Big Ramy gegen den Rest der Welt

Mr. Olympia 2022: Die Men's Bodybuilding-Prognose

Kaum ein Experte, der bei seinen Predictions den amtierenden Champion Mamdouh Elssbiay, besser bekannt als Big Ramy, nicht auf dem ersten Platz sieht. Doch ist die Messe wirklich schon gelesen? Und wie werden sich die vielen vielversprechenden Newcomer wie Samson Dauda, Blessing Awodibu oder Chinedu Andrew Obiekea, genannt Andrew Jacked, platzieren?


Big Ramy


Seit seinen ersten Auftritten in der IFBB Pro League sorgte Big Ramy für Begeisterung. Seine schiere Masse ist einfach unglaublich beeindruckend. Lange Jahre verpasste Ramy jedoch zuverlässig seine Form und musste dadurch immer wieder Ergebnisse hinnehmen, die seinem Potenzial nicht ansatzweise gerecht wurden.

Das änderte sich im Jahr 2020, als Ramy sich entschloss, mit dem ehemaligen Trainer von Ronnie Coleman, Chad Nicholls, zusammenzuarbeiten. In Zusammenarbeit mit Ramys langjährigem Weggefährten Dennis James brachten Chad und Ramy endlich die Form auf die Bühne, auf die die Fans so lange gewartet hatten und wurden mit dem Titel des Mr. Olympia belohnt.

Big Ramy beim Mr. Oylmpia 2020

2021 verteidigte Ramy souverän seinen Titel und geht natürlich als Topfavorit ins Rennen. Seine Stärken sind dabei hinlänglich bekannt: Ramy ist der mit Abstand massivste Athlet im Feld. Seine Schulterbreite und Beinumfänge sind skurril, er ist in der Lage, nahezu jeden Konkurrenten mit seiner schieren Masse zu erdrücken. Dabei hat er für seine Ausmaße eine erstaunlich gute Linie erhalten.

Zuletzt gelang es ihm, zuverlässig seine Form zu bringen. Ein Ausrutscher in Sachen Konditionierung dürfte auch die einzige Chance sein, dass er nicht den dritten Sieg in Folge holt.


Brandon Curry


Der Champion von 2019 und Zweitplatzierte der vergangenen beiden Jahre gehört natürlich zu den Athleten, die man nennen muss, wenn man über die Kandidaten für die Top 5 und vielleicht sogar eine Ablösung Ramys als Champion sprechen will.

Ähnlich wie Ramy galt Brandon lange als ewiges Talent, das zu wenig aus seinen Möglichkeiten macht. Fast schon traditionell war er außer Form und schaffte es lange Jahre nicht, seine Beine auch nur ansatzweise auf das Niveau des (fast) perfekten Oberkörpers zu bringen.

Brandon Curry beim Mr. Oylmpia 2019

Wie es in diesem Jahr für Brandon ausgeht, wird maßgeblich davon abhängen, ob es ihm gelingt, die Form von 2019 zu wiederholen und im Idealfall noch Verbesserungen vorzunehmen. In Topform ist er ganz sicher ein Kandidat für die Top 3, kommt er auch nur leicht außer Form, läuft er Gefahr, aus den Top 3 zu fallen.


Hadi Choopan


Hadi nahm 2019 erstmals am Mr. Olympia teil und etablierte sich sofort in den Top 5. Seine Kombination aus Masse und Härte ist nur schwer zu schlagen, wenngleich er strukturell durchaus Schwächen hat.

Hadi Choopan beim Mr. Oylmpia 2019

Dennoch wird es aufgrund seiner freakigen Masse und der verrückten Konditionierung nicht leicht werden, ihn aus den Top 5 zu verdrängen.


Hunter Labrada


Der Sohn des legendären Lee Labrada legte in den vergangenen Jahren eine sensationelle Entwicklung hin und wurde letztlich mit dem vierten Platz im Vorjahr belohnt.

Hunter zeigt trotz seiner Masse eine ansprechende Linie und zeigte im Vorjahr eine tolle Form. Die letzten Updates lassen abermals sichtbare Verbesserungen erwarten, sodass es Hunter auf jeden Fall Chancen hat, seinen Platz in den Top 5 zu verteidigen, auch gegen ein deutlich stärkeres Feld als im Vorjahr.

Nick Walker


Im Vorjahr Sechster will Nick in diesem Jahr den Sprung in die ganz vorderen Plätze schaffen. Muskulär ist Nick absolut spektakulär, vor allem im Oberkörper, strukturell hat er jedoch durchaus Schwächen. Zuletzt zeigte er ein Formupdate, das zeigen sollte, dass er hier sichtbare Verbesserungen gemacht hat.


Sollte dies der Fall sein, ist Nick ohne jeden Zweifel ein Top 5-Kandidat, auch weil er mit einem enormen Hype nach Las Vegas reist.

William Bonac


Im Vorjahr nur Sechster, was eine, Athleten mit seinem Potenzial und seinen Erfolgen in der Vergangenheit sicherlich ein Dorn im Auge gewesen sein wird.

William Bonac beim Mr. Oylmpia 2019

William ist pound by pound vielleicht der beste Bodybuilder im Feld mit einer unglaublich plastischen und prallen Muskulatur und eigentlich auch stets einer sehr guten Form. Bei der Arnold Classic in diesem Jahr sahen ihn viele Experten vor dem letztlichen Sieger Brandon Curry. Kommt William in seiner gewohnten Form, dürfte er den vielen „jungen Wilden“ um Nick Walker, Hunter Labrada, Blessing Awodibu, Andrew Jacked und Samson Dauda ohne jeden Zweifel absolut konkurrenzfähig entgegentreten.

Samson Dauda


Samson ist der vielleicht kompletteste Athlet im gesamten Starterfeld. In den vergangenen Jahren hat er unglaubliche Verbesserungen gemacht und reist daher mit großen Ambitionen zu seinem ersten Mr. Olympia. Strukturell hat Samson keine Schwächen und auch muskulär hat er enorm zugelegt. Einzig und alleine die Konditionierung war bislang nie zu 100 Prozent auf den Punkt.



Derek Lunsford


Im Vorjahr holte Derek den langersehnten Sieg in der 212. Die darauf folgende Offseason verlief so erfolgreich, das für ihn ein erneuter Start in der 212 nicht mehr in Frage kam. Mit einem Special Invite wurde ihm daraufhin der Start in der Open ermöglicht.

Derek Lunsford beim Mr. Oylmpia 2020

Derek hat unglaubliche Arme, einen dramatischen X-Frame und schaffte es im Vorjahr erstmals, in absoluter Topform zu kommen. Gelingt es ihm, diese Form auch mit der hinzugewonnenen Masse zu bringen, kann auch er die Top 5 knacken.


Blessing Awodibu


Der „Boogieman“ hat sich in den letzten Jahren langsam, aber stetig verbessert und konnte sich dieses Jahr mit einem Sieg in New York erstmals für den Mr. Olympia qualifizieren. Blessing hat spektakuläre Muskelgruppen, brachte seit seinem Prodebut immer eine gute Form und ist ein Showman auf der Bühne.


Ob er seinen großen Worten im Vorfeld Taten wird folgen lassen können, wird spannend. Ein Kandidat für die Top 10 ist er in jedem Fall.

Andrew Jacked


Mit 38 Jahren steht Andrew erstmals auf der Mr. Olympia-Bühne. Andrew hat eine sehr ansprechende Linie und volle, pralle Muskeln und schaffte damit das Kunststück, bei seiner ersten Pro Show, der Texas Pro 2022, direkt einen Sieg zu holen.


Kann er diese Form bestätigen, so ist er ganz sicherlich ein Kandidat für die Top 10. Präsentiert er sich hingegen wie zuletzt bei seinem Sieg bei der Arnold Classic UK, wird ihn die doch sehr ausbaufähige Form klar aus diesen Rängen spülen.


Rafael Brandao


Der Brasilianer hat bislang nie an einem wirklich großen Wettkampf teilgenommen, wusste aber bei all seinen Auftritten voll und ganz zu überzeugen.



Rafael ist massetechnisch sicherlich den meisten Konkurrenten im Bereich der Top 10 unterlegen. Die Kombination aus Linie und Härte könnte jedoch reichen, um diesen Makel auszugleichen und für eine Überraschung zu sorgen.

Iain Valliere


Der Vorjahressiebte hat im vergangenen Jahr vollen Fokus auf eine bessere Platzierung beim Mr. Olympia 2022 gelegt und dafür sogar das Coaching seines Schwagers Chris Bumstead beendet.


Iain muss sich muskulär vor kaum einem Athleten verstecken, zeigte in der Vergangenheit jedoch stets Schwächen in der Präsentation, die ihn wiederholt Plätze kosteten. Wenn er hieran gearbeitet hat, ist ein Platz in den Top 10 durchaus möglich.


Wir erwarten auf jeden Fall eines der besten Teilnehmerfelder der vergangenen Jahre und freuen uns auf den Mr. Olympia 2022.

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