Teil 2: OP und die erste Zeit danach

Mein Kreuzband und ich - ein Erfahrungsbericht (Teil 2)

Oestrich-Winkel, Freitag, 26. Februar 2021, 6 Wochen postoperativ: Vor sechs Wochen wurde mir eine Kreuzbandplastik eingesetzt. Im zweiten Teil des Erfahrungsberichts erfahrt ihr alles über die OP und die ersten Wochen der Reha. Wer Teil 1 noch nicht gelesen hat, hier findet ihr ihn. Viel Spaß beim Lesen!

Corona nervt!

Aufgrund der Coronapandemie verlangt die Privatklinik, in der ich das Knie habe operieren lassen, einen negativen PCR-Test, der maximal zwei Tage alt sein darf. Das Problem: Mein Hausarzt teilte mir mit, dass er keineswegs garantieren kann, dass ich das Ergebnis bis Donnerstag 13 Uhr habe, wenn ich am Dienstag zum Testen komme. Also erst einmal einen Termin im Testzentrum in Wiesbaden gemacht und am Dienstagmorgen da angetanzt. Schlanke 69 Euro und wenige Minuten später war alles erledigt, am Abend bekam ich dann das Ergebnis: negativ. Der OP stand also nichts mehr im Weg.

Heidelberg, 1 day out

Donnerstagmorgen bin ich noch einmal kurz ins Büro gefahren, danach ging es nach Heidelberg. Bis spätestens 14 Uhr solle ich dort vorstellig werden, hieß es. Überpünktlich fand ich mich bei der stationären Aufnahme ein, unterschrieb gefühlte 500 Formulare und wurde dann eine Etage höher geschickt, erneuter Coronatest, diesmal ein PCR-Schnelltest. Nachdem auch diese Hürde genommen war, konnte ich endlich mein Zimmer beziehen. Keine Suite, aber im Vergleich zum durchschnittlichen Krankenhauszimmer doch ansprechend und immerhin mit Sky-Empfang und fixem Internet. Später ging es dann noch zur Anästhesievorbesprechung. Da ich generell eine sehr hohe Toleranz gegenüber Schmerzmitteln habe, wurde mir ein Schmerzkatheter empfohlen. Dann kämpfte sich die freundliche Ärztin noch durch die zwanzig Seiten Blutwerte, die ich mitgebracht hatte (mein Internist liebt Blutwerte) und ich war durch. Einziger Haken: Es war 17 Uhr und ich durfte das Klinikgelände nicht mehr verlassen. Also noch fix im Innenhof das heimlich eingeschmuggelte Bierchen getrunken und das überschaubare, aber gar nicht mal schlechte Abendbrot zu mir genommen. Nach einem Telefonat mit meiner Familie und schlechtem TV-Programm kam die Nachtschwester, um mich darüber zu informieren, dass ich die erste OP am Morgen sei. Das kam mir sehr entgegen, bedeutete aber auch, dass nun noch das Rasieren anstand. Nachdem auch das erledigt war, mittlerweile war es 23 Uhr, legte ich mich aufs Ohr.

Der große Tag

Um 6 Uhr wollte man mich abholen, also klingelte der Wecker um kurz nach 5, damit ich mich nochmal duschen konnte und Zeit hatte, mir im Innenhof die Beine zu vertreten. Pünktlich um 6 wurde ich dann von einer freundlichen jungen Dame abgeholt und in den OP-Bereich gefahren, der für die wenigen Patientenzimmer imposant dimensioniert war. Ein bisschen Geblödel mit der OP-Schwester, ein kurzes Guten Morgen mit der Anästhesistin und dann wurde ich auch schon verkabelt. Dann kam die obligatorische Gasmaske und nach wenigen Sekunden war ich weg.

Ich finde Vollnarkosen ja witzig, auch wenn ich erst sehr wenige in meinem Leben hatte. Eben lag ich noch im Vorraum des OP-Saals, nun schon im Aufwachraum. Großes Lob an dieser Stelle noch einmal an die Anästhesie: Ich war von jetzt auf gleich wach, klar im Kopf (zumindest so wie vorher) und topfit. Kein Kopfweh, keine Müdigkeit, keine Übelkeit, alles top! Ein Bier wollte man mir dennoch nicht bringen, schlechter Service. Nach rund 30 Minuten wurde ich dann wieder auf mein Zimmer gebracht, mit knurrendem Magen. Also erst einmal nach einem Mittagessen gefragt. Aufgrund der Anästhesie müsse ich mich mit einem Post-OP-Essen begnügen, so die unbefriedigende Antwort. Das heißt konkret: lauwarme, ungewürzte Brühe und ein Laugenbrezel. Immerhin Pfeffer und Salz sowie einen weiteren Brezel konnte ich ergattern. Und dann lag ich da! Schmerzen hatte ich keine, aber das Bein war auch völlig taub und lag dick verbunden in der angelegten Orthese. Im Laufe des Nachmittags besuchte mich dann erst noch einmal die Anästhesistin, später dann auch Professor Siebold. In seiner gewohnt knappen Art berichtete er, dass die OP sehr gut verlaufen sei, er aus dem Semitendinosus ein sehr stabiles Stück Sehne entnehmen konnte, sodass er den Gracilis nicht involvieren musste. Er hätte dann noch einige andere kleine Maßnahmen vorgenommen (Gelenkmäuse entfernt, Knorpel angefräst etc.), aber dazu später mehr.

Die OP also ein voller Erfolg, das klang doch schon mal gut! Auch kam langsam das Gefühl im Bein zurück, wenn auch durch Verband Orthese eher eingeschränkt. Immerhin: Der Gang zur Toilette ging ohne fremde Hilfe, wenngleich so ein Toilettengang mit einem komplett steifen und dick verpackten Bein doch abenteuerlich ist. Das Nervigste ist aber eh die Drainage. Aber da es gut siffte, sollte diese bis zum Samstag drinbleiben. Beim Abendessen wurde mir dann eine extra Portion zugeteilt, die auch dringend notwendig war. Der Rest des Tages verging dank Laptop, Smartphone und TV recht fix und langsam wurde ich müde.

Der OP-Bericht in Kurzfassung.


Was für eine beschissene Nacht

Nach einem langen Telefonat mit meiner Frau dachte ich mir, ich schaue mir noch einen Film an und lege mich dann schlafen. An sich ein guter Plan, nur nicht umsetzbar. Ich bin notorischer Seitenschläfer, aber dieses bleischwere Bein irgendwie sinnvoll auf das andere zu bekommen, war nahezu unmöglich. Andersherum wurde aber die Drainage abgeklemmt. Ich verbachte die Nacht also damit, mich von einer Seite auf die andere zu drehen, ohne aber auch nur im Ansatz Schlaf zu finden. Immerhin konnte ich mir so den Sonnenaufgang im munteren Schneetreiben anschauen, hat ja auch was.

Der Tag danach

Gegen 8 Uhr gab es dann endlich Frühstück, das bis auf die hartgekochten Eier wirklich anständig war. Da mir nun doch langweilig wurde, humpelte ich mit meinen Krücken ein wenig durch die Klinik und schnappte ein wenig frische Luft. Seltsamerweise fanden das die Schwestern gar nicht so witzig… Gegen Mittag rief dann Professor Siebold noch einmal an und klärte mit mir alle offenen Fragen: Keine Einschränkung in der Beugung, Belastung eine Woche lang mit Krücken zehn Kilo, dann Vollbelastung mit Krücken. Aufs Rad könne ich nach rund einer Woche wieder. Später kam dann noch einer seiner Assistenzärzte sowie die Physiotherapeutin. Die war zwar lieb, aber doch sehr vorsichtig. Sie zeigte mir drei Übungen, die ich ein- bis zweimal täglich machen könne, jeweils zweimal zehn Wiederholungen: Bein im Liegen beugen, das gestreckte Bein anheben und mit dem Fuß Kreise etc. in die Luft malen. In der Praxis mache ich die bis heute eher fünf- bis sechsmal täglich im Bereich 40 bis 50 Wiederholungen. Dann gab es noch Lauftraining. Das ist wirklich wie ein Tanz auf rohen Eiern. Wieviel sind denn nun 10 Kilo Belastung? Das wurde dann an einer Personenwaage demonstriert: fast nichts. Und nervig: Da war ich ja einbeinig mit Krücken schneller. Aber was muss… Dann wurde mir noch die passive Bewegungsschiene gebracht. Witziges Teil, aber auch da musste ich die Physiotherapeutin ermutigen. Sie wollte auf 45 Grad, ich habe dann auf 65 Grad hochgehandelt. Wenn es heißt, ich darf voll beugen…

Viel wichtiger: Der Verband kam ab, die Orthese wurde auf freie Beugung umgestellt und die Drainage kam raus. Letzteres war dann durchaus eklig, da einer der beiden Schläuche rund 15 cm tief in meinem Bein steckte. Aber gut, Hauptsache raus! In Verbindung mit der zunehmend nachlassenden Taubheit im Bein war so zumindest ein weitgehend normales Schlafen möglich.

Goodbye Heidelberg

Ich hatte schon im Vorfeld angekündigt, dass ich Sonntagmorgen früh die Klinik verlassen möchte, da mein Großer an dem Tag sieben wurde. Wenn er schon nicht mit Freunden feiern kann, soll wenigstens Papa zu Hause sein. Also morgens noch fix eine zweite Runde Physio gemacht und ab nach Hause. Vorher extra noch meinen Versicherungsberater angerufen: Ein Kreuzbandriss bedeutet kein Fahrverbot. Da ich ohnehin keine starken Schmerzmittel genommen habe (dreimal täglich 600 mg Ibuprofen) und das linke Bein bei einem Automatik eh keine Funktion erfüllt, ging es also in die Tiefgarage und von da aus ab nach Hause.

Zu Hause zu sein, fühlte sich zwar gut an, aber naja, Ruhe ist dann doch was anderes. Den restlichen Tag verbrachte ich sitzend und humpelnd damit, die Geburtstagsgeschenke meines Juniors aufzubauen, mit dem Kleinen zu spielen und den Hund davon abzuhalten, mir in die Krücken zu rennen.

Das Reha-Schema.


Krankengymnastik hier bin ich

Montagmorgen ging es dann direkt zu meinem Physio, der mittels Lymphdrainage, Stromtherapie und manueller Therapie mein Bein bearbeitete und dankbarerweise deutlich mutiger agiert als die Dame in der Klinik. Auch wenn alles gut verheilte, beschloss ich, mir doch eine Woche freizunehmen und nicht ins Büro zu fahren. Also ab auf die Couch und Laptop an! Und so verbrachte ich die nächsten Tage primär auf der Couch und mit leichten Hausarbeiten. Mittwoch stand wieder Physio an, am Donnerstag wurde mir meine Bewegungsschiene für zu Hause geliefert. Dabei wieder Debatten über die Beugung: 60 Grad wurden empfohlen, ich habe dann direkt mal entschieden, mit 65 Grad einzusteigen und war bis abends bei 75 Grad. Ziel in den vier Wochen, in denen ich das Gerät hatte, waren 90 Grad, die hatte ich am Freitagabend. Täglich wurde neben den Übungen sechs- bis achtmal zwanzig Minuten lang die Schiene betätigt. Freitags hatte ich dann ein Meeting, das sich nicht verschieben ließ, danach wieder Ruhe. Und: An dem Abend beschloss ich, künftig ohne Schiene zu schlafen, da das Teil nachts doch recht störend ist. Auch wagte ich mich eine Woche postoperativ erstmals aufs Rad, was sich anfangs etwas unrund anfühlte, aber recht schnell besser wurde. Die Ibus wurden auf zweimal täglich 600 mg reduziert.

Krücken werden überbewertet

Nachdem ich zu Hause ohnehin die Krücken kaum noch verwendet habe, beschloss ich am folgenden Montag, sie ganz wegzupacken. Eine Vollbelastung war ja erlaubt, also musste ab dann die Orthese reichen. Sah mein Physio übrigens ähnlich. Die Beugung war mittlerweile bei 100 Grad angekommen. Das Radfahren wurde täglich gesteigert auf bis zu 30 Minuten täglich und fühlte sich mit jedem Mal besser an. Nachdem ich die Ibus zwischenzeitlich auf eine Tablette täglich reduziert hatte, ließ ich sie dann in der zweiten Woche ganz weg. Das Novalgin musste ich nicht mal anrühren.

In der Woche stand dann noch das Ziehen der Fäden auf dem Plan. Da ich nur begrenzt motiviert war, dafür zum Doc zu fahren, wurde das zu Hause von mir höchstpersönlich erledigt. Desinfektionsmittel hat man ja mittlerweile zu Genüge zu Hause. Die Fäden raus zu haben, war eine große Befreiung. Sie sind ja nicht schmerzhaft, aber ich hasse das Gefühl, zugenäht zu sein.

Mach’s gut Orthese, mach’s gut Bewegungsschiene

In Woche drei nach der OP legte ich die Orthese dann ganz zur Seite. Das Laufen ging sicher und stabil, also keine Notwendigkeit, dieses lästige Ding noch zu tragen. Nachdem ich die 120 Grad erreicht hatte, veranlasste ich auch die vorzeitige Abholung der Bewegungsschiene, da auch mein Physio der Überzeugung war, dass die von nun an keinen Mehrnutzen mehr bringt. Dessen Behandlungen wurden dafür fieser: Der zunehmende Muskelschwund im linken Oberschenkel und die dadurch entstehende Mehrbelastung im rechten sorgten dafür, dass die Muskeln verhärteten. Es galt also, diese Verhärtungen zu lösen, was gerade an der Oberschenkelvorderseite extrem fies ist. Der Sartorius wurde mein neuer persönlicher Erzfeind.

Fußballspielen vier Wochen postoperativ

Mittlerweile waren vier Wochen seit der OP vergangen. Das Laufen im Alltag war problemlos, auch die Schwellung war deutlich zurückgegangen, sodass ich langsam anfing, auf dem Balance Pad Übungen zu machen, was erstaunlich gut klappte: Einbeinstand, Squats etc. waren recht gut möglich. Das Problem an all dem: Man wird übermütig...

Nachdem klar war, dass für die Kids in diesen Jahr auch Fastnacht ausfallen würde, beschlossen wir mit ein paar Eltern, den Kids zumindest eine kleine Alternative zu bieten, indem wir in coronagerechten Kleinstgruppen um die Häuser zogen und die Kids ein paar Süßigkeiten aus den Fenstern zugeworfen bekamen und dabei ihre Verkleidungen zeigen konnten. Das Ganze endete dann bei guten Freunden im Hof. Bevor ich nun mit Eiern beworfen werde: Mein Kleiner geht mit dem Kleinen der Familie in eine Kindergartengruppe, der Große mit der Tochter in eine Schulklasse, sprich die haben eh dauernd Kontakt und wir Erwachsenen hielten draußen eben Abstand. Die Kids wollten dann kicken und ich sollte ins Tor. „Da musst du ja nicht laufen, Papa!“ Soweit, so gut, dummerweise kann ich ja nicht ruhig halten. Als sich die Chance ergab, versuchte ich also einen Vorstoß, der damit endete, dass ich mit dem linken Bein einmal voll ins Leere trat, es in der Oberschenkelrückseite zwickte und sich danach alles andere als gut anfühlte. Also Fußball beenden und schonen…und schon einmal eine gute Ausrede für meinen Physio überlegen.

Der fand meine Idee, Fußball zu spielen, unverständlicherweise begrenzt clever, beruhigte mich aber dahingehend, dass es wohl nur ein Muskelfaserriss im Beinbeuger war. Der brachte einen schönen Bluterguss hervor, aber ansonsten kam ich wohl noch einmal mit einem blauen Auge davon. Im Alltag ist die OP nicht mehr zu merken, ich laufe im Grunde wie vorher. Das macht es natürlich nicht einfacher, sich zusammenzureißen, aber ok, das muss ich dann eben lernen.

Fazit nach sechs Wochen

Nach sechs Wochen ist es dann auch Zeit, ein erstes Fazit zu ziehen:
  1. OPs nerven, aber im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich nicht gleich diesen Schritt gegangen bin. Denn so war ich zweimal durch das Knie eingeschränkt und habe in den rund drei Jahren mein Knie doch beschädigt. Mein klarer Rat deshalb: Zögert eine Kreuzband-OP nicht heraus!
  2. Sofern die OP nicht direkt posttraumatisch erfolgt, ist eine gute Vorbehandlung für einen optimalen OP-Verlauf und eine schnelle Regeneration die beste Voraussetzung. Ich hatte seit September des Vorjahres grob einmal wöchentlich eine Sitzung bei meinem Osteopathen, der das Knie mit Reizstrom etc. bestmöglich hergerichtet hat. Auch mein Operateur bestätigte mir, dass diese Vorarbeit für einen idealen Verlauf viel ausmachen würden. Wer also die Option hat, sollte das Knie im Vorfeld auf jeden Fall vorbehandeln lassen.
  3. Nahezu jedes Krankenhaus bietet Kreuzband-OPs an. Aber nicht jeder Operateur ist wirklich ein Fachmann auf seinem Gebiet. Ich würde immer nach einem Arzt suchen, der sich ganz auf das betroffene Gelenk spezialisiert und sonst auch nichts anderes macht. Rein logisch betrachtet macht es eben einfach einen Unterschied, ob man wechselweise Kniegelenke, Hüftgelenke und Schultergelenke operiert oder tatsächlich konsequent nur Kniegelenke. Dabei muss es nicht unbedingt eine Privatklinik sein, es gibt viele Operateure mit sehr gutem Ruf, die auch gesetzliche Versicherte behandeln. Auf jeden Fall sollte man nicht den erstbesten Arzt nehmen, sondern sich ausführlich informieren. Keine Kompromisse bei der Wahl des Operateurs!
  4. Kreuzband-OPs werden auch ambulant durchgeführt. Ich bin wahrlich kein Fan von Krankenhäusern, aber die Vorstellung, so eine OP ambulant durchführen zu lassen, wollte mir so gar nicht gefallen. Zu Hause fühlt man sich zwar wohler, aber die Ausstattung ist dann doch eine andere, was schon beim Bett anfängt. Man muss sicher keine Woche im Krankenhaus verbringen, aber ein Klinikaufenthalt von zwei bis drei Tagen ist definitiv zu empfehlen.
  5. Die Bewegungsschiene ist Gold wert. Sie ersetzt natürlich keine aktive Bewegung, aber unterstützt die Rückkehr zum normalen Bewegungsumfang enorm. Auf jeden Fall eine passive Bewegungsschiene verordnen lassen!
  6. Was für den Operateur gilt, gilt auch für den Physiotherapeuten, von und mit dem die Lymphdrainage und Krankengymnastik durchgeführt wird. Viele Physiotherapeuten sind hierbei äußerst vorsichtig, zu vorsichtig. Ich habe das in den letzten Jahren unter anderem bei meiner Frau, meiner Schwägerin, meinem Vater und auch bei mir erlebt: Gerät man an einem guten Physiotherapeuten, der die Vorgaben des Operateur ernst nimmt und nicht nur die Minimalbelastung ansetzt, sondern bis ans Maximum geht, kann man förmlich zusehen, wie das Knie regeneriert. Gerät man aber an einen, der der Meinung ist, dass sanft streicheln ausreicht und eher dazu rät, es bei den Übungen langsam angehen zu lassen, geht nichts vorwärts. Daher: Keine Kompromisse bei der Wahl des Physiotherapeuten!
  7. Das setzt aber natürlich auch voraus, dass man frühzeitig aktiv wird. Bei meinem Physiotherapeuten bekommt man aktuell frühestens in vier Wochen einen Termin. Daher: Frühzeitig um eine optimale Reha kümmern!
  8. Ganz entscheidend für den Verlauf der Reha ist aber natürlich auch das eigene Verhalten. Dabei sollte man genau auf das Knie „hören“. Wenn es nach Ruhe schreit, sorgt für Ruhe. Aber schont es nicht, wenn es die Belastung zulässt. Gerade die Übungen für die Beinmuskulatur kann ein trainierter Mensch deutlich häufiger machen als es von den meisten Physiotherapeuten angeordnet wird. Nicht auf die faule Haut legen!


Fortsetzung folgt

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