Kreatin Superfeature - Teil2

Ein Artikel von Bodybuilding.com
von Daniel Gastelu

Hier findet ihr Teil 1

Teil 2: Ein Überblick über Kreatin

Eines der best gehüteten Geheimnisse der Sporternährungsindustrie ist Kreatinmonohydrat in pharmazeutischer Qualität (Research Grade) – die höchste Qualitätsstufe, die in fast allen wissenschaftlichen Studien Verwendung fand.

Die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien über mehr als ein Jahrzehnt bekräftigen die Tatsache, dass pharmazeutisch reines Kreatin dabei hilft, schneller Kraft und Muskelmasse aufzubauen.

Einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zu Resultaten durch eine Kreatinsupplementation, ist die Verwendung eines Produkts, das dem Standard pharmazeutischer Qualität entspricht. Dies bedeutet, dass das Produkt die volle Wirkung besitzt, gut löslich, gereinigt und frei von Verunreinigungen ist.

Die Fantasiewelt der Werbung

Jeden Monat, wenn ich die Fitness- und Bodybuildingmagazine durchblättere, finde ich zahlreiche Werbeanzeigen, die mich einfach nur verblüffen, wobei die Aussagen einiger dieser Anzeigen reine Fantasie sind.

Heutzutage gibt es auf dem Markt mehr denn je ein Wettrennen bezüglich neuer Inhaltsstoffe. Ständig erscheinen neue Produkte mit neuen Kombinationen von Inhaltsstoffen, die angeblich besser als alles bisher da gewesene sein sollen. - Tragischerweise sehe ich oft, dass Menschen hierdurch von dem abgelenkt werden, was wissenschaftliche Studien als am wirkungsvollsten identifiziert haben. Statt sich auf das zu verlassen, was nachweislich wirkt, wird eines dieser "Hype des Monats" Produkte gekauft.

Wenn man beim Bodybuilding oder anderen Sportarten Resultate erzielen möchte, muss man sich an das halten, was am besten funktioniert. Beharrlichkeit ist hier das Zauberwort. Natürlich sollte man auch aufgeschlossen für Neues sein und auch neue Ansätze und Produkte ausprobieren. Man sollte jedoch niemals mit dem aufhören, was am besten funktioniert, nur um stattdessen etwas Neues zu testen.

Wenn man der Werbung nicht glauben kann...

Die Frage, die mir bei meinen Seminaren am häufigsten gestellt wird, ist, wie man erkennen kann, was wirkt und was nicht. Direkt danach kommt die Frage "Was soll ich einnehmen?".

Nun, die Einnahme von Produkten, die Inhaltsstoffe mit wissenschaftlich erwiesener Wirkung enthalten, wäre ein guter Anfang. Hiermit möchte ich nicht sagen, dass Wirkstoffe, zu denen es noch keine aussagekräftigen Studien gibt, nicht wirken. - Ich habe meine ganze Karriere über immer auf dem neusten Stand der Wissenschaft gearbeitet und Produkte entwickelt bzw. deren Zusammensetzung entworfen, die auf biochemischen und physiologischen Prämissen basierten. Gleichzeitig habe ich jedoch auch neue Zusammensetzungen gestestet und mit allen möglichen Untersuchungen evaluiert. Hierzu gehörte auch das Sammeln von Informationen aus der Hand von Menschen, die bereits lange mit Gewichten trainieren, um groß und stark zu werden, und hierbei genau darüber Buch führen, wie der Körper auf neue Nahrungsmittelergänzungen reagiert.

Wenn ich mich jedoch abschließend für oder gegen einen Inhaltsstoffe entscheiden muss, dann fällt diese Entscheidung normalerweise zugunsten der Stoffe, für die es die meisten an Menschen durchgeführten klinischen Studien gibt. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. Dies führt mich zur Kreatinstory, wobei ich im Hinterkopf behalte, dass kein einzelner Wirkstoff alles leisten kann, was man in der Summe gerne hätte. In der Tat wird meine Liste der wirksamen Inhaltsstoffe für Sportsupplements immer länger und meine Ausführungen hierüber füllen inzwischen ganze Bücher.

Die Zeit hat den Ruf von Kreatin auf die Probe gestellt

Wenn ich die Magazine durchblättere, bekomme ich das Gefühl, dass die Verkäufer von einigen neueren Produkten, deren Wirkung noch nicht nachgewiesen ist, es mögen, auf der wissenschaftlich nachgewiesenen Reputation von Kreatin herum zu trampeln, um hierdurch ihre eigenen Produkte besser erscheinen zu lassen, als sie in Wirklichkeit sind. Ich für meinen Teil schaue mir die Quellenangaben und die dort angegebenen Studien genauer an, wenn ich mir diese Werbeanzeigen oder mit solchen Produkten in Verbindung stehenden Bücher durchlese.

Was ich hierbei herausfinde widert mich immer wieder an, da meist all die von den Verkäufern angegebenen Studien keinerlei Hinweis darauf geben, dass das beworbene Produkt wirkt. Ich habe das Gefühl, dass diese Menschen der Meinung sind, dass sich niemand die Zeit nimmt, sich diese Quellen genauer anzuschauen. Die angeführten Referenzen sind im Allgemeinen nichts anderes als reine Luftnummern, die dazu dienen, beim nicht wissenschaftlichen Leser Eindruck zu schinden.

Wenn man diese unwissenschaftlichen Werbeanzeigen und die Unmengen von klinischen Studien, die mit Kreatin Monohydrat durchgeführt wurden, vergleicht, kommt man zu dem Ergebnis, dass Kreatin Monohydrat eines der besten Bodybuilding Supplements bleibt, das man für Geld kaufen kann – immer vorausgesetzt, man kauft ein qualitativ hochwertiges Produkt, denn minderwertiges Kreatin ist einer der Hauptgründe dafür, dass nicht alle Personen gute Resultate mit Kreatin erzielen.

Kreatin von pharmazeutischer Qualität ist am Besten

Kreatin von pharmazeutischer Qualität ist die beste Wahl, wenn es um ein Kreatin Monohydrat Supplement geht. Wenn man ein qualitativ hochwertiges Kreatinprodukt verwendet, dann wird man auch Resultate sehen. Leider kreieren unseriöse Firmen immer wieder Produkte, die den Schein einer hohen Qualität besitzen, in Wirklichkeit jedoch überteuert und von minderer Qualität sind.

Dies ist tragisch, da wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Schluss kamen, dass es viele Wirkstoffe gibt, welche den Muskelaufbau, den Kraftaufbau und die sportliche Leistungsfähigkeit signifikant verbessern können und gleichzeitig der Gesundheit förderlich sind. Meine Hoffung ist, dass diese Artikelreihe dem Leser dabei helfen kann, sich das notwendige Wissen anzueignen, das er benötigt, um für sich selbst herauszufinden, was am besten für die Erreichung seiner Ziele ist. Um die bewiesene Effektivität von Kreatin Monohydrat zu unterstreichen, hat kürzlich ein Team unabhängiger Wissenschaftler unter Leitung von Ira Wolinsky, Ph.D., von der University of Houston, und Judy Driskell, Ph.D., R.D., von der University of Nebraska, Kreatin Monohydrat an die Spitze ihrer "Was wirkt für den Aufbau von Kraft und Muskelmasse" Liste gesetzt. (Es sei darauf hingewiesen, dass sich Kreatin bereits seit zwei Jahrzehnten an der Spitze meiner persönlichen Liste befindet.) Kreatin Monohydrat bekam von diesen bekannten Wissenschaftlern zusammen mit einigen anderen essentiellen Bodybuildingsupplements die Note 1.

Diese angesehene Gruppe von Wissenschaftlern, welche eine äußerst umfangreiche Literaturrecherche bezüglich Kreatinstudien durchgeführt hat, umfasste auch Richard B. Kreider, Ph.D., einen der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Kreatinforschung, der Kreatin als ein leistungssteigerndes Supplement für den Muskelaufbau und die sportliche Leistungsfähigkeit ansieht.

Diese und andere Gruppen von Wissenschaftlern, die sich mit Kreatin befasst haben, kamen bezüglich der Effektivität von Kreatin Monohydrat zu folgenden Ergebnissen:
  • Es fördert größere Zuwächse an fettfreier Körpermasse, welche die Muskelmasse mit einschließt.
  • Es vergrößert den Durchmesser der Muskelfasern (Hypertrophie).
  • Es erhöht die Muskelmasse.
  • Es erhöht die Myosinmenge.
  • Es verbessert die Maximalkraft.
  • Es verbessert die maximale Leistungsfähigkeit.
  • Es verbessert die Sprintleistungen
  • Es erhöht die verrichtete Arbeit bei wiederholten Sprintleistungen.
  • Es verbessert die Leistungen bei Anstrengungen mit hoher bis maximaler Intensität.
Die kombinierten Ergebnisse der wissenschaftlichen Studien beweisen, dass man durch die Einnahme von Kreatin Monohydrat schneller massiger werden und stärkere, leistungsfähigere Muskeln entwickeln kann.

Diese Studien zeigen, dass Anwender von Kreatin konsistent größere Zuwächse und Verbesserungen erreichen konnten, als Personen, die während der Studien kein Kreatin einnahmen. Das bedeutet, dass Kreatin wissenschaftlich nachgewiesen wieder und wieder statistisch signifikante Resultate liefert.

Warum wirkt Kreatin?

Einer der wichtigsten Wege, auf dem Kreatin wirkt, ist die Verbesserung der Bioenergetik der Muskulatur. Ich werde an dieser Stelle nur kurz auf diesen Punkt eingehen, da er in Teil drei noch ausführlicher behandelt werden wird. Wenn man Kraftsport und Widerstandstraining betreibt, dann stimuliert man hierdurch das Wachstum der Muskelfasern vom Typ II.

Die Fasern vom Typ II sind die Muskelfasern, die das größte Wachstumspotential besitzen und für schnelle und kräftige Kontraktionen zuständig sind. Diese Fasern können sehr schnell kontrahieren und im Vergleich zu den langsam kontrahierenden Muskelfasern, eine sehr starke Kraftleistung erbringen.

Ein 100 Meter Sprinter besitzt große Muskeln, um sich kraftvoll von der Startlinie abstoßen und so schnell wie möglich über eine kurze Distanz rennen zu können. Hierfür bedarf es großer, gut konditionierter, schnell kontrahierender Muskeln. Im Vergleich zu einem Sprinter sieht die Muskulatur eines Marathonläufers, der eine lange Strecke sehr schnell zurücklegen kann, völlig anders aus. Der Marathonläufer läuft zwar nur halb so schnell wie ein Sprinter, doch dafür kann er seine Geschwindigkeit sehr viel länger aufrechterhalten.

Dies ist möglich, da Marathonläufer sehr gut entwickelte langsam kontrahierende Typ I Muskelfasern besitzen und die Typ II Muskelfasern nur geringfügig entwickelt sind. Im Vergleich zu Muskelfasern vom Typ II kontrahieren Fasern vom Typ I langsamer, können dafür aber bei niedriger Intensität ihre Leistung für einen sehr viel längeren Zeitraum aufrecht erhalten.

Es gibt zwei Sorten von Typ II Muskelfasern

Doch es bedarf noch einiger weiterer Informationen, bevor man verstehen kann, wie und warum Kreatin auf die Muskulatur wirkt. Es gibt mindestens zwei Sorten von Muskelfasern vom Typ II: Muskelfasern vom Typ IIa und vom Typ IIb. Die Fasern vom Typ IIa werden auch als schnell kontrahierende, oxidative, glykolytische Fasern bezeichnet. An dieser Stelle erkennt man vielleicht schon einen Trend bei der Terminologie der Muskelfasern.

Sportphysiologen haben diese Muskelfasern basierend auf ihrer Fähigkeit zur Erzeugung von Energie und der Charakteristika der Muskelgewebskontraktion klassifiziert. Einfach gesagt, besitzen die Muskelfasern vom Typ IIa die Fähigkeit Muskelkontraktionen zu erzeugen, welche über einen bestimmten Zeitraum in einer Kraftfreisetzung resultieren. Die glykolytische und oxidative Kapazität der Typ IIa Muskelzellen kann dabei helfen Energie zu produzieren, um diese starken, jedoch nicht stärksten Muskelkontraktionen über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten.

Glykolytisch bezieht sich auf die Aufspaltung von Glukose in den Muskelfasern zum Zwecke der Energiegewinnung. Schnell kontrahierende Muskelfasern sind dazu in der Lage Glukose sehr schnell aufzuspalten, um so rasch ATP zu regenerieren, und hierdurch weiterhin kraftvolle Kontraktionen zu ermöglichen. Schnell kontrahierende Fasern enthalten außerdem große Mengen an Kreatin und dem hochenergetischen Molekül Phosphokreatin (PK), welches auch als Kreatinphosphat (KP) bezeichnet wird (es sei darauf hingewiesen, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft ihre Begrifflichkeiten in regelmäßigen Abständen ändert). Historisch gesehen verwendeten Wissenschaftler die Bezeichnung Kreatinphosphat, doch in der jüngeren Vergangenheit begannen sie damit, die Bezeichnung Phosphokreatin zu verwenden.

Muskelfasern vom Typ IIb, auch schnell kontrahierende glykolytische Fasern genannt, sind der Bereich, in dem Kreatin seine größte Wirkung entfalten kann. Die Typ IIb Fasern sind sehr groß und können sehr viel ATP und Phosphokreatin in ihrer Zellflüssigkeit speichern. Dieses sofort verfügbare chemische Reservoir kann dazu verwendet werden, für einige Sekunden eine enorme Muskelkontraktion mit maximaler Energiefreisetzung zu erzeugen. Wenn nach kurzer Zeit dieses Reservoir an ATP und Phosphokreatin zur Neige geht, nimmt auch die Fähigkeit der Typ IIb Fasern zur Erbringung maximaler Kraftleistungen ab. Die Muskelfasern müssen dann erst neues ATP (primär aus Glukose) herstellen, was jedoch Zeit bedarf, weshalb schließlich die Erschöpfung einsetzt. Doch auch schnell kontrahierende Muskelfasen vom Typ IIa können von einer Kreatinsupplementation profitieren.

Die Verwendung von Kreatin zum Aufladen der Muskelfasern

Für maximale, explosive Muskelkontraktion benötigt man also zwei Dinge: gut entwickelte Muskelfasern vom Typ IIa und IIb (was Zeit und intelligenter Anstrengungen bedarf) und Muskelfasern, die mit einem großen Vorrat von ATP und Phosphokreatin aufgeladen sind. Während der ersten Sekunden einer maximalen Anstrengung wird Phosphokreatin verwendet, um schnellstmöglich mehr ATP zu produzieren, so dass die maximale Anstrengung aufrecht erhalten werden kann. Irgendwann ist diese sofort verfügbare Energie jedoch verbraucht und die Kapazität der Muskeln zur Aufrechterhaltung einer maximalen Anstrengung reduziert.

Die Einnahme eines Kreatinsupplements resultiert in einer Aufladung aller Muskelfasern, insbesondere jedoch der Typ IIb Fasern, mit Phosphokreatin. Dieses Aufladen mit Kreatin verleiht der Muskulatur die Fähigkeit härter zu arbeiten und mehr kraft- und energieproduzierendes Phosphokreatin zu speichern. Das Ergebnis hiervon sind schnellere Zuwächse an Kraft und Muskelmasse.

Dies ist der Grund dafür, dass Kreatin am besten für Kraftsportler geeignet ist, um die Kraft- und Größenentwicklung der Typ II Fasern zu fördern. Je größer und besser entwickelt die Typ II Muskelfasern werden, desto wichtiger werden die Vorzüge der Einnahme eines Kreatin Monohydrat Supplements. Es ist diese spezifische Muskelentwicklung durch progressives Widerstandstraining und korrekter Ernährung, die individuell angepasst werden muss, um so die persönlichen Muskelfaserentwicklungsziele am besten verwirklichen zu können. Neben Kreatin gibt es noch weitere Supplements, die diesen Prozess auf verschiedenen Wegen maximieren und verbessern können.

Angewandte Sporternährungswissenschaft

Die Kreatinsupplementation ist ein gutes Beispiel für sinnvoll angewandte Sporternährungswissenschaft. Während der Achtziger, als ich damit begann mit Kreatin zu experimentieren, kam ich mit den Untersuchungen bezüglich Kreatin in Kontakt während ich in meinem britischen Büro an einigen Produktentwicklungs- und Marketingprojekten arbeitete.

Ich konnte mir etwas des frühen pharmazeutischen Kreatins sichern, das zu dieser Zeit in Europa erhältlich war. Damals war dieses sehr, sehr teuer und bei weitem zu teuer, als dass man es als Produkt auf den Markt hätte bringen können. Ich kann dem Leser versichern, dass man durch die Einnahme von Kreatin in pharmazeutischer Qualität bessere Zuwächse an Kraft und magerer Körpermasse erfährt, als durch die meisten Sorten des auf dem Supplementmarkt erhältlichen Kreatins.

Abhängig von der persönlichen Entwicklung und Erfahrung kann man die Vorzüge von Kreatin in pharmazeutischer Qualität in der Tat ab dem ersten Einnahmetag spüren. Zu dieser spürbaren Wirkung gehören unter anderem bessere Trainingseinheiten und eine schnellere Regeneration. Verbesserungen der Muskelgröße und Härte werden innerhalb weniger Tage sichtbar.

Ist Kreatin sicher und unbedenklich?

Ja, laut der aktuellsten wissenschaftlichen Studien ist dies der Fall. Basierend auf der oben erwähnten Analyse der bestehenden wissenschaftlichen Studien kam das Team unabhängiger Experten zu der Schlussfolgerung, dass Kreatin in der Tat sicher und gesundheitlich unbedenklich ist.

Eine Kreatin Langzeitstudie, die einen Meilenstein der Kreatinforschung darstellt

Eine der aktuellsten Kreatinstudien, welche die Unbedenklichkeit einer Kreatineinnahme zeigte, wurde über einen Zeitraum von 21 Monaten durchgeführt. Während dieser Studie untersuchten Dr. Kreidler und Kollegen die Langzeitwirkungen und Nebenwirkungen von Kreatin anhand einer Division A Football Mannschaft, deren Mitglieder im Schnitt 5 Gramm Kreatin pro Tag einnahmen.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass eine Langzeiteinnahme die Indikatoren für den Gesundheitszustand bei Kreatin einnehmenden Sportlern im Vergleich zu den Mitgliedern einer Kontrollgruppe, die kein Kreatin einnahmen, nicht beeinflusste. Zusätzlich hierzu offenbarte diese Langzeitstudie weitere Vorzüge einer Kreatineinnahme. Laut Dr. Kreidler und Kollegen kam es bei den Footballspielern, die Kreatin supplementierten, im Vergleich zu den Mitgliedern der Kontrollgruppe weniger häufig zum Auftreten von Krämpfen, Dehydration, Muskelsteifheit, Muskelzerrungen, Gelenkverletzungen und Krankheiten. Insgesamt verpassten die Mitglieder der Kreatingruppe weniger Spiele und Trainingseinheiten aufgrund von Verletzungen oder anderen gesundheitlicher Probleme.

Diese Studie deutet demnach darauf hin, dass die begleitende Einnahme von Kreatin zu sportlichem Training und Wettkämpfen dabei helfen kann, Sportverletzungen und andere negative Auswirkungen des Trainings zu reduzieren. Die Unbedenklichkeit einer Kreatineinnahme wird weiterhin durch Hunderte mit menschlichen Probanden durchgeführte Kreatinstudien bestätigt.

Druckfrisch aus der Presse

Die aktuellsten Studien liefern weitere Bestätigungen für die Sicherheit einer Kreatineinnahme. Hierzu gehört unter anderem eine von Groeneveld und Kollegen durchgeführte Langzeitstudie.
[Groeneveld GJ, Beijer C, Veldink JH, Kalmijn S, Wokke JH, van den Berg LH.
"Few adverse effects of long-term creatine supplementation in a placebo-controlled trial." Int J Sports Med. 2005 May;26(4):307-13]


Während dieser Placebo kontrollierten Doppelblindstudie nahmen Probanden täglich entweder 10 Gramm Kreatin Monohydrat oder ein Placebo für eine Dauer von 310 Tagen ein. Die Probanden wurden periodisch befragt und ihre Plasma Harnstoffkonzentration sowie die Kreatin- und Albuminkonzentration im Urin untersucht.

Groeneveld und Kollegen fanden heraus, dass es keinen signifikanten Unterschied bezüglich der Nebenwirkungen zwischen Kreatin- und Placebogruppe gab. Von den fast 300 Probanden kam es nur bei dreien zu Nebenwirkungen wie Übelkeit und Durchfall, die zu einer Beendigung der Kreatineinnahme führten. Diese Nebenwirkungen verschwanden, sobald die Kreatineinnahme beendet wurde. Die Langzeiteinnahme des Kreatinsupplements erhöhte weder den Plasma Harnstoffspiegel noch den Albuminspiegel.

Bei wem wirkt Kreatin?

Kreatin wirkt bei Kraftsportlern und jedem, der ein Widerstandstraining zum Zwecke des Muskel- und Kraftaufbaus durchführt. Kreatin Monohydrat wirkt am besten bei Bodybuildern, Powerliftern, Gewichthebern und andere Kraftsportarten wie Boxen, Ringen, Kampfsport, Football, Baseball, Leichtathletik Sprintdisziplinen und anderen mit Sprints in Verbindung stehenden Sportarten wie Fußball oder Kurzstreckenschwimmen. Im Teil 4 dieser Artikelserie befindet sich eine Tabelle, die diese Sportarten zusammenfasst.

Kreatin kann vom Körper selbst hergestellt werden. Warum sollte man es dann einnehmen?

Ja, der Körper stellt Kreatin selbst her. Kreatin wird im Körper aus den Aminosäuren Arginin und Glycin hergestellt. Diese beiden Aminosäuren reagieren miteinander und bilden eine Komponente namens Guanidinoacetat, welche zu Kreatin wird, wenn sie eine Methylgruppe von S-Adenosylmethionin (SAMe) erhält. Bei Raumtemperatur ist ein Gramm Kreatin in 75 Milliliter Wasser lösbar. Mit steigender Temperatur des Wassers steigt auch die Menge des darin löslichen Kreatins.

Kreatin ist auch in einigen Nahrungsmitteln enthalten (hauptsächlich Fleisch und Fisch) und ist als Sportsupplement (meist in Form von Kreatin Monohydrat) erhältlich. Der Körper produziert Kreatin hauptsächlich in der Leber, von wo aus es in den Blutkreislauf und so zu den Muskeln und anderen Körperteilen gelangt.

Wissenschaftliche Untersuchungen kamen jedoch zu der Schlussfolgerung, dass der Körper nicht die Mengen an Kreatin herstellen kann, die für optimales Muskelwachstum und optimale Kraftleistungen benötigt werden. Pro Tag stellt der Körper zwischen ein und drei Gramm Kreatin her. Somit war über die Nahrung zugeführtes Kreatin schon immer eine wichtige Kreatinquelle für den Körper. Im Bezug hierauf ist es interessant, zu sehen, dass Kraftsportler schon immer für ihren hohen Fleischkonsum bekannt waren.

Fleisch enthält Kreatin. Wenn man mehr Fleisch isst, erhöht man hierdurch auch die Kreatinzufuhr. Eine der Studien, die ich kürzlich analysiert habe und auf die ich noch näher eingehen werde, vergleicht die Kreatinzufuhr über die Nahrung mit einer Zufuhr durch Supplements.

In unserer modernen Zeit wird der Kreatingehalt der Nahrung oft durch das Kochen reduziert. Durch die Hitze wird ein Teil des Kreatins in sein Abbauprodukt Kreatinin umgewandelt. Ein Kilo rohes Fleisch enthält etwa 5 Gramm Kreatin. Aus diesem Grund ist es nicht besonders praktisch, sich ausschließlich auf natürliche Nahrungsmittel zu verlassen, wenn man den Kreatinspiegel des Körpers zuverlässig erhöhen möchte. An einem bestimmten Punkt angelangt, dachte sich wahrscheinlich ein Wissenschaftler "schauen wir mal, was passiert, wenn man Kreatin als Supplement zuführt." Die Beobachtung war, dass sowohl die absolute Kreatinmenge in der Muskulatur als auch der Phosphokreatinspiegel anstiegen.

Kreatin Monohydrat Supplements werden konsumiert, um die Kreatin- und Phosphokreatinspeicher des Körpers zu füllen und zu vergrößern. Phosphokreatin wird im Körper durch die Kombination von Kreatin mit Phosphat hergestellt. Im Körper wird Phosphokreatin zusammen mit ATP im Muskelgewebe gespeichert. Phosphokreatin und ATP speichern zusammen die chemische Energie des Körpers. Je mehr dieser Energie die Muskeln speichern können, desto besser ist ihre Leistung bei kurzzeitigen Maximalkraftanstrengungen.

Hier findet ihr Teil 3

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