Muskelfasertypen: Wie sie sich unterscheiden

Quelle: Muskelfasern: Wie sie sich unterscheiden
Von: Shannon Clark

Dennis James Muskelfasertypen


Unser Körper setzt sich aus vielen verschiedenen Muskelgruppen zusammen und jeder Mensch hat eine einmalige Zusammensetzung des Muskelgewebes. Athleten unterschiedlicher Sportarten haben für gewöhnlich vorwiegend einen bestimmten Muskelfasertyp, der am besten zu der jeweiligen Sportart passt.

Die verschiedenen Typen

Die drei verschiedenen Muskelfasertypen sind:
  • Typ 1 Fasern

  • Typ 2a Fasern

  • Typ 2b Fasern
Jeder von ihnen hat seine Besonderheiten und eignet sich für spezielle Bewegungsarten. Eine andere Möglichkeit diese Fasertypen zu klassifizieren ist, sie nach ihren Eigenschaften bezüglich der Kontraktion und des Stoffwechsels einzuteilen. Dabei wird zwischen Slow- und Fast-Twitch Fasern unterschieden.

Typ 1 - Slow-Twitch Fasern

Der erste Fasertyp, den wir uns anschauen, ist die Typ 1 - Slow-Twitch Faser. Diese Fasern dienen der langsamen Kontraktion (daher Slow-Twitch) und können die Muskelkontraktion über einen langen Zeitraum aufrechterhalten. Aufgrund dieser Eigenschaft sind sie Ideal für jene Art von Wettkämpfen, bei denen es um Ausdauerleistung geht. Sie enthalten ebenfalls eine Vielzahl an Mitochondrien, welche den Sauerstoffwechsel (die Nutzung von Sauerstoff) unterstützen. Diese Fasertypen sind resistent gegen Ermüdung, können jedoch nur wenig Kraft mobilisieren.

Physikalisch betrachtet, haben die Fasern eine rote Erscheinung. Trotz ihrer eisenhaltigen Zytochrome haben sie einen geringen Durchmesser und viele Kapillaren in ihrer Struktur. Bei einem viel sitzenden Kind oder Erwachsenen bestehen fast 50% des Muskelgewebes aus Slow-Twitch Fasern. Ausdauerathleten wie z.B. Marathonläufer, Skilangläufer und Langstreckenradfahrer haben oftmals bis zu 90% Slow-Twitch Fasern. Auf der anderen Seite haben Athleten, die nur auf kurze Energieschübe angewiesen sind, gerade mal 25%.

Typ 2a - Fast-Twitch Fasern

Die nächste Kategorie der Muskelfasern ist die Fast-Twitch Faser, eingeteilt in Typ 2a und 2b. Fast-Twitch Fasern sind für ihre Fähigkeit bekannt, Aktionspotentiale sehr schnell zu übermitteln und eine hohe Umsatzrate der Querbrücken zu erzeugen. Diese sind für schnelle Muskelkontraktionen verantwortlich.

Diese Fasern besitzen zudem ein hohes Aktivitätsniveau der Myosin-ATPase und weisen eine hohe Kalziumausschüttungsrate und Aufnahme des sarkoplasmatischen Retikulums auf. Passend zu diesen Eigenschaften erzeugen sie einen kurzzeitigen, explosiven Kraftausbruch. Sie eignen sich am besten für stop-and-go Aktivitäten wie Basketball, Fußball und Hockey, und auch für Höchstleistungsaktivitäten wie Gewichtheben und viele Leichtathletikdisziplinen.

Die Fast-Twitch Fasern sind sehr auf das glykolytische Energiesystem angewiesen. Dieses System verwendet die Methode der anaeroben Glykolyse um ATP herzustellen. Fasern vom Typ 2a sitzen in der Mitte des Muskels und sind weniger resistent gegen Ermüdung. Sie setzen mehr Muskelkraft frei und kontrahieren mit höherer Geschwindigkeit als Slow-Twitch Fasern.

Typ 2b - Fast-Twitch Fasern

Dieser Fasertyp ermüdet am schnellsten von allen, kann aber im Gegenzug die meiste Kraft und Leistung erzeugen. Es ist der am schnellsten reagierende Muskelfasertyp. Typ 2b Fasern kommen bei Aktivitäten zum Einsatz, bei denen man alle Kraft auf einmal und in sehr kurzer Zeit benötigt. Ihre Gesamtkontraktionszeit beträgt normalerweise gerade mal 7,5 Millisekunden.

Was die allgemeine Muskelanstrengung betrifft, werden die Typ 2b Fasern erst ganz zum Schluss rekrutiert. Bei einer normalen Aktivität werden zuerst Slow-Twitch Fasern beansprucht, gefolgt von Typ 2a Fasern. Wenn diese nicht mehr ausreichen, werden schließlich Typ 2b Fasern rekrutiert, um maximale Kraft zu produzieren.

Wo liegen die Unterschiede?

Fasern vom Typ 2a sind rosafarben, haben einen mittleren Durchmesser sowie ein mittleres Kapillarniveau und Mitrochondien-Volumen. Typ 2b Fasern sind weiß, haben den größten Durchmesser und ein geringes Kapillarniveau und Mitochondrienvolumen. Die meisten Kraft- und stop-and-go Athleten besitzen einen höheren Prozentsatz an Fast-Twitch Fasern.

Der Hauptgrund, weshalb Fast-Twitch Fasern nicht ermüdungsresistent sind, ist der, dass sie auf die anaerobe Glykolyse angewiesen sind um ATP herzustellen. Während dieses Prozesses beginnt die Milchsäure zu akkumulieren und ein Zustand der Übersäuerung tritt ein. Dieser bewirkt die Muskelermüdung. Passend zu ihrem geringen Kapillarniveau brauchen sie im Gegensatz zu Slow-Twitch Fasern keinen Sauerstoff. Dies erklärt auch ihre Abhängigkeit vom anaeroben Stoffwechsel.

Jeder Muskelfasertyp weist also bestimmte Eigenschaften auf, welche für eine spezifische Sportart von Vorteil ist. Dies bedeutet allerdings nicht, dass ein Athlet mit einem Überschuss an Slow-Twitch Fasern beispielsweise keinen Kraftsport ausüben kann.

Mit angemessenem Training kann er viele Techniken der verschiedenen Sportarten erlernen und bei einer Vielzahl davon Erfolg haben.

Allerdings tendieren Athleten mit einem Überschuss eines bestimmten Fasertyps natürlicherweise zu der Art von Aktivität, welche besser zu ihrem Körper passt. Bei Wettkämpfen sieht man dann, dass Athleten mit überwiegend "passenden" Fasertypen die Tendenz aufweisen, leichter ihre Grenzen erweitern zu können und somit erfolgreicher sind.

Zusammenfassung

Für Freizeitsportler spielen Übung und Training eine weitaus größere Rolle als der Muskelfasertyp alleine.

Die drei Muskelfasertypen sind Slow-Twitch (Typ 1) und Fast-Twitch (Typ 2a und 2b).

Slow-Twitch Fasern kontrahieren nur langsam, sind resistent gegen Ermüdung, sind auf Sauerstoff angewiesen und werden hauptsächlich für Ausdauerleistungen gebraucht.

Die Fast-Twitch Fasern kontrahieren kurz und kraftvoll, ermüden jedoch sehr schnell. Sie eignen sich daher besser für Sportarten beziehungsweise Aktivitäten, bei denen Kraft benötigt wird, welche nicht lange aufrechterhalten werden muss, wie zum Beispiel beim Bankdrücken.

Nach oben