Alte Mythen als falsch entlarvt!

Künstliche Süßstoffe verursachen keinen Krebs

Ein Artikel von Bodybuilding.com
von Dr. David Ryan

Das entlarven alter Mythen wird für mich langsam zu einer Vollzeitbeschäftigung. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen immer noch Angst davor haben, künstliche Süßstoffe zu verwenden. Mehr als ein Drittel aller Kinder in Amerika sind übergewichtig und immer mehr Amerikaner verlieren jeden Tag den Kampf gegen ihren Speckbauch.

Die allgemeine Öffentlichkeit benötigt eine Art von Ersatz, um die Bekämpfung eines Heißhungers nach Süßem zu unterstützen. Künstliche Süßstoffe ermöglichen einen verbesserten Geschmack ohne zusätzliche Kalorien.

Der Einsatz künstlicher Süßstoffe wird in den Vereinigten Staaten von der Gesundheitsbehörde FDA reguliert. Zuckerersatzstoffe fallen seit dem Inkrafttreten eines entsprechenden Gesetzes aus dem Jahr 1958 unter diese Regulierung.

Viele der ursprünglichen Bedenken und Studien wurden durch aktuellere wissenschaftliche Untersuchungen und akkurate wissenschaftliche Dokumentationen revidiert. Einige der folgenden Abschnitte stammen direkt von der Website der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA und geben den augenblicklichen Stand der Wissenschaft wieder.

Künstliche Süßstoffe

Saccharin:

In den frühen siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts brachten mit Ratten durchgeführte Studien Saccharin mit der Entwicklung von Blasenkrebs in Verbindung. Dies führte dazu, dass auf allen Produkten, die Saccharin enthielten, entsprechende Warnhinweise angebracht werden mussten.

Diese Erkenntnisse wurden jedoch später revidiert, da die entsprechende chemische Aktivität von Saccharin nur spezifisch bei Ratten, nicht jedoch beim Menschen vorhanden ist. Diese chemische Aktivität kann sogar nur bei männlichen, nicht jedoch weiblichen Ratten beobachtet werden.

Diese Erkenntnisse resultierten darin, dass Saccharin im Dezember 2000 aus der Liste der toxischen Substanzen des US National Toxicology Programs Report on Carcinogens entfernt wurde. Saccharin befand sich seit 1981 auf dieser Liste.

Aspartam:

Auch bekannt als NutraSweet oder Equal ist Aspartam der heutzutage am häufigsten eingesetzte Süßstoff. Aspartam wurde im Jahr 1981 von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA zugelassen, geriet jedoch bald darauf unter Verdacht Gehirntumore zu verursachen. Einige Labortests kamen zu dem Ergebnis, dass Ratten, die mit hohen Mengen Aspartam gefüttert wurden, Lymphome und Leukamie entwickelten.

Weitere Untersuchungen brachten zutage, dass die an Ratten verfütterten Mengen auf den Menschen umgerechnet der Menge an Aspartam entsprach, die in 8 bis 2083 Dosen Diätlimonade enthalten sind. Die Verbindung zwischen Aspartam und Gehirntumoren wurde mit einer zunehmenden Krebsrate in der amerikanischen Bevölkerung zwischen 1975 und 1992 in Verbindung gebracht.

Aufgrund der Tatsache, dass Aspartam jedoch erst 8 Jahre nach der statistischen Zunahme von Gehirntumoren auf den Markt gebracht wurde, veranlasste das National Cancer Institute dazu, Aspartam vom Verdacht einer krebsfördernden Wirkung freizusprechen.

Sucralose und Neotame:

Ein anderer weit verbreiteter Zuckerersatz ist Sucralose, welche auch unter dem Markennamen Splenda bekannt ist und von der amerikanischen Gesundheitsbehörde im Jahr 1998 zugelassen wurde. Zunächst war Splenda nur für die Verwendung in Getränken und Nahrungsmitteln zugelassen, doch seit 2002 besitzt es eine Zulassung als allgemeiner Zuckerersatzstoff.

Neotame ähnelt Aspartam und wurde 2002 als künstlicher Süßstoff für alle Anwendungen außer bei Fleisch und Geflügel zugelassen. Vor der Zulassung analysierte die amerikanische Gesundheitsbehörde mehr als 100 die Sicherheit betreffende Studien für jeden dieser künstlichen Süßstoffe.

Die Ergebnisse dieser Studien geben keine Hinweise darauf, dass Sucralose oder Neotame Krebs verursachen oder eine andere Gefahr für die Gesundheit darstellen könnten.

Stevia:

Stevia ist ein natürlicher Süßstoff, der als minzblättrige Pflanze wächst. Von dieser Pflanze gibt es etwa 240 Unterarten, die normalerweise in Südamerika, Zentralamerika und Mexiko beheimatet sind. Kürzlich wurde auch eine natürliche Verbreitung dieser Pflanze in Arizona, Neu Mexiko und Texas beobachtet.

Stevia ist ein die Insulinausschüttung nicht anregender Süßstoff, der 30 bis 45-mal süßer als Tafelzucker schmeckt. Stevia ist verdaulich und besitzt im verarbeiteten Zustand keinen Nährwert. Wenn Stevia in unverarbeiteter Form gegessen wird, dann liefert es dem Körper einige Ballaststoffe.

Stevia stellt den in Japan am häufigsten verwendeten künstlichen Süßstoff dar und wird auch in Teilen von Korea, Taiwan, Thailand, Malaysia, Israel, Peru, Brasilien, Paraguay und anderen Ländern verwendet. Von Stevia wird weiterhin angenommen, dass die Pflanze einige medizinische Eigenschaften besitzt, mit deren Hilfe möglicherweise Übergewicht und hoher Blutdruck behandelt werden könnten.

Schlussfolgerung

Auch wenn künstliche Süßstoffe als sicher und unbedenklich angesehen werden, steht außer Frage, dass manche Personen überempfindlich auf diese Produkte reagieren und künstliche Süßstoffe deshalb meiden sollten.

In den meisten Fällen wird schwangeren Frauen empfohlen, auf alle künstlichen Chemikalien und extrem stark verarbeitete Nahrungsmittel zu verzichten. Der Grund hierfür hängte jedoch mehr mit dem gesteigerten Kalorienbedarf durch das sich entwickelnde Kind und den Vorzügen der zusätzlichen Kalorien einer Ernährung mit moderater Kohlenhydratzufuhr in dieser Situation zusammen. Unglücklicherweise haben die früher vorherrschenden Informationen Ernährungsexperten dazu verleitet, werdende Mütter vor dem Verzehr von Zuckerersatzstoffen zu warnen.

Man sollte beachten, dass Zuckeraustauschstoff nicht bedeutet, dass dieses Süßungsmittel auch frei von Kalorien ist. Einige Produkte wie z.B. Glyzerin besitzen etwa 60% der Süße von Zucker und liefern den Körper verwertbare Kalorien. Es existieren noch weitere Arten von Zuckeralkoholen, die im Rahmen der Lebensmittelproduktion zum Einsatz kommen. Diese Zuckeralkohole besitzen im Allgemeinen jedoch eine geringere Auswirkung auf den Insulinspiegel als Tafelzucker oder Stärke.

Es befinden sich weltweit noch eine Reihe anderer künstlicher Süßstoffe auf dem Markt, doch im Rahmen dieses Artikels kann aus Platzgründen nur auf die gängigsten dieser Stoffe eingegangen werden. Die Verwendung moderater Mengen künstlicher Süßstoffe ermöglicht einen verbesserten süßen Geschmack, ohne die große Menge an Kalorien zu liefern, die mit der Verwendung von Zucker in Verbindung steht.

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass fruktosereicher Maissirup kein Insulin für die Aufnahme im Körper benötigt und von vielen Ernährungsexperten als schlechter Ersatz für Tafelzucker (Sucrose) angesehen wird.



Ausgewählte Referenzen:

  1. Viele dieser Informationen stammen von amerikanischen National Cancer Institute
  2. Soffritti M, Belpoggi F, Esposti DD, et al. First experimental demonstration of the multipotential carcinogenic effects of aspartame administered in the feed to Sprague-Dawley rats. Environmental Health Perspectives 2006; 114(3):379-385.
  3. Lim U, Subar AF, Mouw T, et al. Consumption of aspartame-containing beverages and incidence of hematopoietic and brain malignancies. Cancer Epidemiology Biomarkers Prevention 2006; 15.
  4. Chatsudthipong V, Muanprasat C., Stevioside and related compounds: therapeutic benefits beyond sweetness. Pharmacol Ther. 2009 Jan;121(1):41-54. Epub 2008 Oct 27.
  5. Boonkaewwan C, Toskulkao C, Vongsakul M., Anti-Inflammatory and Immunomodulatory Activities of Stevioside and Its Metabolite Steviol on THP-1 Cells. J Agric Food Chem. 2006 Feb 8;54(3):785-9.

Nach oben