Was geht für Urs, Fabian, Mike und Alex?

Mr. Olympia 2022: Die Classic Physique-Prognose


Über 60 Athleten werden in diesem Jahr in der Classic Physique an den Start gehen. Ein unfassbares Feld, aus dem jedoch einige Athleten im Vorfeld herausstechen. Wir werfen einen Blick auf die aussichtsreichsten und spannendsten Athleten.

Chris Bumstead


Chris ist und bleibt die Benchmark in der Classic Physique. Nach zwei zweiten Plätzen in den Jahren 2017 und 2018 holte er sich 2019 den Titel und gab ihn seitdem nicht mehr ab.

Chris ist der wohl kompletteste Athlet dieser Klasse und zurecht dreimaliger Champion. Die Verbindung seiner strukturellen Basis, der extrem reifen und dichten Muskulatur, der maximal möglichen Muskelmasse und der Aura des Champions machen ihn auch in diesem Jahr zum absoluten Topfavoriten. Auch weil er selbst in schlechterer Form wie im Vorjahr klar und souverän gewann.


Wenn Chris etwas vom Sieg abhalten könnte, dann vermutlich seine Verletzugnsanfälligkeit. Zuletzt wurde bekannt, dass er sich wenige Wochen vor dem Mr. Olympia beim Beintraining verletzt hatte. Inwieweit ihn das einschränkt, wird sich auf der Bühne zeigen.

Weiterhin spannend ist die Frage, wie sich der kurzfristige Trainerwechsel wenige Wochen vor dem Mr. Olympia auswirken wird. Chris wurde von Beginn an von seinem Schwager Ian Valliere vorbereitet. Da dieser sich aktuell selbst in Vorbereitung auf den Mr. Olympia befindet, gab er sein Rolle als Vorbereiter auf und kein Geringerer als Hany Rambod, der unter anderem Phil Heath bei seinen Mr. Olympia-Titeln vorbereitete, übernahm. Sein Versprechen: Chris wird im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert auf die Bühne kommen. Wenn das eintritt, dürfte er auch in diesem Jahr kaum zu schlagen sein.


Terrence Ruffin


Terrence gelang es in den vergangenen zwei Jahren einen Hype um ihn zu kreieren und diesem dann auch gerecht zu werden. Terrence ist vielleicht der beste Poser im Starterfeld und verfügt über eine nahezu perfekte Linie mit einer extrem starken Taille, ausladenden Beinen und einem mächtigen Schultergürtelbereich.


Sein Sieg bei der diesjährigen Arnold Classic dürfte ein klares Zeichen dafür sein, dass er als der Topherausforderer von Chris nach Las Vegas reist. Ob er es schafft, Chris gefährlich zu werden oder ob die doch immer wieder mal sichtbar werdenden kleinen Formschwächen ihn letztlich sogar den zweiten Platz kosten werden, wird äußerst spannend werden.


Breon Ansley


2017 und 2018 siegte Breon in Las Vegas, dann entthronte ihn Chris und zuletzt musste er bei der Arnold Classic sogar nach Terrence auch Ramon Rocha Queiroz und Urs Kalecinski vorbeiziehen lassen. Es scheint, als würde der Zahn der Zeit etwas an Breon nagen, wenngleich er immer ein starkes Paket auf die Bühne bringt. Im Vergleich zur Konkurrenz waren zuletzt aber doch kleinere Formschwächen und eine geringfügige Dysbalance zwischen dem mächtigen Oberkörper mit starken Armen und den im Vergleich zur Konkurrenz etwas weniger ausladenden Beinen erkennbar.

Breon Anlsey beim Mr. Oylmpia 2020

Für Breon geht es darum, sich im Kreis der Top 5 zu behaupten.


Urs Kalecinski


Die vielleicht größte deutsche Hoffnung in dieser Klasse. Urs gelang im Vorjahr sensationell der Sprung auf Platz 4 bei seinem ersten Olympia. Im Frühjahr bestätigte er seinen Platz in der absoluten Spitzengruppe der Classic Physique mit einem dritten Platz auf der Arnold Classic.


Laut seinem Coach Stefan Kienzel hat sich Urs zum diesjährigen Mr. Olympia noch einmal deutlich verbessert. Es wird daher interessant sein, zu sehen, was für ein Paket Urs auf die Bühne bringen kann. Linie, Form und Präsentation sind bei Urs im Grunde immer on point, im Kampf um die Top 5 wird es für ihn vor allem darum gehen, mit der Fülle und Muskeldichte, insbesondere im Oberkörper, der anderen Topkandidaten mitzuhalten.

Für Urs spricht neben seiner Leistung auch der äußerst geschickte Umgang mit dem Medienrummel. Frühzeitig flog er nach Las Vegas, um dort unter anderem mit Jay Cutler und Dennis Wolf zu trainieren und damit den Hypetrain um ihn selbst noch einmal zu befeuern.


Ramon Rocha Queiroz


Der Fünftplatzierte des Vorjahres konnte bei der diesjährigen Arnold Classic Urs hinter sich lassen und zeigte sich zuletzt bei einem Formcheck noch einmal verbessert. Ramon besticht dabei durch volle runde Muskelbäuche und ein enormes Volumen.


Nach seinen jüngsten Platzierungen wird Ramon alles dafür geben, sich weiter zu steigern und vielleicht einen Platz in den Top 3 einzunehmen.


Alex Cambronero


Der Vorjahressechste war bereits mehrfach für die 212 beim Mr. Olympia qualifiziert und bestach zumeist durch eine herausragende Form und einer sehr starken Rückansicht.

Alex Cambronero beim Mr. Oylmpia 2020

Mit zunehmender Konkurrenz dürfte es für ihn jedoch immer schwieriger werden, sich in den ganz vorderen Plätzen zu halten.


Mike Sommerfeld


Mike galt lange als ewiges Talent, bis er vor zwei Jahren endlich begann, sein Potenzial auszuschöpfen. Seine Linie ist dramatisch, vielleicht die schönste im ganzen Teilnehmerfeld. Nicht umsonst konnte er im Vorjahr in Mexiko Urs schlagen und sicherte sich bei seinem ersten Olympia einen starken siebten Platz.


Bei Mike steht und fällt es mit der Form, die in der Vergangenheit nicht immer beständig war. Wie er selbst sagt, ist es aufgrund einer seltenen Lebererkrankung nicht einfach, die letzten Prozente auszureizen, was ihm jedoch zuletzt mit seinem langjährigen Coach Neil Hill immer besser gelang.

In Topform ist Mike ohne jeden Zweifel ein Kandidat für die Top 5.


Fabian Mayr


Der zweite Athlet von Stefan Kienzle im Feld der Classic Physique hat in den vergangenen Monaten deutliche Verbesserungen erzielen können und sich vor allem mental weiterentwickelt.


Die Kombination aus seiner ohnehin schon wunderschönen Struktur, der gewohnten Topform, etwas mehr Fülle und vor allem einer selbstsichereren Präsentation könnte Fabian in die Top 5 bringen, das Potenzial hierfür ist auf jeden Fall vorhanden.


Chen Kang


Chen tauchte beim Mr. Olympia 2019 quasi aus dem Nichts auf und schockte die Zuschauer mit einer unglaublichen Beinentwicklung und brutaler Form, was mit dem fünften Platz belohnt wurde. Danach wurde es still um den Chinesen, der sich jedoch in diesem Jahr erneut qualifiziert hat.

Chen Kang beim Mr. Oylmpia 2019

Letzte Formchecks versprechen eine brutale Form, mit der man ihn ganz sicher in den Kreis der Athleten setzen muss, die um die Top 10 kämpfen.

Logan Franklin


Logan kommt mit ordentlich Hype nach Las Vegas. Der Militärveteran und ehemaliger Men’s Physique Profi hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt, was unter anderem mit dem Sieg bei der prestigeträchtigen New York Pro im Jahr 2020 und einem dritten Platz bei der Arnold Classic 2021 belohnt wurde.


Allein aufgrund des medialen Hypes um ihn auf jeden Fall ein Kandidat für die Top 10.


Wesley Vissers


Der Niederländer wird wie Urs und Fabian von Stefan Kienzle betreut und besticht durch einen ganz eigenen Look.


Stefan verspricht für dieses Jahr eine deutlich sanduhrförmigere Form, stärkere Beine und eine Topform. Sollte das eintreten, ist er auf jeden Fall ein Kandidat für die Top 10.


Alexander Westermeier


Alexander reist dieses Jahr erstmals zum Mr. Olympia, nachdem er in Pittsburgh seinen ersten Sieg in der IFBB Pro League einfahren konnte. Der ehemalige Elite Pro-Athlet wurde viele Jahre lang von Roland Cziurlok betreut und wechselte dann zu keinem geringeren als Dennis Wolf, mit dessen Hilfe ihm nun der Sprung in die Spitzengruppe der Classic Physique gelingen will.

Alexander Westermeier bei der Pittsburgh Pro 2022

Alexander ist ein äußerst ausgewogener Athlet mit schöner Linie, vollen Muskeln und einer stets zuverlässigen Konditionierung. Auch wenn es in einem rund 60 Mann starken Feld für ihn als Newcomer nicht leicht werden dürfte, besitzt er das Potenzial für die Top 10.


In einem solch großen Feld wie dem diesjährigen, steckt immer auch das Potenzial für Überraschungen. Gut denkbar, dass der ein oder andere Athlet, den aktuell kaum jemand auf dem Schirm hat, plötzlich alle schockt. Dennoch ist davon auszugehen, dass die genannten Athleten, sollten sie ihre Form bringen, vorne mitmischen werden.

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