Vitamin D für mehr Kraft

Niedrige Vitamin D Spiegel senken die Testosteronspiegel

Ein Artikel von Musculardevelopment.com
Von Von Robbie Durand, M.A.

"Männer, die sicherstellen, dass ihr Körper ausreichend mit Vitamin D versorgt wird, tun hierdurch etwas Gutes für ihre Testosteronspiegel, ihre Libido und andere Dinge." —Ad Brand vom Sunlight Research Forum

Vitamin D stellt eine Gruppe fettlöslicher Prohormone dar, deren zwei Hauptformen Vitamin D2 (oder Ergocalciferol) und Vitamin D3 (oder Cholecalciferol) sind. Vitamin D kann mit Hilfe von Sonneneinstrahlung vom Körper selbst produziert werden oder über die Nahrung und in Form von Supplements zugeführt werden. Die menschliche Haut ist reich an Pro-Vitamin D, welches durch das Sonnenlicht aktiviert wird. Die Natur hat vorgesehen, dass Menschen ihr Vitamin D durch Sonneneinstrahlung erhalten.

Unsere Haut ist die primäre Vitamin D Quelle. 90-95 Prozent des Vitamin D Bedarfs wird bei den meisten Menschen durch die Sonneinstrahlung gedeckt. Zur Überraschung vieler Bodybuilder ist Vitamin D weder in signifikanten Mengen in der Nahrung enthalten, noch ist es für eine orale Zufuhr gedacht.

Es gibt einige wenige Nahrungsmittelquellen für Vitamin D. 250 ml Milch enthalten z.B. 100 IU, wobei diese Werte häufig schwanken(1). Andere Milchprodukte wie Käse und Joghurt neigen dazu, wenig oder überhaupt kein Vitamin D zu enthalten. Fischöle wie Lachsöl, Makrelenöl und Sardinenöl enthalten zwischen 200 und 350 IU Vitamin D pro 100 Gramm. Viele Frühstückszerealien enthalten 40 bis 100 IU pro Portion.

Trotz der Tatsache, dass Vitamin D in einigen Nahrungsmitteln enthalten ist, schaffen es die meisten Menschen nicht einmal, die minimal notwendige Zufuhr sicherzustellen. Menschen, die nicht viel Zeit in der Sonne verbringen und andere Menschen, die ein hohes Risiko für einen Vitamin D Mangel aufweisen, umfassen ältere Menschen, die im Vergleich zu jüngeren Menschen weniger Vitamin D durch Sonneneinstrahlung produzieren können, übergewichtige Menschen und Menschen mit einer dunklen Hautfarbe aufgrund des hohen Melaningehalts der Haut(2, 3). Eine orale Vitamin D Zufuhr ist notwendig geworden, da der Mensch aufgrund der Veränderung seines Lebensstils weniger und weniger der Sonne ausgesetzt ist.

Ein Vitamin D Mangel wird heutzutage in den Vereinigten Staaten von Amerika als epidemisch angesehen. Eine wachsende Menge wissenschaftlicher Untersuchungen deutet darauf hin, dass ein Vitamin D Mangel zu einem breiten Spektrum von Gesundheitsproblemen wie hohem Blutdruck, einer schlechten Insulinsensitivität, Entzündungen und anderen fundamentalen Prozessen, die Herzerkrankungen fördern, beiträgt. Eine andere Konsequenz für die Gesundheit, die besonders für Bodybuilder von Interesse sein dürfte, ist, dass niedrige Vitamin D Spiegel mit niedrigen Testosteronspiegeln in Verbindung gebracht werden.

Die Rolle von Vitamin D und Testosteron

Da Vitamin D an so vielen physiologischen Aktionen im Körper beteiligt ist, haben Wissenschaftler vor einigen Jahren untersucht, inwiefern Vitamin D Androgene beeinflusst. Sie konstruierten eine Maus mit deaktivierten Vitamin D Rezeptoren und diese Mäuse zeigten eine signifikante Insuffizienz der Gonaden, eine reduzierte Menge und Beweglichkeit der Spermien, sowie histologische Abnormalitäten der Hoden(4).

Um die aktive Rolle von Vitamin D bei der Androgenproduktion weiter zu demonstrieren, kann die Tatsache angeführt werden, dass es saisonale Unterschiede bezüglich der Testosteronspiegel zur Winterzeit gibt, wenn eine reduzierte Sonneneinstrahlung vorhanden ist und die Leute aufgrund der Winterkleidung zusätzlich weniger Hautfläche der Sonne aussetzen. Die Haut bekommt während der Sommerzeit demnach mehr Sonnenbestrahlung und produziert demnach mehr Vitamin D, als dies im Winter der Fall ist. Die Testosteronspiegel neigen dazu, im Winter in Verbindung mit niedrigeren Vitamin D Spiegeln niedriger auszufallen(5).

Auch die sportliche Leistungsfähigkeit erreicht im späten Sommer ihren Höhepunkt und nimmt im Lauf des Winters ab(6). Dies könnte zum Teil mit einer gesteigerten Trainingshäufigkeit im Sommer erklärt werden, doch auch die saisonale Variation der Testosteronspiegel aufgrund sinkender Vitamin D Spiegel ist eine weitere mögliche Erklärung für die abnehmende sportliche Leistungsfähigkeit im Winter. Es fehlt zwar an Daten zur Testosteronsynthese, doch eine Vitamin D Behandlung reguliert unterschiedliche, für die Produktion neuer Spermien verantwortliche Gene herauf(7). Wissenschaftler berichteten vor kurzem, dass Vitamin D wichtiger für die Testosteronproduktion sein könnte, als man bisher gedacht hat.

Niedrige Vitamin D Serumspiegel werden mit reduzierten Testosteronspiegeln in Verbindung gebracht

Im aktuellen Journal of Clinical Endocrinology wurde eine Studie veröffentlicht, die die Beziehungen zwischen Vitamin D, Testosteron und SHBG bei über 2.299 Männern untersuchte. Man sollte sich daran erinnern, das SHBG Testosteron im Blut bindet und die Interaktion mit dem Androgenrezeptor reduziert. Die Wissenschaftler untersuchten die Vitamin D und Testosteronspiegel im Verlauf des Jahres.

Sie fanden heraus, dass Männer mit ausreichend hohen Vitamin D Spiegeln im Vergleich zu Männern mit unzureichenden Vitamin D Spiegeln oder einem Vitamin D Mangel signifikant höhere Testosteronspiegel, einen höheren freien Androgenindex und signifikant niedrigere SHBG Spiegel aufwiesen(8). Die Spiegel von Vitamin D und Testosteron und der Index freier Androgen folgten einem ähnlichen saisonalen Schema mit einem Abfall im März und einem Spitzenwert im August.

Zusammengefasst wurden niedrige Vitamin D Spiegel bei Männern mit reduzierten Androgenspiegeln in Verbindung gebracht. Diese Aussage wird durch ähnliche saisonale Schwankungen der Vitamin D Spiegel und der Serum Androgenspiegel unterstützt. Bodybuilder sollten Vitamin D oral zuführen, da man herausgefunden hat, dass dies einen Einfluss auf die Testosteronspiegel besitzt und einige Studien nahelegen, dass hierdurch außerdem die Leistungsfähigkeit verbessert werden könnte.

Es wurde abgeschätzt, dass der Körper täglich 3.000-5.000 IU Vitamin D benötigt(9). Der wahrscheinlichste Grund hierfür ist, dass im Grunde genommen jede Zelle und jedes Körpergewebe einen Bedarf an Vitamin D aufweist. Vitamin D ist außerdem für die Aufrechterhaltung des Kalziumstoffwechsels und die Aufrechterhaltung einer lebenslangen guten skelettalen Gesundheit von entscheidender Bedeutung.

Referenzen:

  • 1. Holick MF, Shao Q, Liu WW, Chen TC. The vitamin D content of fortified milk and infant formula. N Engl J Med. 1992 Apr 30;326(18):1178-81.
  • 2. Zadshir A, Tareen N, Pan D, Norris K, Martins D. The prevalence of hypovitaminosis D among US adults: data from the NHANES III. Ethn Dis. 2005;15(4 Suppl 5):S5-101.
  • 3. Wortsman J, Matsuoka LY, Chen TC, Lu Z, Holick MF. Decreased bioavailability of vitamin D in obesity. Am J Clin Nutr. 2000 Sep;72(3):690-3.
  • 4. Kinuta K, Tanaka H, Moriwake T, et al. (2000) Vitamin D is an important factor in estrogen biosynthesis of both female and male gonads. Endocrinology, 141, 1317-1324.
  • 5. Andersson AM, Carlsen E, Petersen JH, et al. (2003) Variation in levels of serum inhibin B, testosterone, estradiol, luteinizing hormone, follicle-stimulating hormone, and sex hormone-binding globulin in monthly samples from healthy men during a 17- month period: possible effects of seasons. J Clin Endocrinol Metab, 88, 932-937.
  • 6. Cannell JJ, Hollis BW, Sorenson MB, et al. (2009) Athletic performance and vitamin D. Med Sci Sports Exerc, 41, 1102-1110.
  • 7. Hirai T, Tsujimura A, Ueda T, et al. (2009) Effect of 1,25-dihydroxyvitamin d on testicular morphology and gene expression in experimental cryptorchid mouse: testis specific cDNA microarray analysis and potential implication in male infertility. J Urol, 181, 1487-1492.
  • 8. Wehr E, Pilz S, Boehm BO, März W, Obermayer-Pietsch B. Association of vitamin D status with serum androgen levels in men. Clin Endocrinol(Oxf), 2009 Dec 29.
  • 9. Barger-Lux MJ, Heaney RP, Dowell S, Chen TC, Holick MF. Vitamin D and its major metabolites: serum levels after graded oral dosing in healthy men. Osteoporos Int, 1998;8:222-230.

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