Die besten Geschichten, die schönsten Bilder

Das Best of Mr. Olympia 2019

Die Mr. Olympia Veranstaltung 2019 in Las Vegas ist vorbei, doch wir sind noch nicht fertig.
Weil es so schön war präsentieren wir euch die schönsten und emotionalsten Geschichten des vergangenen Wochenendes, gepaart mit den beeindruckendsten Bildern.


Ein überfälliges Debüt


 Hadi Choopan beim Mr. Olympia 2019
Hadi Choopan tritt zum ersten Mal auf die Mr. O Buehne. Bild: Thomas Koch

Hadi Choopan. Ein Name, der seit mehreren Jahren durch das Internet und die Interviews der Experten geistert sowie seit Jahren Pro Shows rund um den Globus gewinnt. Doch die letzten beiden Jahre machte es die amerikanische Einreisepolitik dem gebürtigen Iraner unmöglich, trotz erfolgreicher Olympia-Qualifikation einen Fuß auf die großen Bühnen in den USA zu setzen.

Hadi aber arbeitete unermüdlich weiter. Auch dieses Jahr holte er sich die Qualifikation für das größte Event des Bodybuildings – und zwar nicht nur in einer Klasse, sondern gleich in der 212 und der Offenen. Nachdem bekannt wurde, dass er dieses Mal endlich einreisen darf, wurde lange gerätselt wo er denn nun startet. Die Begeisterung war groß, als klar wurde, dass er sich mit den schwersten und besten Männern der Welt in der Men's Open messen will. Dieses Bild zeigt den andächtigen Athleten, der noch einmal tief durchatmet, bevor er endlich die größte Bühne des Bodybuildings betritt.

Hadi Choopan Dexter Jackson Mr. Olympia 2019
Hadi Choopan zollt Dexter Jackson Respekt. Bild: Thomas Koch

Fast 50 Jahre alt, 29 Siege bei Pro Shows, 75 Top 5 Platzierungen. 11 Jahre nach seinem Mr. Olympia Titel denkt Dexter Jackson nicht daran, sich von seinem Alter irgendetwas vorschreiben zu lassen. Eine lebende Legende, die immer noch zu den besten Bodybuildern der Welt gehört.

Im Vorfeld wurde viel spekuliert, dass er im Falle eines Sieges seinen Rücktritt bekannt geben würde. Doch Dexter äußerte sich dazu nicht weiter, er beeindruckte in den Sozialen Medien mit einer beeindruckenden Form, auch schon Wochen vor dem Wettkampf. Hadi Choopan drückt aus, was wohl alle Anwesenden empfinden und salutiert während der Siegerehreung voller Respekt vor Dexter Jackson - eine Geste kann mehr sagen als 1000 Worte es je vermögen. Jackson wurde zum Viertbesten mit 49 - eine Legende eben.

Hadi Choopan Peoples Champ Award Mr. Olympia 2019
Hadi Choopan gewinnt den People's Champ Award. Bild: Thomas Koch

Bereits zum zweiten Mal wurde im Rahmen der Mr. Olympia der sogenannte People’s Champ Award verliehen, der vom anwesenden Hallenpublikum per Abstimmung bestimmt wird. Letztes Jahr konnte sich Roelly Winklaar die Trophäe sichern, nachdem er mit einer spektakulären Form hinter Shawn Rhoden und Phil Heath Dritter wurde.

Dieses Jahr war es erneut der Drittplatzierte, der sich in die Herzen der Fans posen konnte. Sie wählten den Debütanten und gebürtigen Iraner Hadi Choopan, hier zu sehen, wie er voller Stolz den Gürtel in die Höhe reckt. Ein Iraner wird auf US-amerikanischem Boden als beliebtester Teilnehmer einer Bodybuilding-Show gewürdigt - ein stärkeres Signal kann man sich kaum wünschen.

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Ein neuer Champion beim Mr. O


Top 3 Open Bodybuilding Mr. Olympia 2019
William Bonac, Brandon Curry und Hadi Choopan im Vergleich. Bild: Thomas Koch

Nachdem weder Vorjahressieger Shawn Rhoden, noch Dauerabräumer Phil Heath am diesjährigen Mr. Olympia teilnahmen, war klar, dass ein neuer Champion gekürt werden musste. Ein Name wurde bei der Favoritensuche im Vorfeld öfters genannt als alle anderen: Brandon Curry. Der Sieger der diesjährigen Arnold Classic in den USA entwickelte in den letzten Jahren beständig weiter. Mit einem unglaublich symmetrischen und vollen Oberkörper begeisternd, hielten ihn bisher vor allem die Beine vor dem ganz großen Gewinn zurück.

Doch dieses Jahr sollte alles anders werden. Er stand fast durchgehend in der Mitte des ersten Vergleiches, hier zu sehen zwischen dem Zweitplatzierten William Bonac und dem Dritten Hadi Choopan. Brandons Back Double Biceps Pose zeigt, warum er für viele aktuell der Beste der Welt ist. Volle, runde Muskeln, eine schmale Taille und flügelartige Lats.

Brandon Curry Champion Mr. Olympia 2019
Brandon Curry feiert mit seiner Familie den Gewinn. Bild: Thomas Koch

Brandon Curry ist ein Familienmensch. Wer ihm auf Instagram folgt, sieht fast täglich Updates zu seinen sportbegeisterten Kindern oder seiner geliebten Frau. Ebenso ist bekannt, dass er in der Vorbereitung für den wichtigsten Wettkampf des Jahres für Monate nach Kuwait reist, um dort in einer Bodybuilding-Idylle konzentriert und fokussiert den Plan umsetzt, der ihn zum Sieger formen soll: Trainieren, essen und schlafen.

Wie schwierig es für Brandon sein muss, seine Familie so lange nicht zu sehen, lässt sich nur erahnen. Umso schöner und erfüllender muss sich der Moment anfühlen, den wir hier auf dem Foto sehen können. Umringt von seinen Nächsten dreht er dem Publikum den Rücken zu, widmet sich für einen kleinen Moment nur seiner Familie, feiert mit ihnen den langersehnten Titel. Das Bild macht deutlich, dass es selbst bei den sportverrücktesten Athleten eine Sache gibt, die noch wichtiger ist.

Steve Benthins erstes Mal


Steve Benthin Dennis Wolf Mr. Olympia 2019
Steve Benthin gibt alles mit Dennis Wolf. Bild: Thomas Koch

Steve Benthins Reise zum Mr. O 2019 war eine lange und beschwerliche. Herzprobleme, bei denen lange unklar war, ob sie wirklich gefährlich sind, sorgten für einen holprigen Start ins neue Jahr. Doch Steve ließ sich davon nicht beirren. Begleitet von Team Andro holte er sich in New York, Toronto, Chicago und Vancouver die nötigen Punkte, um sich endlich einen lebenslangen Traum zu erfüllen. Einmal mit den Besten der Welt auf der Mr. Olympia-Bühne zu stehen. Bei den letzten beiden Wettkämpfen formte sich dazu eine Allianz mit Bodybuilding-Legende Dennis Wolf, die sich als äußerst vielversprechend herausstellte.

Trotz eines Magen-Darm-Infekts wenige Wochen vor der Veranstaltung konnte Steve unter der strengen, professionellen und dazu höchst unterhaltsamen Leitung vom Big Bad Wolf alles aus sich herausholen. Auf dem Foto sehen wir einen fokussierten und leidenden Steve beim Training, ein Beweis dafür, wie intensiv die Vorbereitung in Las Vegas wirklich war.

Steve Benthin Mr. Olympia 2019
Steve Benthin auf der Mr. O Bühne. Bild: Thomas Koch

Zu flach, außer Form, zu dünn. Diese und andere Kritikpunkte musste sich Steve im Vorfeld des Wettkampfes in Vegas täglich anhören und in den sozialen Medien lesen. Die Magen-Darm-Grippe, die ihm kurzfristig alle Kräfte raubte tat ihr übriges dazu. Doch was dann in der Zusammenarbeit mit Dennis Wolf entstand, ließ fast alle Kritiker verstummen: Hart, prall und wie gewohnt ohne größere Schwäche stand Mr. Masse auf der Bühne. Das Posing war besser als gewohnt, die Entschlossenheit es allen zu zeigen war spürbar.

Vor der Show betonte Steve des Öfteren, dass allein die Teilnahme ein voller Erfolg für ihn sei. Auch wenn er sich den 16. Platz mit anderen teilen musste, Letzter wurde er aufgrund der Punkte nicht. Allein das ist für ihn ein großer Sieg. Wir sind gespannt, was in den nächsten Jahren - hoffentlich ohne beschwerliche Steine im Weg - möglich ist bei Steve Benthin.

Der Nachfolger von Flex Lewis


Kamal Elgargni Mr. Olympia 2019
Kamal Elgargni nach seinem Sieg. Bild: Thomas Koch

Derek Lunsford wird es machen, Derek Lunsford ist der nächste Star, Derek Lunsford wird Flex Lewis beerben. Eigentlich hat man vor der 212 Olympia nur einen Namen gelesen, wenn es um den zukünftigen 212-Olympia-Titelträger ging. Nämlich den von Derek Lunsford. Der Amerikaner konnte bereits vergangenes Jahr einen starken zweiten Platz einfahren, nur besiegt von Dauerchampion Flex Lewis. Da dieser jedoch dieses Jahr aussetzte, um 2020 in der Offenen Klasse anzugreifen, war eigentlich klar, wer sich den Sieg holen würde.

Dachte man zumindest. Doch wie es so ist im Leben, kam alles anders. Der 47-Jährige Libyer Kamal Elgargni, der sich 2018 noch mit dem dritten Platz begnügen musste überzeugte mit einer knüppelharten Form, einer beachtlichen Muskelqualität und zeigte dabei nicht die geringste Schwäche. Und so sicherte er sich den Sieg, eine Entscheidung, die die meisten Kritiker politischer Wertungsentscheidungen zunächst verstummen ließ. Kamal feierte emotional seinen Sieg und verkündete nur Minuten später seinen Rücktritt vom Wettkampf-Bodybuilding. Ein Abgang durch die größtmögliche Tür!

David Hoffmann beim Mr. O


David Hoffmann Mr. Olympia 2019
David Hoffmann beim Mr. O 2019. Bild: Thomas Koch

David Hoffmann ist für viele die deutsche Personifizierung der Classic Physique-Klasse.
2018 konnte er sich nach einer spektakulären Saison nach seinem Olympia-Debüt, bei dem er den 11. Platz belegen konnte, gleich darauf in Frankfurt die Qualifikation für dieses Jahr holen. Sein zweiter Auftritt auf der großen Bühne wurde von vielen Fans ungeduldig herbeigesehnt. Doch wie auch Steve, musste David zu Beginn des Jahres einem Rückschlag hinnehmen: Probleme mit den Bandscheiben, damit evrbunden viele Schwierigkeiten beim Training. Was ihn aber nicht daran gehindert hat, mit einer unglaublichen Ausgangslage in die Vorbereitung zu starten.

Täglich konnten Fans in den sozialen Medien verfolgen, wie er massiger und härter wurde. Die Erwartungen an ihn waren hoch, nichts Geringeres als eine Top 6 Platzierung war sein Ziel. Über 35 Teilnehmer starteten in dieser durchweg stark besetzen Klasse. Am Ende hat es für sein Ziel leider nicht ganz gereicht, trotzdem war es wieder der 11. Platz - in einem deutlich größeren Teilnehmerfeld als noch im Vorjahr.

Mehr Classic geht nicht


Chris Bumstead Mr. Olympia 2019
Die Top 3 in der Classic Physique beim Mr. O 2019. Bild: Thomas Koch

Zwei Jahre hieß es ausschließlich: Breon Ansley. Zwei Olympia-Titel und ein Arnold Classic Erfolg ließen vermuten, dass an dem Amerikaner auch in Zukunft kein Weg vorbeiführt. Zweimal "nur" auf dem zweiten Platz landete dabei Chris Bumstead. Der große Kanadier mit der perfekten Vakuumpose machte dabei aber immer deutlich, dass er nichts anderes will, als endlich selbst ganz vorne zu stehen.

Kurz vor dem Mr. O dann aber die Schreckensnachricht: Ein Riss in den Hamstrings, was sogar den Abbruch der Vorbereitung befürchten ließ. Doch er kämpfte und ließ sich nicht abbringen. Zur Erleichterung vieler: Für viele Fans verkörpert Chris Bumstead die Classic Physique am besten. Mit seiner Körpergröße, den Proportionen und seiner Präsentation konnte er dieses Mal auch die Kampfrichter von sich überzeugen. Ansley zeigte sich als fairer Verlierer, wenn auch verständlicherweise sehr enttäuscht. Dritter wurde der rechts zu sehende George Peterson.

Überraschung in der Bikini Klasse


Top 3 Bikini Mr. Olympia 2019
Die Top 3 in der Bikini Klasse beim Mr. O 2019. Bild: Thomas Koch


Seit 2010 messen sich die schönsten und fittesten Frauen in der Bikini-Klasse auf der großen Bühne in Las Vegas. Dabei stechen zwei Namen besonders heraus: Ashley Kaltwasser konnte sich den begehrten Titel dreimal sichern, während die letzten beiden Jahre von Angelica Teixeira dominiert wurden. Als also Teixeira dieses Jahr bereits bei der Vergabe des dritten Platzes ausgerufen wurde und Ashley Kaltwasser noch nicht in die Top 5 berufen wurde, waren sich die amerikanischen Kommentatoren um Shawn Ray im Livestream sicher, wer das Ding dieses Jahr holen würde: Ashley Kaltwasser ist nach drei titellosen Jahren wieder zurück auf dem Thron.

Doch aufgerufen wurde stattdessen: Die Brasilianerin Elisa Pecini, zwar bekannt als eine der Favoriten, doch als Siegerin hatte sie niemand wirklich auf dem Zettel. Die Kampfrichter waren überzeugt, und so bekam Brasilien seine erste Bikini Olympia-Siegerin. Versteht sich von selbst, dass Pecini überglücklich war und noch immer sein dürfte.

Wir hoffen, auch dir hat der diesjährige Mr. Olympia, die Bilder, Geschichten und auch unsere Berichterstattung gefallen. Eines ist sicher: Nächstes Jahr werden wir wieder dort sein, um vom größten Bodybuilding-Event der Welt zu berichten.

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