Was macht Glutamin so besonders?

Nutzen von Glutamin: Immunsystem, Säure-Basen-Haushalt und Zellvolumen

L-Glutamin ist in der Welt von Fitness und Bodybuilding hinreichend für seine Vorteile bekannt: Als eine nicht-essenzielle, auch semi-essenzielle oder bedingt lebensnotwendige genannte und mit rund 60 % Bestandteil in der Muskulatur die am häufigsten vorkommende Aminosäure wird es vor allem gern zur Regeneration eingesetzt. Doch darüber hinaus besitzt Glutamin weitere, für die meisten Sportler jedoch bisher oftmals unbekannte Vorteile. Es geht nicht immer nur um Muskelerhalt.

Was macht Glutamin so besonders?

Es sind seine mehrfachen gesundheitlich fördernden Eigenschaften, die Glutamin über den Muskelaufbau beziehungsweise Muskelerhalt und der Verhinderung beziehungsweise Vorbeugung von Muskelkater und somit einer schnelleren Regeneration hinaus immer öfter in verschiedenen Bereichen zur Anwendung kommen lassen.

Foto: Matthias Busse

Für Menschen, die unter Stress leiden, reicht die körpereigene Glutamin-Produktion meist nicht aus. Dies kommt einerseits in Ausnahmesituationen und bei besonderen, außergewöhnlichen Belastungen wie beispielsweise im Zuge einer Operation vor, andererseits aber vor allem bei chronischen Erkrankungen. Die Zufuhr von Glutamin kann daher also ohnehin Geschwächten beim Training helfen oder auch bei beispielsweise durch Übertraining oder durch zu starke Belastungen erzeugte Verletzungen, die gegebenenfalls operativ behandelt werden müssen, unterstützend wirken.

Dies erfolgt unter anderem durch den Ausgleich des Säure-Basen-Haushaltes, der in einem Ungleichgewicht sozusagen der Ursprung nahezu jeder Erkrankung ist. Es wirkt dabei zudem gegen Infektionen, das Risiko solcher wird gemindert. Diese beiden Vorteile machen es auch in einer Vorbereitungsphase, kurz vor einem Wettkampf, interessant.

Auch im fortgeschrittenen Alter reduziert sich die eigene Produktion von Glutamin in der Regel, wodurch also auch Sportler im fortgeschrittenen Alter davon profitieren können.

Obwohl Glutamin zum größten Teil in den Muskelzellen vorkommt und dort seine hauptsächliche Anwendung findet, benötigen auch die Zellen des Immunsystems diese Aminosäure. Es wirkt dabei regulierend in Hinblick auf das Zellvolumen.
Das verbesserte Zellvolumen ist letztlich auch dafür verantwortlich, dass die Muskulatur praller und voller wirkt, wofür Glutamin in der Bodybuildingszene bereits geschätzt wird.
Demzufolge kann es auch zu einer, wenn auch eher geringen, Gewichtszunahme führen, was beispielsweise bei einer Unterernährung bedeutend sein kann.

Die durch eine zur Ernährung zusätzliche Glutaminzufuhr gleichermaßen erhöhte Gabe von Proteinen bringt diesen Effekt ohnehin mit sich. So liefert Glutamin beispielsweise auch Energie für die Zellen des Verdauungstraktes und ist somit der Nährboden des Darmes beziehungsweise der Darmschleimhaut. Diese nimmt die zugeführten Stoffe auf und verwertet diese, weshalb ein reibungsloses Funktionieren von großer Bedeutung ist.

Gerade, weil der größte Teil des Immunsystems im Darm vorzufinden ist, ist eine ausreichende Versorgung mit Glutamin wichtig. Darüber hinaus ist Glutamin Bestandteil des entgiftenden Proteins Glutathion. Dieses fängt freie Radikale und macht reaktive Stoffe entsprechend unschädlich. Glutamin ist demnach zum Beispiel nachweislich in der Lage, das durch sportliche Betätigung entstehende Ammoniak vermehrt abzubauen.

Es dient auch der Stickstoffversorgung zu verschiedenen Stoffwechselprozessen im menschlichen Körper, was beispielsweise in einer Diätphase von zusätzlicher Bedeutung sein kann. So wird die geregelte Verwertung von Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten gewährleistet.

Weitere gesundheitlich Vorteile, die durch Glutamin unterstützt werden können: Es soll den Blutzuckerspiegel regulieren, was Heißhungerattacken verhindert und es somit ebenfalls für eine Diät prädestiniert macht. Durch eine verbesserte Blutdruckregulation kommt es letztendlich auch dem Herzen zugute.
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Fazit: Glutamin bietet diverse Vorteile

Glutamin ist weitaus flexibler einsetzbar als nur zum Muskelaufbau und dem Erhalt dieser. Mit einer angemessenen Nahrungsergänzung kann man mittels dieser Aminosäure sozusagen "zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen", indem es dem Körper vielfältig zugutekommt.

Da die Zufuhr über die Ernährung, beispielsweise über Quark oder andere Milchprodukte, Soja, Erbsen, Mais, Weizen oder Fleisch vor die Nutzung der vielen Vorteile unter Umständen nicht ausreichend ist, bietet eine Supplementierung von Glutamin gerade für gesundheitlich vorbelastete sowie ältere Sportler also eine sinnvolle Einnahmequelle – sowohl für Erfolge hinsichtlich der Muskeln, als auch in Bezug auf die generelle Gesundheit.

Eine erhöhte Einnahme ist aufgrund der verhältnismäßig schlechten Resorption des Körpers, der nach Studien nur etwa die Hälfte oder teilweise noch deutlich weniger des zugeführten Glutamins in den Zellen aufnimmt, beziehungsweise der Verwendung für Stoffwechselprozesse zudem angebracht.

Ein Vorteil ist dabei die schnelle Aufnahme des Glutamins, das beispielsweise nach einem intensiven Training rasch die Glykogenspeicher wieder auffüllen kann.

Bezüglich der richtigen Dosierung besteht wohl ein Konsens bezüglich der allmählichen Steigerung, die Höhe ist jedoch umstritten und individuell. Je nach körperlicher Belastung und gesundheitlicher Situation liegt diese in der Regel zwischen zehn und 30 Gramm täglich. Teilweise ist auch von höheren Dosen zu lesen, wobei die individuelle Verträglichkeit letztlich getestet und berücksichtigt werden muss. Die Einnahme erfolgt dann bestenfalls entweder am Morgen nach dem Aufstehen oder nach einem körperlich belastenden Training.
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Philipp Rauscher verfasste bereits 2009 erstmals hier einen ausführlichen Artikel.

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