Carnivore Diet: eine Ernährung nur mit Fleisch

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H_D
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Re: Carnivore Diet: eine Ernährung nur mit Fleisch

Beitragvon H_D » 15 Dez 2021 17:43

"Fact: In applied sciences such as exercise and nutrition, research and practice go hand in hand - you can't optimize one without the other. Researchers who dismiss practical experience and practitioners who dismiss scientific evidence only serve to set back efforts to deliver the best possible results and ultimately do an injustice to the field."
Brad Schoenfeld



 


Hellheim
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Re: Carnivore Diet: eine Ernährung nur mit Fleisch

Beitragvon Hellheim » 17 Dez 2021 09:49

100g Pflanze sind wieviel, eine halbe Zwiebel?

Steinmarder88
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Re: Carnivore Diet: eine Ernährung nur mit Fleisch

Beitragvon Steinmarder88 » 19 Jan 2022 15:13

Eine ähnliche Ernährungsform habe ich als Reset auch mal für 2 Monate gemacht, allerdings war mein Fischanteil sehr hoch.
Wie Bubba_Gump erwähnt, war auch meine Verdauung nach ca. einer Woche deutlich besser als mit meiner normalen Ernährung, die jetzt auch nicht sonderlich ungesund ist. Habe mich ebenfalls vital und energiegeladen gefühlt, jetzt nicht so viel mehr als normalerweise, aber ohne Blähbauch fühlt man sich ganz einfach besser.
Mitgenommen habe ich daraus, dass ich heute meinen Gemüseanteil niedriger halte, denn genau das soviel beschworene Gemüse macht mir einen Blähbauch, besonders in Rohform und tendenziell Nachtschattengewächse.

Und hier die vielen negativen Seiten:

Die Ernährung ist extrem ballaststoffarm und macht daher langfristig Verdauungsprobleme oder sogar Darmerkrankungen wahrscheinlich.
Die Carnivore Diet ist praktisch eine No-Carb-Diät und daher für Sportler fast aller Sportarten - insbesondere Kraft- und Ausdauersport - ungeeignet.
Hoher Fleischkonsum ist immer auch mit hoher Purinaufnahme verbunden und kann sich ungünstig auf die Harnsäurewerte auswirken.
Die Carnivore Diet ist eintönig und schränkt die Flexibilität im Alltag stark ein.
Die Ökobilanz dieser Ernährungsform ist selbstredend unterirdisch.
Wer zur Schadensbegrenzung Bio kauft, stürzt sich in finanzielle Abgründe.
Und selbst dann sterben sehr viele Tiere für deine „Ernährungsphilosophie“ - es bleibt ein ethisches Desaster.


Nach der Erfahrung mit einer Ernährung mit ausschließlich tierischem Inhalten und dadurch ballaststoffarm führt eben (zumindest bei mir) nicht zu einer schlechteren, sondern einer besseren Verdauung. Ist erstmal die erste Woche überstanden geht es aufwärts damit.
No-Carb scheint mir auf meine Kraftleistung keinen großartigen Einfluss gehabt zu haben. Bei Ausdauer schien es mir sogar im Gegenteil positiv.
Hohe Purinwerte sind per se nicht schlecht, zudem wird die Purinausscheidung schlechter wenn der Fruktoseanteil in der Ernährung höher ist.
Ja die Ernährung ist relativ eintönig und weniger alltagstauglich.
Die Ökobilanz muss je nach Herkunft nicht unterirdisch sein, zumal Tiere in Weidehaltung sogar positiv für die Ökobianz ist, da Weiden die genutzt werden CO2 speichern.
Auch in Bio-Qualität ist die Ernährung bezahlbar, wenn man beim Bauern direkt z.B. ein viertel oder halbes Rind kauft zahlt man hier in der Gegend ca. 10-11€/kg für Biolandware.
Ethik ist ansichtssache, für mich gehört es dazu, dass Tiere "für mich" sterben. Diese neumodische Erscheinung man darf kein Tier töten halte ich für weltfremd.

Was nachteilig war ist ganz einfach, dass die Ernährung nicht wirklich alltagstauglich ist, ich auch irgendwann einfach so Lust auf Gemüse hatte und ich viel zu gerne vielseitig esse, als mich nur auf eine Sache zu beschränken.
Im übrigen wäre eine "naturnahe" Ernährung ohne Science-Fiction-Umgebung in Mittel- und Nordeuropa relativ nahe der Carnivoren Diät, was ja saisonale Umsetzbarkeit nahelegt. Warum nicht im Januar Carnivore einlegen? Im Sommer macht ja auch High Carb Sinn, denn dann sind all die leckeren Beeren reif, ebenso beginnt die Kartoffelsaison, die Getreideernte. Also für jemand der sich regional-saisonal ernähren will macht das ja schon Sinn.
Ob es eine leistungssteigernde Wirkung hat wag ich zu bezweifeln, und darum geht es hier sicher den meisten beim Thema Ernährung.

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