Fleischersatz: Kein totes Tier - keine Probleme?

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Morsnik
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Re: Fleischersatz: Kein totes Tier - keine Probleme?

Beitragvon Morsnik » 26 Nov 2020 13:33

Fazit kann ich so mitgehen. Ich versuche auch meinen Fleischkonsum zu reduzieren, die meisten Fleischersatzprodukte sind aber einfach Biomüll/Sondermüll und haben mit richtigen Lebensmitteln nichts zu tun. Makronährstoffe sind ja das einig, aber wenn ein Produkt aus Proteinisolaten, Rapsöl und Chemie besteht sind die sicher auch nicht mehr viele Vitamine oder Mineralstoffe drin. Dazu sind solche Produkte auch häufig in ziemlich viel Kunststoff verpackt, da kann man über die Nachhaltigkeit auch diskutieren.

Ich greife dann doch lieber direkt auf Hülsenfrüchte oder Tofu (ab und an) zu. Bin allerdings auch kein veganer und esse einfach noch regelmäßig Eier und Milchprodukte für die Proteinversorgung oder eben auch regelmäßig auch Fleisch und Fisch.

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gilliardon
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Re: Fleischersatz: Kein totes Tier - keine Probleme?

Beitragvon gilliardon » 27 Nov 2020 08:10

Mit Fleischersatz haben wir schon Erfahrung aus der NS Zeit. Fehlt noch ein Hype um Muckefuck und Margarine.
Mein Vater pflegte zu sagen: „ Wir mussten Dreck fressen, den wir nicht mal an Schweine verfüttert hätten“. Heut braucht es keine finstere Zeit, da reicht gutes Marketing, um den Dreck an den wohlstandsverwahrlosten Verbraucher zu bringen.

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Re: Fleischersatz: Kein totes Tier - keine Probleme?

Beitragvon Backpump » 28 Nov 2020 08:50

Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich schon viele Artikel von Ulrike Hacker gelesen habe und ihr Fachwissen sowie ihre Art zu schreiben sehr schätze. Auch bei diesem Artikel zum Thema Fleischersatzprodukte schreibt sie viel Richtiges (z.B. dass eine fleischlose oder gar rein pflanzliche Ernährung aus ethischen und vor allem auch ökologischen Gesichtspunkten definitiv Sinn macht sowie dass man ja selbst als Veganer auch überhaupt nicht auf Fleischersatzprodukte zurückgreifen muss, sondern auch einfach Tofu, Linsen o.Ä. in Reinform essen kann). Nichtsdestotrotz möchte ich gerade den letzten Punkt noch einmal unterstreichen, denn Umfragen zufolge essen die wenigsten Veganer regelmäßig Fleischersatzprodukte - daher ist es nicht korrekt zu sagen: "Fleischersatzprodukte sind ungesund, also ist das auch eibe pflanzliche Ernährung". Wie die Autorin selbst schreibt: anzunehmen, etwas sei gesund, nur weil kein Fleisch darin ist, spricht nicht gerade für Ernährungskenntnis. Außerdem - und auch hier geht es natürlich nicht darum, die Autorin zu diskreditieren, sondern einfach nur darum, den Sachverhalt richtigzustellen - hält die Aussage "in Fleisch ist nichts drin außer Fleisch" einem Abgleich mit der vorhandenen Datenlage nicht stand. Dass das für verarbeitete Fleisch- und Wurstprodukte nicht gilt, deren Inhaltsliste oft mindestens so lang wie die von Ersatzprodukten ist und die laut der Weltgesundheitsorganisation im übrigen erwiesenermaßen krebserregend sind, ist offensichtlich. Aber selbst für Fleisch in seiner "Reinform" kann dies so nicht gesagt werden, da: 1. Fleisch hohe Mengen an Salz zugesetzt werden, um eine Gewichtssteigerung des Produkts zu erzielen, und ein erhöhter Salzkonsum laut der "Global Burden of Disease"-Studie einer der größten Risikofaktoren für einen vorzeitigen Tod ist. 2. Der Konsum von Fleisch ist ein "package deal", d.h. man holt sich damit eben nicht nur das in den Körper, was man gern möchte (in der Regel die hochwertigen Proteine), sondern eben auch alles andere, was erwiesenermaßen in der großen Mehrheit der Fleischprodukte steckt: Hormone (gerade für Bodybuilder eigentlich echt bedenklich), gesättigte Fettsäuren (einer der Hauptrisikofaktoren für Atherosklerose und somit eine Vielzahl von Krankheiten von Impotenz über Herzinfarkte bis hin zu Schlaganfällen), Krankheitserreger wie Salmonellen oder Viren, Fäkalbakterien (werden regelmäßig auf den meisten Fleischproben gefunden), Antibiotika-Rückstände sowie gegen diese Antibiotika resistente Keime. Insofern plädiere ich dafür, dass auch die pauschale Aussage "Fleisch ist gesund" kritisch hinterfragt und reflektiert wird und fleischlose Ernährung nicht mit Fleischersatzprodukten gleichgesetzt wird. Peace :)

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Re: Fleischersatz: Kein totes Tier - keine Probleme?

Beitragvon Soja-Power » 28 Nov 2020 12:37

Backpump hat am 28 Nov 2020 08:50 geschrieben:Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich schon viele Artikel von Ulrike Hacker gelesen habe und ihr Fachwissen sowie ihre Art zu schreiben sehr schätze. Auch bei diesem Artikel zum Thema Fleischersatzprodukte schreibt sie viel Richtiges (z.B. dass eine fleischlose oder gar rein pflanzliche Ernährung aus ethischen und vor allem auch ökologischen Gesichtspunkten definitiv Sinn macht sowie dass man ja selbst als Veganer auch überhaupt nicht auf Fleischersatzprodukte zurückgreifen muss, sondern auch einfach Tofu, Linsen o.Ä. in Reinform essen kann). Nichtsdestotrotz möchte ich gerade den letzten Punkt noch einmal unterstreichen, denn Umfragen zufolge essen die wenigsten Veganer regelmäßig Fleischersatzprodukte - daher ist es nicht korrekt zu sagen: "Fleischersatzprodukte sind ungesund, also ist das auch eibe pflanzliche Ernährung". Wie die Autorin selbst schreibt: anzunehmen, etwas sei gesund, nur weil kein Fleisch darin ist, spricht nicht gerade für Ernährungskenntnis. Außerdem - und auch hier geht es natürlich nicht darum, die Autorin zu diskreditieren, sondern einfach nur darum, den Sachverhalt richtigzustellen - hält die Aussage "in Fleisch ist nichts drin außer Fleisch" einem Abgleich mit der vorhandenen Datenlage nicht stand. Dass das für verarbeitete Fleisch- und Wurstprodukte nicht gilt, deren Inhaltsliste oft mindestens so lang wie die von Ersatzprodukten ist und die laut der Weltgesundheitsorganisation im übrigen erwiesenermaßen krebserregend sind, ist offensichtlich. Aber selbst für Fleisch in seiner "Reinform" kann dies so nicht gesagt werden, da: 1. Fleisch hohe Mengen an Salz zugesetzt werden, um eine Gewichtssteigerung des Produkts zu erzielen, und ein erhöhter Salzkonsum laut der "Global Burden of Disease"-Studie einer der größten Risikofaktoren für einen vorzeitigen Tod ist. 2. Der Konsum von Fleisch ist ein "package deal", d.h. man holt sich damit eben nicht nur das in den Körper, was man gern möchte (in der Regel die hochwertigen Proteine), sondern eben auch alles andere, was erwiesenermaßen in der großen Mehrheit der Fleischprodukte steckt: Hormone (gerade für Bodybuilder eigentlich echt bedenklich), gesättigte Fettsäuren (einer der Hauptrisikofaktoren für Atherosklerose und somit eine Vielzahl von Krankheiten von Impotenz über Herzinfarkte bis hin zu Schlaganfällen), Krankheitserreger wie Salmonellen oder Viren, Fäkalbakterien (werden regelmäßig auf den meisten Fleischproben gefunden), Antibiotika-Rückstände sowie gegen diese Antibiotika resistente Keime. Insofern plädiere ich dafür, dass auch die pauschale Aussage "Fleisch ist gesund" kritisch hinterfragt und reflektiert wird und fleischlose Ernährung nicht mit Fleischersatzprodukten gleichgesetzt wird. Peace :)


Guter Kommentar !

250g Zuchtlachs z.B. ist (von den Nährwerten) auch nicht gleich zu setzen mit 250g Wildlachs (obwohl beides Lachs)...das gleiche gilt für Milchprodukte , Billig-Fleisch etc. bzw. die meisten tierischen Produkte die hier schlichtweg unter Wert verkauft werden.
Gefährlich finde ich halt so Pauschal-Aussagen wie "Milch ist gesund" oder "Auf Milch darf in der Schulpause nicht verzichtet werden" und womit wir sonst noch so in den 80ern aufgewachsen sind...wenn die (angebliche) Alternative natürlich Cola , Schokoriegel und Kartoffelchips heisst , naja.
Ich denke vielen wäre schon geholfen , ob sie Sport treiben oder nicht , wenn sie zumindest auf Milchprodukte (weitesgehend) verzichten würden und auf vieles was eine Zutatenliste hat...auf Wurst etc. (wofür ich überhaupt kein Verständniss habe) sowieso.

Ich habe mich einige Jahre mal rein pflanzlich ernährt und die meisten Fleischersatzprodukte sind/waren z.B. extrem fetthaltig und hatten eine Ellenlange Zutatenliste (und trotzdem vergleichsweise sehr teuer...mittlerweile bieten das ja alle Supermärkte an , aber vor 14-15 Jahre gab es das fast nur im Bio-Laden).
Auch der Unterschied bei reinem Tofu ist enorm , z.B. Bio-Laden vs. Asia-Laden....damals wurden auch in irgendwelchem billig-Tofu Reste von Zeitungspapier etc. gefunden.
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Re: Fleischersatz: Kein totes Tier - keine Probleme?

Beitragvon H_D » 28 Nov 2020 13:32

Backpump hat am 28 Nov 2020 08:50 geschrieben:Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich schon viele Artikel von Ulrike Hacker gelesen habe und ihr Fachwissen sowie ihre Art zu schreiben sehr schätze. Auch bei diesem Artikel zum Thema Fleischersatzprodukte schreibt sie viel Richtiges (z.B. dass eine fleischlose oder gar rein pflanzliche Ernährung aus ethischen und vor allem auch ökologischen Gesichtspunkten definitiv Sinn macht sowie dass man ja selbst als Veganer auch überhaupt nicht auf Fleischersatzprodukte zurückgreifen muss, sondern auch einfach Tofu, Linsen o.Ä. in Reinform essen kann). Nichtsdestotrotz möchte ich gerade den letzten Punkt noch einmal unterstreichen, denn Umfragen zufolge essen die wenigsten Veganer regelmäßig Fleischersatzprodukte - daher ist es nicht korrekt zu sagen: "Fleischersatzprodukte sind ungesund, also ist das auch eibe pflanzliche Ernährung". Wie die Autorin selbst schreibt: anzunehmen, etwas sei gesund, nur weil kein Fleisch darin ist, spricht nicht gerade für Ernährungskenntnis. Außerdem - und auch hier geht es natürlich nicht darum, die Autorin zu diskreditieren, sondern einfach nur darum, den Sachverhalt richtigzustellen - hält die Aussage "in Fleisch ist nichts drin außer Fleisch" einem Abgleich mit der vorhandenen Datenlage nicht stand. Dass das für verarbeitete Fleisch- und Wurstprodukte nicht gilt, deren Inhaltsliste oft mindestens so lang wie die von Ersatzprodukten ist und die laut der Weltgesundheitsorganisation im übrigen erwiesenermaßen krebserregend sind, ist offensichtlich. Aber selbst für Fleisch in seiner "Reinform" kann dies so nicht gesagt werden, da: 1. Fleisch hohe Mengen an Salz zugesetzt werden, um eine Gewichtssteigerung des Produkts zu erzielen, und ein erhöhter Salzkonsum laut der "Global Burden of Disease"-Studie einer der größten Risikofaktoren für einen vorzeitigen Tod ist. 2. Der Konsum von Fleisch ist ein "package deal", d.h. man holt sich damit eben nicht nur das in den Körper, was man gern möchte (in der Regel die hochwertigen Proteine), sondern eben auch alles andere, was erwiesenermaßen in der großen Mehrheit der Fleischprodukte steckt: Hormone (gerade für Bodybuilder eigentlich echt bedenklich), gesättigte Fettsäuren (einer der Hauptrisikofaktoren für Atherosklerose und somit eine Vielzahl von Krankheiten von Impotenz über Herzinfarkte bis hin zu Schlaganfällen), Krankheitserreger wie Salmonellen oder Viren, Fäkalbakterien (werden regelmäßig auf den meisten Fleischproben gefunden), Antibiotika-Rückstände sowie gegen diese Antibiotika resistente Keime. Insofern plädiere ich dafür, dass auch die pauschale Aussage "Fleisch ist gesund" kritisch hinterfragt und reflektiert wird und fleischlose Ernährung nicht mit Fleischersatzprodukten gleichgesetzt wird. Peace :)

20-30 Mio. Menschen in Deutschland haben zu hohe Blutdruckwerte
In Deutschland leben etwa 20 bis 30 Mio. Menschen mit einem zu hohen Blutdruck [2]. Häufigster Grund dafür ist ein ungesunder Lebensstil, d.h. vor allem ein Mangel an Bewegung und ungesunde Ernährung


Wiedermal muss das Ganze sehen: wer ernährt sich wie und hat welche Lebensumstände und im Querschnitt werden die Veganer die sein, die generell gesünder sein.

bin aber dabei, wenn die Ersatzprodukte wohl eher mehr von Omnivoren gegessen werden um Vegan mal auszuprobieren, weil wenn man Hülsenfrüchte essen würde müsste man ja kochen, würzen etc
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Re: Fleischersatz: Kein totes Tier - keine Probleme?

Beitragvon Heilbutt » 29 Nov 2020 16:18

Unterm Strich freut sich vor allem die Industrie. Sei es BIO oder VEGAN. Damit lässt sich sehr viel Geld machen, denn die Leute fallen darauf herein.

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Re: Fleischersatz: Kein totes Tier - keine Probleme?

Beitragvon ibgegur » 30 Nov 2020 05:34

Heilbutt hat am 29 Nov 2020 16:18 geschrieben: denn die Leute fallen darauf herein.

was meinst du genau damit?

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Re: Fleischersatz: Kein totes Tier - keine Probleme?

Beitragvon Morsnik » 30 Nov 2020 16:45

Backpump hat am 28 Nov 2020 08:50 geschrieben:Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich schon viele Artikel von Ulrike Hacker gelesen habe und ihr Fachwissen sowie ihre Art zu schreiben sehr schätze. Auch bei diesem Artikel zum Thema Fleischersatzprodukte schreibt sie viel Richtiges (z.B. dass eine fleischlose oder gar rein pflanzliche Ernährung aus ethischen und vor allem auch ökologischen Gesichtspunkten definitiv Sinn macht sowie dass man ja selbst als Veganer auch überhaupt nicht auf Fleischersatzprodukte zurückgreifen muss, sondern auch einfach Tofu, Linsen o.Ä. in Reinform essen kann). Nichtsdestotrotz möchte ich gerade den letzten Punkt noch einmal unterstreichen, denn Umfragen zufolge essen die wenigsten Veganer regelmäßig Fleischersatzprodukte - daher ist es nicht korrekt zu sagen: "Fleischersatzprodukte sind ungesund, also ist das auch eibe pflanzliche Ernährung". Wie die Autorin selbst schreibt: anzunehmen, etwas sei gesund, nur weil kein Fleisch darin ist, spricht nicht gerade für Ernährungskenntnis. Außerdem - und auch hier geht es natürlich nicht darum, die Autorin zu diskreditieren, sondern einfach nur darum, den Sachverhalt richtigzustellen - hält die Aussage "in Fleisch ist nichts drin außer Fleisch" einem Abgleich mit der vorhandenen Datenlage nicht stand. Dass das für verarbeitete Fleisch- und Wurstprodukte nicht gilt, deren Inhaltsliste oft mindestens so lang wie die von Ersatzprodukten ist und die laut der Weltgesundheitsorganisation im übrigen erwiesenermaßen krebserregend sind, ist offensichtlich. Aber selbst für Fleisch in seiner "Reinform" kann dies so nicht gesagt werden, da: 1. Fleisch hohe Mengen an Salz zugesetzt werden, um eine Gewichtssteigerung des Produkts zu erzielen, und ein erhöhter Salzkonsum laut der "Global Burden of Disease"-Studie einer der größten Risikofaktoren für einen vorzeitigen Tod ist. 2. Der Konsum von Fleisch ist ein "package deal", d.h. man holt sich damit eben nicht nur das in den Körper, was man gern möchte (in der Regel die hochwertigen Proteine), sondern eben auch alles andere, was erwiesenermaßen in der großen Mehrheit der Fleischprodukte steckt: Hormone (gerade für Bodybuilder eigentlich echt bedenklich), gesättigte Fettsäuren (einer der Hauptrisikofaktoren für Atherosklerose und somit eine Vielzahl von Krankheiten von Impotenz über Herzinfarkte bis hin zu Schlaganfällen), Krankheitserreger wie Salmonellen oder Viren, Fäkalbakterien (werden regelmäßig auf den meisten Fleischproben gefunden), Antibiotika-Rückstände sowie gegen diese Antibiotika resistente Keime. Insofern plädiere ich dafür, dass auch die pauschale Aussage "Fleisch ist gesund" kritisch hinterfragt und reflektiert wird und fleischlose Ernährung nicht mit Fleischersatzprodukten gleichgesetzt wird. Peace :)

Ich will nicht sagen, dass das falsch ist, man muss aber vorsichtig sein: viele Infos stammen ja von Leuten aus der US-amerikanischem Raum und das was man da kaufen kann ist anders als das was es bei uns im Supermarkt gibt. Bei uns wirst du keine Fäkalbakterien oder Salmonellen am Fleisch haben, es ist verboten das zu kaufen. In Amerika ist das anders mit der Begründung "ist ja kein Problem wenn es richtig zubereitet ist.". Wie das Thema mit Hormonen, Salzwasser etc. in Europa ist weiß ich nicht. Das klingt aber alles sehr nach "how not to die" was ja von einem amerikanischen Autor ist (der das Thema mit den Fäkalbakterien in Europa übrigens auch in seinem Buch so erwähnt).

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Re: Fleischersatz: Kein totes Tier - keine Probleme?

Beitragvon gilliardon » 30 Nov 2020 17:34

Morsnik hat am 30 Nov 2020 16:45 geschrieben:Ich will nicht sagen, dass das falsch ist, man muss aber vorsichtig sein: viele Infos stammen ja von Leuten aus der US-amerikanischem Raum und das was man da kaufen kann ist anders als das was es bei uns im Supermarkt gibt. Bei uns wirst du keine Fäkalbakterien oder Salmonellen am Fleisch haben, es ist verboten das zu kaufen. In Amerika ist das anders mit der Begründung "ist ja kein Problem wenn es richtig zubereitet ist.".

Ich fürchte, da liegst du nicht ganz richtig, wenn ich an das berühmte "Chlorhühnchen" in Zusammenhang mit dem US Handelsabkommen zurückdenke. Ob das Chloren bei den Amis hilft, weiß ich nicht. Bei uns sind Salmonellen an Frischfleisch und Eiern nicht unüblich. Die berüchtigten Nudelsalate mit frischer Mayo kennt jeder Partygänger :o Und in jeder Kochsendung wird davor gewarnt, rohes Fleisch und Gemüse für Salat z.B. mit Messer, Schneidbrett etc. in Berührung zu bringen.

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Re: Fleischersatz: Kein totes Tier - keine Probleme?

Beitragvon Backpump » 30 Nov 2020 19:27

Morsnik hat am 30 Nov 2020 16:45 geschrieben:
Backpump hat am 28 Nov 2020 08:50 geschrieben:Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich schon viele Artikel von Ulrike Hacker gelesen habe und ihr Fachwissen sowie ihre Art zu schreiben sehr schätze. Auch bei diesem Artikel zum Thema Fleischersatzprodukte schreibt sie viel Richtiges (z.B. dass eine fleischlose oder gar rein pflanzliche Ernährung aus ethischen und vor allem auch ökologischen Gesichtspunkten definitiv Sinn macht sowie dass man ja selbst als Veganer auch überhaupt nicht auf Fleischersatzprodukte zurückgreifen muss, sondern auch einfach Tofu, Linsen o.Ä. in Reinform essen kann). Nichtsdestotrotz möchte ich gerade den letzten Punkt noch einmal unterstreichen, denn Umfragen zufolge essen die wenigsten Veganer regelmäßig Fleischersatzprodukte - daher ist es nicht korrekt zu sagen: "Fleischersatzprodukte sind ungesund, also ist das auch eibe pflanzliche Ernährung". Wie die Autorin selbst schreibt: anzunehmen, etwas sei gesund, nur weil kein Fleisch darin ist, spricht nicht gerade für Ernährungskenntnis. Außerdem - und auch hier geht es natürlich nicht darum, die Autorin zu diskreditieren, sondern einfach nur darum, den Sachverhalt richtigzustellen - hält die Aussage "in Fleisch ist nichts drin außer Fleisch" einem Abgleich mit der vorhandenen Datenlage nicht stand. Dass das für verarbeitete Fleisch- und Wurstprodukte nicht gilt, deren Inhaltsliste oft mindestens so lang wie die von Ersatzprodukten ist und die laut der Weltgesundheitsorganisation im übrigen erwiesenermaßen krebserregend sind, ist offensichtlich. Aber selbst für Fleisch in seiner "Reinform" kann dies so nicht gesagt werden, da: 1. Fleisch hohe Mengen an Salz zugesetzt werden, um eine Gewichtssteigerung des Produkts zu erzielen, und ein erhöhter Salzkonsum laut der "Global Burden of Disease"-Studie einer der größten Risikofaktoren für einen vorzeitigen Tod ist. 2. Der Konsum von Fleisch ist ein "package deal", d.h. man holt sich damit eben nicht nur das in den Körper, was man gern möchte (in der Regel die hochwertigen Proteine), sondern eben auch alles andere, was erwiesenermaßen in der großen Mehrheit der Fleischprodukte steckt: Hormone (gerade für Bodybuilder eigentlich echt bedenklich), gesättigte Fettsäuren (einer der Hauptrisikofaktoren für Atherosklerose und somit eine Vielzahl von Krankheiten von Impotenz über Herzinfarkte bis hin zu Schlaganfällen), Krankheitserreger wie Salmonellen oder Viren, Fäkalbakterien (werden regelmäßig auf den meisten Fleischproben gefunden), Antibiotika-Rückstände sowie gegen diese Antibiotika resistente Keime. Insofern plädiere ich dafür, dass auch die pauschale Aussage "Fleisch ist gesund" kritisch hinterfragt und reflektiert wird und fleischlose Ernährung nicht mit Fleischersatzprodukten gleichgesetzt wird. Peace :)

Ich will nicht sagen, dass das falsch ist, man muss aber vorsichtig sein: viele Infos stammen ja von Leuten aus der US-amerikanischem Raum und das was man da kaufen kann ist anders als das was es bei uns im Supermarkt gibt. Bei uns wirst du keine Fäkalbakterien oder Salmonellen am Fleisch haben, es ist verboten das zu kaufen. In Amerika ist das anders mit der Begründung "ist ja kein Problem wenn es richtig zubereitet ist.". Wie das Thema mit Hormonen, Salzwasser etc. in Europa ist weiß ich nicht. Das klingt aber alles sehr nach "how not to die" was ja von einem amerikanischen Autor ist (der das Thema mit den Fäkalbakterien in Europa übrigens auch in seinem Buch so erwähnt).


https://www.vzhh.de/themen/lebensmittel ... ch-was-tun

Wie mein Vorredner, so denke auch ich angesichts von Untersuchungen in Deutschland, dass das leider sehr wohl auch hier ein Thema ist...

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Re: Fleischersatz: Kein totes Tier - keine Probleme?

Beitragvon Morsnik » 01 Dez 2020 18:26

Hab ich wieder was gelernt. Dennoch finde ich der Schluss "Alles wo Fleisch drin ist ist auch ungesund" auch nicht richtig. Das muss ja jeder für sich entscheiden und ich esse mittlerweile auch deutlich weniger Fleisch als noch vor einem Jahr und muss sagen, dass ich mich auch besser fühle und meine Blutwerte (Triglyceride und Colesterin) besser geworden. Letzteres liegt sicher aber auch daran, dass ich mittlerweile mehrere Stunden Ausdauersport pro Woche mache und vorher garnichts =D. Ich glaube dennoch, dass es gesundheitlich eher Vorteile hat regelmäßig tierische Produkte zu sich zu nehmen als Nachteile. Zumindest wenn das nicht in jeden Tag drei mal Fleisch und kein Gemüse ausartet. Ich rede da eher von 2-3 mal Pro Woche Fleisch, Eier ruhig regelmäßig und wer es verträgt Milchprodukte.

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Re: Fleischersatz: Kein totes Tier - keine Probleme?

Beitragvon Backpump » 01 Dez 2020 19:13

Morsnik hat am 01 Dez 2020 18:26 geschrieben:Hab ich wieder was gelernt. Dennoch finde ich der Schluss "Alles wo Fleisch drin ist ist auch ungesund" auch nicht richtig. Das muss ja jeder für sich entscheiden und ich esse mittlerweile auch deutlich weniger Fleisch als noch vor einem Jahr und muss sagen, dass ich mich auch besser fühle und meine Blutwerte (Triglyceride und Colesterin) besser geworden. Letzteres liegt sicher aber auch daran, dass ich mittlerweile mehrere Stunden Ausdauersport pro Woche mache und vorher garnichts =D. Ich glaube dennoch, dass es gesundheitlich eher Vorteile hat regelmäßig tierische Produkte zu sich zu nehmen als Nachteile. Zumindest wenn das nicht in jeden Tag drei mal Fleisch und kein Gemüse ausartet. Ich rede da eher von 2-3 mal Pro Woche Fleisch, Eier ruhig regelmäßig und wer es verträgt Milchprodukte.


Ich sage nicht, dass eine pflanzliche Ernährung per de gesund oder gesünder ist, denn schließlich kann man auch da den ganzen Tag nur Pommes mit Ketchup essen. Die wissenschaftliche Datenlage weist jedoch in eine klare Richtung: Mit einer rein oder größtenteils pflanzlichen Ernährung ließen sich schätzungsweise 90% aller Diabetes-Typ2-Fälle, 80% aller Herkreislauferkrankungen sowie 50% aller Krebserkrankungen vermeiden (Quelle: Institut für Prävention und Tumorepidemiologie, Universitätsklinikum Freiburg). Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Und auch die DGE, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, empfiehlt nicht umsonst eine zu 75, besser sogar zu 90% pflanzliche Ernährung. Ein reduzierter Fleischkonsum, wie von dir vorgeschlagen, ist definitiv ethisch gut und gesundheitlich sinnvoll. Dennoch bedeutet der regelmäßige Konsum tierischer Produkte ja trotzdem ein regelmäßiges Zuführen all derer (ohne Zweifel eher bis sehr ungesunden) Substanzen, die ich oben bereits beschrieben hatte (gesättigte Fettsäuren, Salz, Antibiotika, antibiotikaresistente Keime, Fäkalbakterien, Hormone etc).

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Re: Fleischersatz: Kein totes Tier - keine Probleme?

Beitragvon H_D » 01 Dez 2020 21:14

Bin zwar auch gegen utopische Fleischmengen, aber gutes(!)Fleisch wird mir hier zu sehr schlechtgemacht und die meisten Studien, die in Richtung Cholesterin etc gehen sind auch meist an typischen Essern von verarbeitetem Fleisch durchgezogen worden
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