genauer angeschaut? Solltet ihr sie nicht regelmäßig reinigen, lasst es lieber und schnappt euch gleich ein Desinfektionsmittel.

Die Sporttasche sauber halten

Es ist sehr löblich, wenn ihr darauf achtet, die Trinkflasche regelmäßig zu reinigen und ein frisches Handtuch mitzunehmen. Wenn aber die Tasche selbst komplett verseucht ist, dürfte der Effekt der genannten Maßnahmen begrenzt sein.

Nach dem Sport duschen

Für viele eine Selbstverständlichkeit, für andere eher unangenehm. Egal wie: Manche Keime brauchen keine 60 Minuten, um sich auf dem ganzen Körper auszubreiten. Daher ist es ratsam, nach dem Training eine Ganzkörperreinigung vorzunehmen.

Hände waschen nicht vergessen

Nach dem Krafttraining noch etwas Cardio? Dann kann es nicht schaden, vorher die Hände zu waschen. Während des Cardiotrainings ist es nämlich nicht unwahrscheinlich, dass ihr mit euren Händen ins Gesicht kommt, beispielsweise um Schweiß wegzuwischen. Und wir wissen ja nun, wie viele Keime sich auf einer Hantelstange tummeln.

Keine Panik!

Niemand sollte nun gleich anfangen, alles, was er anfassen möchte, vorher mit Desinfektionsmittel zu besprühen. Ein gesunder Organismus kann die Keimbelastung in der Regel sehr gut wegstecken. Man sollte aber auch nicht zu leichtsinnig sein, denn so mancher Infekt kann einen doch schwer aus der Bahn werfen und das bedeutet nicht nur Trainingsausfall, sondern kann auch schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Hinweis des Autors: Gerne bieten wir auch eine individuell auf euch zugeschnittene Betreuung an. Alle Informationen hierzu findet ihr unter www.ironhealth.de! Ihr habt Fragen? Dann kontaktiert uns doch einfach unter info@ironhealth.de!

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