Die heutige Polizei

Nachrichten aus aller Welt.Diskutiert hier über politische, wirtschaftliche oder auch kuriose Themen.

Moderator: Team Offtopic

FitCop
 

Die heutige Polizei

Beitragvon FitCop » 04 Nov 2017 16:32

Grüßt euch,

da in den vergangenen Tagen mehr oder weniger unschönes über die Polizei und ihren Nachwuchs berichtet wird, wollte ich die Gunst der Stunde mal nutzen und euch fragen, wie ihr das ganze seht und ggfs. was ihr für eine Meinung über die "Polizei von Morgen" habt.

Hier für die, die es nicht mitbekommen haben, ein kleiner Artikel:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article170317122/Jetzt-sprechen-Berliner-Polizeischueler-ueber-die-Skandal-Akademie.html

Warum interessiert mich das ?

Nun ja, ich bin ebenfalls seit knapp anderthalb Jahren bei der Polizei (.. allerdings nicht in Berlin :-) ..)
Aktuell studiere ich an der Hochschule, bin also fernab von der Straße, aber natürlich direkt an der Quelle was den Nachwuchs betrifft ..

Schreibt auch bitte bei den Antworten in welchem Bundesland ihr wohnt, damit man es besser zuordnen kann.

Vielleicht entsteht ja auch die ein oder andere nette Diskussion #04#

affe_93
TA Stamm Member
 
Beiträge: 486
Registriert: 28 Jan 2014 18:18
Geschlecht (m/w): m
Körpergewicht (kg): 80
Körpergröße (cm): 181
Körperfettanteil (%): 8
Trainingsbeginn (Jahr): 2010
Bankdrücken (kg): 120
Kniebeugen (kg): 185
Kreuzheben (kg): 210
Wettkampferfahrung: Nein
Steroiderfahrung: Nein
Trainingsort: Zu Hause
Trainingslog: Nein
Ernährungsplan: Ja
Kampfsport: Nein

Re: Die heutige Polizei

Beitragvon affe_93 » 04 Nov 2017 16:39

Bin nicht aus DE, aber ich denke ihr werdet eine schwere Zeit vor euch haben, mein Beileid.

Benutzeravatar
Anis
TA Legende
 
Beiträge: 42385
Registriert: 16 Jul 2010 15:45
Wohnort: Ostainseln
Wettkampferfahrung: Ja
Lieblingsübung: Mores lehren
Ich bin: Hauptgewinn

Re: Die heutige Polizei

Beitragvon Anis » 04 Nov 2017 16:56

Polizei.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Mathias93
TA Elite Member
 
Beiträge: 4067
Registriert: 19 Aug 2008 12:53

Re: Die heutige Polizei

Beitragvon Mathias93 » 04 Nov 2017 17:28

Die Polizisten sind die Bauernopfer der Politik, ganz einfach.

Viele Polizisten fühlen sich im Stich gelassen vom sogenannten Rechtsstaat und müssen oft noch als Sündenböcke herhalten, falls mal wieder was passiert - das fängt bspw im Bereich Drogenkriminalität an und hört beim Diebstahl auf.

Ebenso ist die Polizeit unterbesetzt (genauso die Justiz) und nicht gut ausgerüstet, weil angeblich nie Geld dafür da war. Umso kurioser, dass bspw für "Flüchtlinge" plötzlich sehr viel Geld mit vollen Händen ausgegeben werden konnte. Man lässt also lieber seinen eigenen Staat verwahrlosen.

Die Ausbildung scheint ebenfalls stark nachzulassen, um jegliche Bewerber durchdrücken zu können.

Mal als Beispiel, Diebstahlszene in Essen: https://www.waz.de/staedte/essen/essens ... 84717.html

„Über 90 Prozent der Täter stammen inzwischen aus den Maghreb-Staaten“, sagt Polizeihauptkommissar Volker Stall, Sprecher der für Essen zuständigen Bundespolizei-Inspektion Dortmund. Viele seien als Flüchtlinge aus Marokko, Algerien oder Tunesien in Deutschland gemeldet, „wir haben hier Intensivtäter, die beispielsweise in einer Flüchtlingsunterkunft in Eisenhüttenstadt ihren Wohnsitz haben, aber deren Straftaten sich durch ganz Deutschland ziehen.“ Diese Täter möglicherweise über ein Schnellverfahren wenigstens mal für eine kurze Zeit aus dem Verkehr zu ziehen, sei nur schwer möglich: „Ein Diebstahl gilt meist als Bagatelldelikt.“ Die Folge: Bei den Tätern setzt sich ein verqueres Rechtsverständnis fest, weil Straftaten kaum oder erst spät sanktioniert werden.


Fazit: Selbst wenn sie mal dingfest gemacht werden, am nächsten Tag gehen sie wieder klauen. Da würde ich mir als Polizist auch behämmert vorkommen, wenn es letztlich eh keine Konsequenzen hat.

Beispiel Drogenkriminalität: http://www.bz-berlin.de/berlin/friedric ... r-park-auf
Fazit: Straftaten werden hier schon gar nicht mehr verfolgt. Komplettes Versagen des Rechtsstaats.

Wie man das alles besser machen könnte?

- keine "Ausbildung-Light" und Bewerber bitte vorher prüfen, es sollen keine polizeibekannten Kriminellen die Polizei unterwandern können

- strengere Gesetze (keine Wischi-Waschi-Gesetze, konsequent durchgreifen. Strafen sollten abschreckend wirken und auch umgesetzt werden, nicht so wie derzeit, dass man sich teilweise darüber lustig gemacht weil letztlich kaum bis nichts passiert)

- Mehr Personal, sowohl bei der Polizei als auch der Justiz

- Bessere Ausrüstung (alle mit Helmkameras etc.)

- Polizisten wieder als "Autoritätspersonen" etablieren. Respekt ist das A und 0.

cdskk
Mod Team Offtopic
 
Beiträge: 5896
Registriert: 28 Jun 2013 12:31

Re: Die heutige Polizei

Beitragvon cdskk » 04 Nov 2017 17:33

Die Polizei ist halt auch nur ein Querschnitt der Bevölkerung. Da gibt es charakterlich einwandfreie Menschen und genauso Idioten. Da gibts die Idealisten und für manche ist es nur ein Job. Und manche fühlen sich zu dem Job hingezogen, damit sie auch mal was zu melden haben (Quotenblondienen). Was ich für einen Fehler halte ist, dass teilweise nur noch in den gehobenen Dienst eingestellt wird. Es sollte in gleichen Teilen auch Realschüler eingestellt werden. Frauen sollten dasselbe leisten müssen wie Männer.. Und jeder Polizist sollte eine Bodycam tragen müssen!

Benutzeravatar
Shivus
Mod Team Offtopic
 
Beiträge: 17231
Registriert: 07 Feb 2012 18:31

Re: Die heutige Polizei

Beitragvon Shivus » 04 Nov 2017 18:35

mattkon hat am 04 Nov 2017 17:28 geschrieben:Die Polizisten sind die Bauernopfer der Politik, ganz einfach.


Tja - das ist es. Ich kann es nicht oft genug sagen. Und auch wenn es vielleicht nach Stammtisch klingt, so ist es leider wahr: die Politik hat in Sachen Sicherheitspolitik jahrelang versagt und bekommt jetzt die Quittung dafür.
Das Kind ist mMn übrigens schon in den Brunnen gefallen.


Ein User schrieb hier vor ein paar Tagen (auf ein anderes Thema bezogen), dass wir „die Politik bekommen, die wir verdienen“ - und das trifft auch hier zu.
Die Politik hat jahrelang versagt - und warum? Weil es niemanden interessierte.
Weder die Gesellschaft, noch die Medien.
Erst jetzt ändert sich das langsam. Wie ich das meine?
-> die Polizei war jahrelang „der Kontrolleur“. Man fühlte sich unwohl. Beobachtet. „Was wollen die von mir? Mache ich was falsch?“
Ein Beispiel: bis vor kurzem (um genau zu sein: bis vor der Terrorwelle in Europa) galt für die Polizei auf (Groß-)Veranstaltungen eigentlich nur eins: da sein, aber nicht gesehen werden. Und wenn man gesehen wird, dann bloß NICHT zu martialisch. Das könnte beunruhigen. Oder stören. Sieht doof aus. Freund und Helfer. Am besten eher unsichtbar irgendwo abstellen und bloß nicht auffallen.

Naja - wie sieht’s nun aus? Am besten so viel Polizei es geht. Überall. Schwer bewaffnet.
Abgesehen davon, dass es Sicherheitsbedingt wohl notwendig ist, wird es auch eingefordert. Ich glaube die Polizei hat noch nie so oft ein „Danke, dass ihr hier seid und auf uns aufpasst“ gehört wie in den letzten zwei Jahren.
Die Bevölkerung hat einfach gemerkt, dass die Polizei nicht nur der „böse“ ist, der abends an der Tür klingelt wenn es zu laut ist oder dich anhält, wenn du besoffen ohne Licht fährst - nein, die Polizei ist da, wenn die Kacke am dampfen ist und beschützt die Bürger.

Das Sicherheitsbedürfnis hat sich einfach geändert.

Der Vorwurf ist also ganz klar der Politik zu machen, aber eben auch der Gesellschaft. Selbst schuld, könnte man meinen.


Oben schrieb ich, dass das Kind mMn bereits in den Brunnen gefallen ist. Und dabei bleibe ich.
Die Polizei läuft absolut auf Zahnfleisch. So viele Überstunden wie noch nie. Und in den nächsten Jahren gibt es eine riesige Pensionswelle.
Die Abgänge sind so groß, dass durch diese ganzen „Masseneinstellungen“, die momentan gefahren werden („Polizei stellt 3000 Bewerber mehr ein!“, die Abgänge gerade so ausgeglichen werden. Das heißt: die Polizei wird im Endeffekt nicht größer!
Was wird aber größer? Die Einsatzlage. Ihr glaubt nicht was zB vom Land nun für die Absicherung der Weihnachtsmärkte landesweit gefordert wird. Ist einfach nicht mehr möglich.

Zu dem o.g. Problem kommt dann ganz einfach, dass die Qualität der Bewerber immer mehr nachlässt.
Auch hier ist die Kritik an die Politik zu richten, denn:
1. wurde der Beruf immer unattraktiver gemacht. Seien es Kürzungen (Weihnachtsgeld, freie Heilfürsorge, nahezu 0 Aufstiegsmöglichkeiten,... (auch wenn das alles von BL zu BL unterschiedlich ist)) oder halt eine deutliche Nachricht nach draußen: wir unterstützen die Polizei nicht (keine Inhaftierungen usw.)
2. als dann gemerkt wurde, dass geeignete Bewerber ausbleiben, gleichzeitig der Bedarf aber drastisch steigt, wurde nicht etwa der Beruf attraktiver gemacht, sondern einfach die Anforderungen runtergeschraubt.
Einen „Sporttest“, der den Namen nichtmal verdient hat, einen leichteren schriftlichen Test und laschere Aufnahmekriterien (siehe Mindestgröße, die entweder gesenkt, abgeschaffen oder nicht mehr beachtet wird).


Wer wundert sich also, dass die Qualität der neuen Anwärter sinkt?

Das ist übrigens keinesfalls ein Problem Berlins. Darüber klagen nahezu alle Länder.

Viele Polizisten fühlen sich im Stich gelassen vom sogenannten Rechtsstaat und müssen oft noch als Sündenböcke herhalten, falls mal wieder was passiert - das fängt bspw im Bereich Drogenkriminalität an und hört beim Diebstahl auf.

Du glaubst nicht wie viele alte Polizisten im Ermittlungsdienst eine Nullbock Einstellung angenommen haben. „Noch drei Jahre, dann endlich Pension“. „Bringt doch eh nichts“.

Googelt mal wie viel % aller Ermittlungsverfahren von der (unterbesetzten) Staatsanwaltschaft einfach eingestellt werden. Die meisten Polizisten arbeiten für den Müll. Und das schlimmste daran: das Gegenüber weiß das auch.




Beispiel Drogenkriminalität: http://www.bz-berlin.de/berlin/friedric ... r-park-auf
Fazit: Straftaten werden hier schon gar nicht mehr verfolgt. Komplettes Versagen des Rechtsstaats.
ich schrieb es schonmal. Der Staat knickt mehr und mehr vor der Kriminalität ein und schließt die Augen. Das wird sich noch ganz gefährlich entwickeln. Kein Stammtischgerede, ist einfach so.


- keine "Ausbildung-Light" und Bewerber bitte vorher prüfen, es sollen keine polizeibekannten Kriminellen die Polizei unterwandern können

- strengere Gesetze (keine Wischi-Waschi-Gesetze, konsequent durchgreifen. Strafen sollten abschreckend wirken und auch umgesetzt werden, nicht so wie derzeit, dass man sich teilweise darüber lustig gemacht weil letztlich kaum bis nichts passiert)

- Mehr Personal, sowohl bei der Polizei als auch der Justiz

- Bessere Ausrüstung (alle mit Helmkameras etc.)

- Polizisten wieder als "Autoritätspersonen" etablieren. Respekt ist das A und 0.


*upsmilie*

Hier übrigens mein Beitrag im „aktuellen“ Thread zu dem Thema.
Shivus hat am 01 Nov 2017 10:18 geschrieben:Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass es sich um eine Fälschung handelt. Wenn das Thema so publik wird und sich Führung und Gewerkschaften so entsetzt und zurückhaltend verhalten, dann wird das schon ein dickes Ding sein.
Wäre ja auch nicht der erste Skandel, der über Berliner-Polizeischüler herumgeht.


Man könnte sich übrigens mal fragen warum das so ist.

Berlin ist das mit Abstand das schlechtesten bezahlende Bundesland in Deutschland (laut Bundesverfassungsgericht war das Gehalt von 2008-2015 übrigens "in verfassungswidriger Weise zu niedrig bemessen,").
Viele Polizisten haben mittlerweile einen Nebenjob. Jeden Tag werden 17 (!!!) Polizisten in Berlin angegriffen*. Jeder Bereitschaftspolizist macht pro Kopf (im Schnitt) 150 Überstunden. Berliner Kollegen fahren mind. zu dritt, am liebsten zu viert Streife. In manche Stadtteile/Gegenden wird nicht mehr gefahren - zu gefährlich und zu wenig Beamte. Oftmals dazu auch ein Verbot von oben. Entweder sowas wie im Görlitzer Park oder aus Angst vor Eskalation. Wow.
Die Berliner Polizei hat mit die schlechteste Ausrüstung aller Bundesländer.
2008 wurde in Berlin der digital Funk eingeführt und bis heute geht er nicht zu 100% - glaub auch hier sind sie die einzigen in DE.
11 von 74 Schießständen in Berlin funktionieren - das macht einmal Schießen pro Jahr pro Beamter.


Weitere lustige Sachen:


Die Hauptstadt-Polizisten müssen sich mit einer Ausrüstung begnügen, die in anderen Bundesländern auf den Müll geschmissen wird. Im vergangenen Jahr spendierte der damalige Innensenator seinen Polizeibeamten 1.139 Pistolen. Diese Waffen waren von der Polizei Schleswig-Holstein, wie in vielen anderen Bundesländern, ausgemustert worden. In Brandenburg werden sie noch dieses Jahr verschrottet. Den Berliner Senator störte das nicht. Er erstand die veralteten Pistolen für den symbolischen Preis von einem Euro pro Waffe – ein Schnäppchen.
*

Im Abschnitt 36 im Berliner Wedding gibt es Polizisten, die eine Dienstpistole aus dem Jahr 1982 tragen. Der neueste technische Stand ist das nicht, es gibt kaum noch Ersatzteile, und die Pistole hat nur 8 statt 15 Schuss, was bei einer Terrorlage entscheidend sein kann. Auch die Schutzwesten sind veraltet. Die junge Beamtin Alina Cibusch hat sich für 80 Euro eine private Weste gekauft, weil ihre Dienstweste zu groß war für eine zierliche Person wie sie. Manche Beamte sagen spöttisch, man gehe bei Polizisten wohl automatisch davon aus, dass sie sich irgendwie durchschlagen.


Seit 30 Jahren fließt kaum noch Geld in die Instandhaltung der Berliner Polizeiwachen. In vielen Gebäuden funktionieren die Heizungen nicht mehr richtig, Fenster sind undicht. Ein besonders marodes Dienstgebäude steht in Berlin-Hohenschönhausen. Dort wurde eine Polizistin von einem herabfallenden Mauerteil verletzt.


Angesichts dieser Zustände muss sich niemand darüber wundern, dass sich Polizisten zunehmend von ihren Behördenleitern abwenden. Bei einer Studie der Freien Universität, die Beamte eines Berliner Polizeiabschnitts befragte, gaben 74 Prozent von ihnen an, dass sie sich nicht mehr auf die Rückendeckung der Vorgesetzten verlassen könnten. Die Wertschätzung sei verloren gegangen.


Derzeit müssen sich vor dem Berliner Landgericht montags und mittwochs verschiedene Mitglieder arabischer Familienclans wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Dienstags und donnerstags stehen elf Rocker wegen gemeinschaftlichen Mordes in einem Wettbüro vor Gericht. Beides sind aufwendige Großverfahren, mit denen die Justiz – neben den vielen kleinen Prozessen – ausgelastet ist. "Wenn Anis Amri überlebt hätte und hier angeklagt worden wäre, dann wäre die Behörde geplatzt", sagt die Staatsanwältin. "Diesen Prozess hätten wir nicht auch noch stemmen können. Wir haben zu wenige Justizbeamte, zu wenige Leute für den Zeugenschutz, noch nicht einmal einen geeigneten Saal. Stattdessen haben wir jetzt einen Justizsenator, dessen erste Amtshandlung Unisex-Toiletten in öffentlichen Gebäuden sind. Das ist grotesk. Wie soll man sich da von der Politik ernst genommen fühlen?"

Man ist damit bei jenen Leuten angekommen, die Polizei und Justiz gleichermaßen benennen, wenn es darum geht, die Schuldigen der Misere zu finden: die Politiker. Der Berliner Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Bodo Pfalzgraf, drückt es so aus: Es fehlten Politiker, die "den Arsch in der Hose haben, auch mal eine unpopuläre Entscheidung zu treffen und die dann auch durchzuziehen".


wie wichtig der derzeitigen rot-rot-grünen Regierung das Thema innere Sicherheit ist. Man kann dazu den Koalitionsvertrag heranziehen, in dem die Pläne der Regierung festgeschrieben sind, auf 177 Seiten. Die innere Sicherheit taucht darin auf, allerdings erst ziemlich weit hinten, noch hinter dem Thema "Die Koalition wird den Tanz in Berlin stärken".


Dass die Linkspartei der Polizei und der Justiz nicht sonderlich nahesteht, verblüfft niemanden. Auch nicht, dass den Grünen zum Thema zuerst der Kampf gegen Racial Profiling einfällt, die Auswahl verdächtiger Personen nach ihrer ethnischen Zugehörigkeit






So, wurde doch etwas länger. Die Sachen hab ich übrigens in 5 Minuten zusammengeschrieben. Es gibt (öffentliche) Polizeiforen, in denen es Themen mit hunderten von Seiten NUR über die Probleme in Berlin gibt. Was da alles drin steht ist zum weinen.
Worauf ich hinaus möchte: NIEMAND darf sich wundern, dass bei den o.g. Sachen GUTE Bewerber ausbleiben. Wer (überhaupt noch) zur Polizei möchte, der geht in andere Bundesländer oder zur Bundespolizei.
Da die Politik aber Druck macht und die Zahlen stimmen müssen, wird eben genommen, was da ist - und das sind Menschen, die den Test früher niemals geschafft haben. Nicht umsonst wurde vor einigen Jahren in Berlin das Diktat abgeschafft. War einfach zu schwer.











http://www.bz-berlin.de/berlin/jeden-ta ... ngegriffen
http://www.zeit.de/2017/06/berliner-pol ... ng/seite-3
PrinzPump hat geschrieben:schöne Beine
hatte ich dir garnicht zugetraut

cdskk
Mod Team Offtopic
 
Beiträge: 5896
Registriert: 28 Jun 2013 12:31

Re: Die heutige Polizei

Beitragvon cdskk » 04 Nov 2017 19:51

Zum Thema Null Bock: Das fängt schon bei manchen nach wenigen Dienstjahren an. Wenn dir eine Streifenbeamtin in der Freizeit erzähl: "Wenn Schlägerei, Einbruch oder Überfall per Funk kommt haben wir es nicht so eilig. Besser ankommen, wenn alles vorbei ist. Dann passiert einem selbst nichts bzw. muss man keine Maßnahmen treffen, die hinterher ein Nachspiel für dich haben." Und mit der Einstellung ist die sicher kein Einzelfall..

Benutzeravatar
Shivus
Mod Team Offtopic
 
Beiträge: 17231
Registriert: 07 Feb 2012 18:31

Re: Die heutige Polizei

Beitragvon Shivus » 04 Nov 2017 20:16

Hm, weiß ich nicht - will aber nicht abstreiten, dass es sowas gibt.
Was es aber wirklich gibt: die extrem große Angst davor Maßnahmen zu treffen, da man sehr schnell angezeigt wird (oder gegen einen ermittelt wird, siehe Schusswaffeneinsatz) und mit solchen Ermittlungsverfahren der Beamte immer nur heftig gefi.. naja, ihr wisst schon.
Beförderungssperre, keine Lehrgänge, ggf. Kosten, die man erstmal vorstrecken muss und großer psychischer Druck. Und das alles, obwohl die Maßnahme zu 100% sauber ist.
Dass die StA beim schusswaffengebrauch ermittelt - okay. Aber das Drumherum ist eine schweinerei.
Und wieder das schlimme: auch das weiß das Gegenüber. Ihr wollt gar nicht wissen wie viele (für die Klienten übrigens kostenlos) Anwälte auf Linken-Demos rumrennen, zwischen die Maßnahmen gehen und ihre Kärtchen verteilen „klagt die einfach an, das ärgert und hindert die“.


Damit möchte ich die von dir genannten Fälle auf keinen Fall irgendwie pauschalisieren oder verteidigen, über solche „Polizisten“ habe ich ganz eindeutige Meinung.
PrinzPump hat geschrieben:schöne Beine
hatte ich dir garnicht zugetraut

Mathias93
TA Elite Member
 
Beiträge: 4067
Registriert: 19 Aug 2008 12:53

Re: Die heutige Polizei

Beitragvon Mathias93 » 04 Nov 2017 21:00

Die Polizisten werden heutzutage ja auch zu "Deeskalations-Zombies" erzogen, die, wenn es ernst wird, schnell kalte Füße bekommen.

Dazu gibt es viele Gründe:

- die Ausbildung an sich (politischer Hintergrund)

- die verstärkte Gewalt und Drohungen gegen Polizisten, speziell durch Migranten und Zuwanderer (siehe WAZ-Artikel von oben)

- die Angst, selbst Opfer zu werden (körperlich)

- die Angst, selbst Opfer zu werden (durch Justiz und/oder Medien - man hat schnell selbst ne Anzeige an der Backe, lustigerweise gerade von jenen "Minderheiten", die den Rechtsstaat so gerne verhöhnen. Ebenso will man einen "Polizeigewalt"-Aufschrei in den Medien vermeiden)

FitCop
 

Re: Die heutige Polizei

Beitragvon FitCop » 05 Nov 2017 10:05

Wow, mit so vielen Antworten hatte ich gar nicht gerechnet, sehr interessant !
Ich greif jetzt einfach mal ein paar Themen auf..

Zum Thema Politik:
Ich glaube wir sind uns alle einig, dass da die letzten Jahre viel geschlafen wurde und auch falsch gelofen ist. Wie ihr bereits sagtet, wurde der Polizei in den vergangenen Jahren (vor dem Terror etc) nicht genug Beachtung geschenkt, weshalb es jetzt doppelt und dreifach bestraft wird.
Man hätte ja nicht wissen können, dass knapp 1/3 der Belegschaft in den nächsten fünf Jahren gehen wird.. Jetzt einfach so die Anforderungen zu senken um wenigstens eine gewisse Masse einstellen u. ausbilden zu können die das irgendwann in den nächsten 10 Jahren wieder kompensiert, nun ja, weniger sinnvoll.

Hier ein kleiner Exkurs in die Vorausbildung bei uns:
Es gibt mehrere Sportdisziplinen, die früher alle (!) mindestens mit einer Note von 4,0 abgeschlossen werden mussten.
Jetzt reicht es wenn man im Schnitt die 4,0 hat.
Die Frauen dürfen es sich hier sogar leisten, 5km in über einer halben Stunde zu rennen, wenn sie dafür im Bankdrücken ein paar Wiederholungen mehr machen. Was will ich damit sagen? Denkt es euch :-)
Der sog. "Polizeiparcour" wurde bei uns abgeschafft...

Zum Thema Personal:
Das manche Dienststellen unterbesetzt sind, sollte womöglich auch vielen klar sein, aber noch nicht allen. Ich habe das selbst in meiner Praxisphase dieses Jahr erlebt. Meine Schicht hatte ein Revierbereich zu bedienen, wovon du von dem einen Ende zum anderen 1 Stunde Fahrzeit benötigst. Wohl gemerkt handelt es sich um eines der ländlichsten und auch flächenmäßig größten Reviere im Land. Wir hatten manchmal nur 1 Streifenbesatzung, wenn es sehr gut lief waren wir 2, und alle paar Runden, waren wir 2+1, heißt einer konnte noch auf der Wache sein und das Zeug dort erledigen.

Zum Thema Justiz:
Ich kann das bestätigen, dass sehr, sehr viel von der Justiz eingestellt wird, für manche Kollegen ist das frustrierend. Die werden sich in Zukunft natürlich 3x überlegen ob und wieviel Zeit u. Mühe sie in künftige Fälle investieren. Ich bezweifele das diese Vorgehensweise richtig ist. Wie oben schon erwähnt, bekommt das auch der "Stinker" von gegenüber mit und diesen kratzt es dementsprechend nicht, wenn er beim 10 Ladi seine Personalien angeben muss, ihm passiert ja sowieso nichts. Der lächelt noch freundlich bei der Belehrung und ab ist er wieder. Eine Schichtrunde später hast ihn wieder.. Klasse #05#
Ich denke hier sollte dringend auch daran gearbeitet werden von oben, heißt mehr Personal in die Justiz einstellen. Mehr StA's , aber auch mehr Personal in den JVA'en, um auch mal ne' größere Menge hinter Gitter "versorgen" zu können.

Benutzeravatar
Nickz
TA Power Member
 
Beiträge: 1660
Registriert: 29 Dez 2014 13:14
Geschlecht (m/w): m
Körpergewicht (kg): 88
Körpergröße (cm): 176
Körperfettanteil (%): 14
Trainingsbeginn (Jahr): 2010
Bankdrücken (kg): 135
Kniebeugen (kg): 190
Kreuzheben (kg): 230
Oberarmumfang (cm): 45
Steroiderfahrung: Nein
Lieblingsübung: Überkopf

Re: Die heutige Polizei

Beitragvon Nickz » 05 Nov 2017 11:16

Ich würde die ganze Ausbildung ändern und mehr in Richtung Schnellkraft, sprinten, powerlifting und mentales Training zwingen.
Wann kommt es denn mal vor dass ein Polizeibeamter 5km laufen muss? Das sind keine Soldaten die mit >20kg weite Strecken zurücklegen sondern wenn's brennt muss schnell gehandelt werden und ist genauso schnell vorbei wie es angefangen hat.
Und vorallem! Mentalität trainieren und Selbstwert pushen, dabei Menschlichkeit nicht außer Acht lassen. Kampfausbildung (nicht Sport) mehr militärisch anlehnen und mehr Kampfsport in Richtung Krav Maga und nicht bloß eine X Anzahl von Überwältigungstechniken. Würde zudem noch Ernährungslehre und teambuildingmaßnahmen in die Ausbildung integrieren zB. Zugspitze zu Fuß hoch. Pusht einfach den Selbstwert. Frauenquote abschaffen und kürzere Schichten, dafür aber fit sein Wenn es drauf ankommt.
Generell würde ich den Polizeiberuf attraktiver machen indem in den Pseudoämtern mit Beamten die 0 Plan haben Stellen gestrichen werden.
Und ganz wichtig! Weniger x tausend Paragraphen sondern 20-30 klare Regeln die in brenzligen Situationen schnell abrufbar sind und nach denen gehandelt wird.

Einführung von Tasern. Die sofort bei bewaffneten Gegnern oder nach 3mal Ermahnung bzw. versuchtem tätlichen Angriff auf Zivilisten oder Beamte eingesetzt werden.

Es sind einfach zu viele Regeln.
Wenn ich ein krimineller Dude wäre ist es möglich genau zu planen wie ich etwas Handhabe um mich durch das System zu drängeln. Nehmen wir als Beispiel drogenschmuggel im Auto. Die Polizei darf dein Auto erst bei Gefahr im Verzug durchsuchen oder begründeter Verdacht. Wenn ich jetzt 2 Kilo Kokain unter dem Beifahrersitz habe in einem Mietwagen von Sixt und schick gekleidet bin fahre ich einfach von A nach B ohne was zu befürchten. Würde auch die EU weiten Grenzkontrollen wieder einführen.
Und Bewerber nur mit Abitur ist jawohl der größte Witz. Aber ist wohl bei den ganzen Paragraphen nötig.
Bessere Ausbildung, mehr Macht und attraktiveres Modell. Die Polizei darf ruhig der Buh-Mann sein.
Ich beantworte alle Fragen!

cdskk
Mod Team Offtopic
 
Beiträge: 5896
Registriert: 28 Jun 2013 12:31

Re: Die heutige Polizei

Beitragvon cdskk » 05 Nov 2017 11:50

5km Lauf in 30min gehört einfach zur Grundfitness. Wer das nicht schafft ist Herzkreislauftechnisch nicht fit genug..

Mehr Befugnisse bei der Polizei würde ich einfach an den verpflichtenden Einsatz von Bodycams binden.

Da sieht man dann, ob die Maßnahmen gerechtfertigt sind oder nicht.

Benutzeravatar
König Dickbauch
TA Premium Member
 
Beiträge: 11531
Registriert: 09 Sep 2014 10:15
Wohnort: Tübingen/ am WE Stutgart
Geschlecht (m/w): m
Körpergewicht (kg): 83
Körpergröße (cm): 183
Trainingsbeginn (Jahr): 2014
Bankdrücken (kg): Rocco+1
Kniebeugen (kg): Rocco+1
Kreuzheben (kg): Rocco+1
Wettkampferfahrung: Nein
Steroiderfahrung: Nein
Trainingsort: Studio
Trainingsplan: Sonstiges
Trainingslog: Ja
Lieblingsübung: Kreuzheben
Ernährungsplan: Ja
Kampfsport: Nein
Ziel Gewicht (kg): 85
Ziel KFA (%): 9
Studio: McFit Tübingen
Ich bin: Alf

Re: Die heutige Polizei

Beitragvon König Dickbauch » 05 Nov 2017 12:13

Shivus hat mich zitiert :3
Er ist übrigens auch bei der Polizei, in Bayern, falls es der Ein oder Andere nicht wusste.
Was mich interessieren würde. Wie sieht es bei euch mit dem Gehalt aus? Ich fahre für Mindestlohn Medikamente für ne Apotheke aus. Ne Kollegin die auch 1x/Woche 4h ausfährt ist auch Polizistin. Hab schon einige Schichten übernommen, wenn sie wegen Dienst nicht konnte. Ich kenn sie nicht groß und hab sie deswegen noch nicht persönlich gefragt, aber kommt das häufig vor, dass Polizisten nen 2.Job haben müssen um über die Runden zu kommen?
Mich erinnert der Umgang der Politik mit der Polizei eh recht stark an den mit Lehrern.
"Wir brauchen mehr Lehrer" "wir haben Lehrermangel" "wir müssen Anreize schaffen Kinder zu bekommen" "Bildung/Kinder ist unsere Zukunft".... "Oh du bist Lehrer, kannst morgen gleich anfangen, aber über die Ferien wirst du gefeuert und danach wieder eingestellt, mir doch egal ob man so keine langfristige und erst Recht keine Familienplanung gestalten kann.

Das einzig positive was ich aktuell am Umgang mit der Polizei sehe ist, dass es bei den anderen Mitarbeitern des Staates, beispielsweise in den Kommunen nicht besser aussieht.
Aber Hauptsache "die schwarze Null steht ohne dass wir Steuern erhöhen. Keiner mag Steuererhöhungen."

Hass ist Sache des Herzens, Verachtung des Kopfs. - Arthur Schopenhauer, 1851


Wer nicht loggt, hat die Kontrolle über sein leben verloren - Karl Lagerfeld, bei Markus Lanz, ZDF, 19. April 2012

König Dickbauch hat geschrieben:
Jag.uar hat geschrieben:
c0l0rs hat geschrieben:Dann nenn dich halt um. Z.B. Dosenmanfred, Volkornvolker, Bierabvier, Tomatenthomas, Despodieter wären passende Namen #guenni#


Aber nur wenn Du Dich "König Dickbauch" nennst. *professor*

Delivered...[/

R.I.P. Roccó
R.I.P. Domination*w
redivivus Domination*w
Domination*w hat geschrieben:
c0l0rs hat geschrieben:
Domination*w hat geschrieben: an alle anderen: Ich mag euch auch gerne hier haben *professor*

Dann bin ich mal in, irgendwer muss ja unsympathisch sein :o


Du bist der Einzige mit Eiern (bzgl des Treffens). Auch das ist mir sympathisch! *professor*

Benutzeravatar
Anis
TA Legende
 
Beiträge: 42385
Registriert: 16 Jul 2010 15:45
Wohnort: Ostainseln
Wettkampferfahrung: Ja
Lieblingsübung: Mores lehren
Ich bin: Hauptgewinn

Re: Die heutige Polizei

Beitragvon Anis » 05 Nov 2017 12:32

König Dickbauch hat am 05 Nov 2017 12:13 geschrieben:der Polizei eh recht stark an den mit Lehrern.
"Wir brauchen mehr Lehrer" "wir haben Lehrermangel" "wir müssen Anreize schaffen Kinder zu bekommen" "Bildung/Kinder ist unsere Zukunft"...



Das ist 1:1 gleich, auch wenn das erstaunlich wenige Polizisten in meinem Umfeld so erkennen.

Beide Bereiche sind eklatant wichtig, in beiden fehlt brutal viel Geld und es hat in beiden Bereichen die gleichen Auswirkungen - Qualität und Quantität des Personals werden völlig unzureichend.

Ernst genommen werden weder Lehrer noch Polizisten, aber Polizisten kriegen halt im Zweifelsfall noch eine aufs Maul, während Lehrer nur die Verachtung zu spüren bekommen. *drehsmilie*

Mathias93
TA Elite Member
 
Beiträge: 4067
Registriert: 19 Aug 2008 12:53

Re: Die heutige Polizei

Beitragvon Mathias93 » 05 Nov 2017 12:42

Zum Ressourcenmangel, oben schon angemerkt:
mattkon hat am 04 Nov 2017 17:28 geschrieben:Ebenso ist die Polizeit unterbesetzt (genauso die Justiz) und nicht gut ausgerüstet, weil angeblich nie Geld dafür da war. Umso kurioser, dass bspw für "Flüchtlinge" plötzlich sehr viel Geld mit vollen Händen ausgegeben werden konnte. Man lässt also lieber seinen eigenen Staat verwahrlosen.


Alles nichts Neues und seit Ewigkeiten bekannt. Getan hat sich nichts.

Nächste

Zurück zu Andros Welt Report

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: cordalis und 2 Gäste