Frage bezüglich Grundumsatz

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Moderator: Team Ernährung & Supplemente

Dizzz
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Frage bezüglich Grundumsatz

Beitragvon Dizzz » 13 Jul 2018 18:46

Hallo Leute.

Ich habe eine Frage, die wahrscheinlich dumm ist, aber stelle sie trotzdem. :D

Bei einem Training, wo ja die Muskeln beansprucht werden, steigt ja der Grundumsatz:

Gilt das auch für Cardio? Ich stelle die Frage, weil ich gerne 2-3 mal die Woche Cardio mache und ich unbedingt immer meinen Grundumsatz decken möchte. Ich habe immer gehört, dass Krafttraining den Grundumsatz erhöht, aber bezüglich Cardio habe ich sowas nie gehört.

Vielen Dnak im voraus!


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CJoe1978
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Re: Frage bezüglich Grundumsatz

Beitragvon CJoe1978 » 13 Jul 2018 20:02

Es steigt bei jeglicher Form von Bewegung der Gesamtumsatz. Der Grundumsatz ist hingegen der, welcher ohne Aktivität immer verbraucht wird. Auch, wenn du im Bett liegst.
Für Cardio musst du mit etwa 200 kcal pro 30 min. Bewegung rechnen. Bei Kraftsport sind es etwa 250 kcal zusätzlichem Verbrauch pro 30 min. Das klingt nicht nach besonders viel, was es auch nicht ist. Längerfristig aber ist es eine Menge.

Denn wenn du deinem Kalorienumsatz ohne Sport entsprechend isst und dazu noch den Sport oben drauf machst, nimmst du definitiv ab. Noch effektiver ist es natürlich, wenn du auch auf die Ernährung achtest und etwas weniger kalorienreich isst sowie etwas mehr Sport machst.

Mehr Muskelmasse kann den Grundumsatz tatsächlich erhöhen. Aber der Effekt ist eher minimal und man muss schon viele Kilo Muskelmasse aufbauen, um davon einen Vorteil zu haben. Und selbst dann verbrennst du vielleicht einen kleinen Müsliriegel mehr am Tag. Wer Muskeln hat, ist also mitnichten vor Übergewicht gefeilt. Auch der muss auf die Ernährung achten.

Deutlich mehr Energie wird hingegen in einem guten Workout verbrannt, wenn die Muskeln Arbeit leisten müssen. Spitzensportler verbrennen in einem solchen Workout auch mal gut 1000 bis 2000 kcal, wodurch der z.T. enorm hohe Kalorienbedarf zustande kommt.
Wer hingegen "nur" normal trainiert, muss auch mit mehr Muskeln aufpassen, was gegessen wird, um nicht dick zu werden.

Dizzz
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Re: Frage bezüglich Grundumsatz

Beitragvon Dizzz » 13 Jul 2018 21:12

CJoe1978 hat am 13 Jul 2018 20:02 geschrieben:Es steigt bei jeglicher Form von Bewegung der Gesamtumsatz. Der Grundumsatz ist hingegen der, welcher ohne Aktivität immer verbraucht wird. Auch, wenn du im Bett liegst.
Für Cardio musst du mit etwa 200 kcal pro 30 min. Bewegung rechnen. Bei Kraftsport sind es etwa 250 kcal zusätzlichem Verbrauch pro 30 min. Das klingt nicht nach besonders viel, was es auch nicht ist. Längerfristig aber ist es eine Menge.

Denn wenn du deinem Kalorienumsatz ohne Sport entsprechend isst und dazu noch den Sport oben drauf machst, nimmst du definitiv ab. Noch effektiver ist es natürlich, wenn du auch auf die Ernährung achtest und etwas weniger kalorienreich isst sowie etwas mehr Sport machst.

Mehr Muskelmasse kann den Grundumsatz tatsächlich erhöhen. Aber der Effekt ist eher minimal und man muss schon viele Kilo Muskelmasse aufbauen, um davon einen Vorteil zu haben. Und selbst dann verbrennst du vielleicht einen kleinen Müsliriegel mehr am Tag. Wer Muskeln hat, ist also mitnichten vor Übergewicht gefeilt. Auch der muss auf die Ernährung achten.

Deutlich mehr Energie wird hingegen in einem guten Workout verbrannt, wenn die Muskeln Arbeit leisten müssen. Spitzensportler verbrennen in einem solchen Workout auch mal gut 1000 bis 2000 kcal, wodurch der z.T. enorm hohe Kalorienbedarf zustande kommt.
Wer hingegen "nur" normal trainiert, muss auch mit mehr Muskeln aufpassen, was gegessen wird, um nicht dick zu werden.

Danke dir für deine Antwort. Habe noch eine Frage. Was passiert überhaupt, wenn man Monate lang unter dem Grundumsatz isst? Ich meine gelesen zu haben, dass da gar nicht passieren soll, wie man es zuvor behauptet hat, dass der Grundumsatz um 20-25% sinken soll. Weiß jetzt gar nicht, was ich glauben soll. ^^

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Re: Frage bezüglich Grundumsatz

Beitragvon CJoe1978 » 14 Jul 2018 08:07

Du kannst kurzfristig unter deinem Grundumsatz essen, um abzunehmen. Ich mache regelmäßig zwei Fastentage mit unter 1000 kcal unter der Woche, da ich so an anderen Tagen mehr essen darf, in Diäten leichter abnehme und es mir damit besser geht.

Langfristig gibt es da aber mehrere Probleme, da dein Körper ja merkt, dass er zu wenig Nahrung bekommt. Hungerhormone steigen, Testosteron fällt. Du wirst das nicht lange durchhalten. Außer, du stehst auf ständige Bauchschmerzen. Denn die bekommst du bei richtigem Hunger. Isst du unter dem Grundumsatz, baut der Körper langfristig vermehrt Muskeleiweiß ab. Du wirst also viele Muskeln verlieren und somit sinkt dein Grundumsatz. Und das umso mehr, umso weniger du isst.
Binge Eating- Gelüste steigen und man kennt das, dass viele, die Extremdiäten machen irgendwann so einen Hunger kriegen, dass ihr Sättigungsgefühl komplett zum Erliegen kommt.

Außerdem ist ein Grund, wieso man nicht abnimmt oft auch Inaktivität.
Wer wenig Energie verbraucht, darf nicht viel essen, da er sonst nicht abnimmt. Und wer darüber hinaus nicht richtig trackt und zu viele Kalorien aufnimmt, kommt nicht mehr auf ein ausreichendes Defizit und nimmt nicht mehr ab. Das sind die häufigsten Abnehmfehler.

Der Körper kann obendrein seine Körpertemperatur herunterregulieren, weshalb man in Diäten oft am frieren ist. Du verringerst damit sehr effektiv deinen Grundumsatz weiter und beförderst dich langfristig in eine Sackgasse. Es gibt durchaus Menschen, die mit 1000 kcal am Tag nicht mehr abnehmen können, da der Körper alle lebensnotwendigen Funktionen im Notprogramm laufen lässt.

Wenn man lange genug zu wenig isst, ist ein Hungerstoffwechsel also tatsächlich möglich. Es ist aber für die Abnahme nicht notwendig, da schon ein kleines Defizit einen enormen Effekt über Monate haben kann. Ich z.B. habe innerhalb der letzten 6 Wochen 6 Kilo abgenommen und hatte immer wieder Tage mit 3000 kcal drin. Ständig unter dem Grundumsatz zu essen ist nicht gut.
Etwas häufiger Sport machen und die Kalorien an Trainingstagen etwas senken. Dazu evtl. die Ernährung so gestalten, dass man trotzdem noch satt wird. Leicht ist das ganz und gar nicht. Aber man kann sich dran gewöhnen.

Also möglichst sättigende Lebensmittel essen, auch mal Cheats oder Refeed-Tage sowie eine Diätpause für 2 Wochen zwischendurch mit mehr Kalorien einbauen und lange dabei bleiben. Dann nimmt man schnell genug ab.

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Re: Frage bezüglich Grundumsatz

Beitragvon Dizzz » 14 Jul 2018 08:55

CJoe1978 hat am 14 Jul 2018 08:07 geschrieben:Du kannst kurzfristig unter deinem Grundumsatz essen, um abzunehmen. Ich mache regelmäßig zwei Fastentage mit unter 1000 kcal unter der Woche, da ich so an anderen Tagen mehr essen darf, in Diäten leichter abnehme und es mir damit besser geht.

Langfristig gibt es da aber mehrere Probleme, da dein Körper ja merkt, dass er zu wenig Nahrung bekommt. Hungerhormone steigen, Testosteron fällt. Du wirst das nicht lange durchhalten. Außer, du stehst auf ständige Bauchschmerzen. Denn die bekommst du bei richtigem Hunger. Isst du unter dem Grundumsatz, baut der Körper langfristig vermehrt Muskeleiweiß ab. Du wirst also viele Muskeln verlieren und somit sinkt dein Grundumsatz. Und das umso mehr, umso weniger du isst.
Binge Eating- Gelüste steigen und man kennt das, dass viele, die Extremdiäten machen irgendwann so einen Hunger kriegen, dass ihr Sättigungsgefühl komplett zum Erliegen kommt.

Außerdem ist ein Grund, wieso man nicht abnimmt oft auch Inaktivität.
Wer wenig Energie verbraucht, darf nicht viel essen, da er sonst nicht abnimmt. Und wer darüber hinaus nicht richtig trackt und zu viele Kalorien aufnimmt, kommt nicht mehr auf ein ausreichendes Defizit und nimmt nicht mehr ab. Das sind die häufigsten Abnehmfehler.

Der Körper kann obendrein seine Körpertemperatur herunterregulieren, weshalb man in Diäten oft am frieren ist. Du verringerst damit sehr effektiv deinen Grundumsatz weiter und beförderst dich langfristig in eine Sackgasse. Es gibt durchaus Menschen, die mit 1000 kcal am Tag nicht mehr abnehmen können, da der Körper alle lebensnotwendigen Funktionen im Notprogramm laufen lässt.

Wenn man lange genug zu wenig isst, ist ein Hungerstoffwechsel also tatsächlich möglich. Es ist aber für die Abnahme nicht notwendig, da schon ein kleines Defizit einen enormen Effekt über Monate haben kann. Ich z.B. habe innerhalb der letzten 6 Wochen 6 Kilo abgenommen und hatte immer wieder Tage mit 3000 kcal drin. Ständig unter dem Grundumsatz zu essen ist nicht gut.
Etwas häufiger Sport machen und die Kalorien an Trainingstagen etwas senken. Dazu evtl. die Ernährung so gestalten, dass man trotzdem noch satt wird. Leicht ist das ganz und gar nicht. Aber man kann sich dran gewöhnen.

Also möglichst sättigende Lebensmittel essen, auch mal Cheats oder Refeed-Tage sowie eine Diätpause für 2 Wochen zwischendurch mit mehr Kalorien einbauen und lange dabei bleiben. Dann nimmt man schnell genug ab.

Ich danke dir vielmals für diese ausführlichen Antworten.

Ich möchte sicherheitshalber noch einmal nachhaken:

Wenn ich einen Grundumsatz von 2100 habe und einen Gesambedarf von (sagen wir mal) 3400 habe. Ich mache jetzt Bsp Cardio und verbrenne 1000 Kalorien. Also steigt hier nur der Gesamtbedarf auf 4400. Was mich einfach total verwirrt, ist dass überall steht, dass durch Sport der Grundumsatz steigt und nicht der Gesamtbedarf. Müsste ich dann 3100 essen um meinen Grundumsatz zu decken oder bleibt er auf 2100?
Finde das so verwirrend. :-)

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TestoM
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Re: Frage bezüglich Grundumsatz

Beitragvon TestoM » 14 Jul 2018 09:34

Dizzz hat am 14 Jul 2018 08:55 geschrieben:Was mich einfach total verwirrt, ist dass überall steht, dass durch Sport der Grundumsatz steigt und nicht der Gesamtbedarf.

Wo denn?

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Re: Frage bezüglich Grundumsatz

Beitragvon hundihandi » 14 Jul 2018 10:08

Die Definition von Grundumsatz ist der Verbrauch ohne jegliche Form von Aktivität/Bewegung.

Ich glaube du meinst eher sowas wie: Durch Sport baut man langristig Muskulatur auf und die erhöht natürlich den Grundumsatz. Jegliche Form von Gewebe muss mit Energie versorgt werden. Mehr Gewebe, höherer Grundumsatz.

Für die Praxis eher irrelevant das zu beachten.

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Re: Frage bezüglich Grundumsatz

Beitragvon CJoe1978 » 14 Jul 2018 11:03

Überall steht ohnehin Murks. Im Internet gibt es keine wirkliche Garantie, dass die Infos, die du dir suchst auch stimmen.

Dein Grundumsatz bleibt gleich, wird bei einer Abnahme aber leicht sinken, da du weniger Körpergewicht mit dir herum trägst und Fett- sowie Muskelgewebe auch mehr Kalorien in Ruhe verbrauchen. Der Unterschied ist aber gering und macht bei einer Person, die 5 Kilo abnimmt, vielleicht 50 kcal weniger aus.

Das ist aber auch der berühmt berüchtigte Jojo-Effekt. Denn jemand, der stark übergewichtig war hat einfach mehr Hunger als jemand, der es nicht war. Macht dieser keinen oder nur wenig Sport und isst nach der Abnahme wieder mehr, hat aber einen um ein haar hundert kcal geringeren Kalorienbedarf, nimmt diese Person umso schneller wieder zu.

Hast du also einen Bedarf von 4100 kcal, isst aber nur 2100 kcal, sparst du 2000 kcal ein. Ein zu hohes Kaloriendefizit, auch wenn du deinen Grundumsatz isst ist aber auch nicht zielführend. Über 1000 kcal ins Defizit würde ich längerfristig nicht gehen, da auch dadurch die Effekte wie starker Hunger, frieren, verminderte Regeneration usw. auftreten.

Kurzfristig ist das aber kein Problem. Abnehmen ist leider kein Sprint und auch, wenn wir heute immer alles auf die Schnelle wollen. Es ist einfach dumm, sich schnell runter zu hungern. Zumal du so niemals die Disziplin lernen wirst, die du langfristig brauchst, um hinterher schlank zu bleiben. Das funktioniert nur, wenn du Wege findest, wie du dich ernähren musst, um ein gewisses Gewicht zu erreichen und zu halten.

Genauso, wie es dumm ist, sich schnell fett zu fressen. Zu rauchen, zu saufen, Chemie zu nehmen usw.

Wie bei allen Dingen gilt: Die Dosis macht das Gift. Weder zu viel, noch zu wenig von etwas ist sinnvoll, wenn du lange leben möchtest.

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Re: Frage bezüglich Grundumsatz

Beitragvon Dizzz » 14 Jul 2018 11:13

CJoe1978 hat am 14 Jul 2018 11:03 geschrieben:Überall steht ohnehin Murks. Im Internet gibt es keine wirkliche Garantie, dass die Infos, die du dir suchst auch stimmen.

Dein Grundumsatz bleibt gleich, wird bei einer Abnahme aber leicht sinken, da du weniger Körpergewicht mit dir herum trägst und Fett- sowie Muskelgewebe auch mehr Kalorien in Ruhe verbrauchen. Der Unterschied ist aber gering und macht bei einer Person, die 5 Kilo abnimmt, vielleicht 50 kcal weniger aus.

Das ist aber auch der berühmt berüchtigte Jojo-Effekt. Denn jemand, der stark übergewichtig war hat einfach mehr Hunger als jemand, der es nicht war. Macht dieser keinen oder nur wenig Sport und isst nach der Abnahme wieder mehr, hat aber einen um ein haar hundert kcal geringeren Kalorienbedarf, nimmt diese Person umso schneller wieder zu.

Hast du also einen Bedarf von 4100 kcal, isst aber nur 2100 kcal, sparst du 2000 kcal ein. Ein zu hohes Kaloriendefizit, auch wenn du deinen Grundumsatz isst ist aber auch nicht zielführend. Über 1000 kcal ins Defizit würde ich längerfristig nicht gehen, da auch dadurch die Effekte wie starker Hunger, frieren, verminderte Regeneration usw. auftreten.

Kurzfristig ist das aber kein Problem. Abnehmen ist leider kein Sprint und auch, wenn wir heute immer alles auf die Schnelle wollen. Es ist einfach dumm, sich schnell runter zu hungern. Zumal du so niemals die Disziplin lernen wirst, die du langfristig brauchst, um hinterher schlank zu bleiben. Das funktioniert nur, wenn du Wege findest, wie du dich ernähren musst, um ein gewisses Gewicht zu erreichen und zu halten.

Genauso, wie es dumm ist, sich schnell fett zu fressen. Zu rauchen, zu saufen, Chemie zu nehmen usw.

Wie bei allen Dingen gilt: Die Dosis macht das Gift. Weder zu viel, noch zu wenig von etwas ist sinnvoll, wenn du lange leben möchtest.

Top! Bin nun zufrieden. #04#

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Re: Frage bezüglich Grundumsatz

Beitragvon H_D » 14 Jul 2018 12:32

Dizzz hat am 14 Jul 2018 08:55 geschrieben:
CJoe1978 hat am 14 Jul 2018 08:07 geschrieben:Du kannst kurzfristig unter deinem Grundumsatz essen, um abzunehmen. Ich mache regelmäßig zwei Fastentage mit unter 1000 kcal unter der Woche, da ich so an anderen Tagen mehr essen darf, in Diäten leichter abnehme und es mir damit besser geht.

Langfristig gibt es da aber mehrere Probleme, da dein Körper ja merkt, dass er zu wenig Nahrung bekommt. Hungerhormone steigen, Testosteron fällt. Du wirst das nicht lange durchhalten. Außer, du stehst auf ständige Bauchschmerzen. Denn die bekommst du bei richtigem Hunger. Isst du unter dem Grundumsatz, baut der Körper langfristig vermehrt Muskeleiweiß ab. Du wirst also viele Muskeln verlieren und somit sinkt dein Grundumsatz. Und das umso mehr, umso weniger du isst.
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Wenn man lange genug zu wenig isst, ist ein Hungerstoffwechsel also tatsächlich möglich. Es ist aber für die Abnahme nicht notwendig, da schon ein kleines Defizit einen enormen Effekt über Monate haben kann. Ich z.B. habe innerhalb der letzten 6 Wochen 6 Kilo abgenommen und hatte immer wieder Tage mit 3000 kcal drin. Ständig unter dem Grundumsatz zu essen ist nicht gut.
Etwas häufiger Sport machen und die Kalorien an Trainingstagen etwas senken. Dazu evtl. die Ernährung so gestalten, dass man trotzdem noch satt wird. Leicht ist das ganz und gar nicht. Aber man kann sich dran gewöhnen.

Also möglichst sättigende Lebensmittel essen, auch mal Cheats oder Refeed-Tage sowie eine Diätpause für 2 Wochen zwischendurch mit mehr Kalorien einbauen und lange dabei bleiben. Dann nimmt man schnell genug ab.

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Wenn ich einen Grundumsatz von 2100 habe und einen Gesambedarf von (sagen wir mal) 3400 habe. Ich mache jetzt Bsp Cardio und verbrenne 1000 Kalorien. Also steigt hier nur der Gesamtbedarf auf 4400. Was mich einfach total verwirrt, ist dass überall steht, dass durch Sport der Grundumsatz steigt und nicht der Gesamtbedarf. Müsste ich dann 3100 essen um meinen Grundumsatz zu decken oder bleibt er auf 2100?
Finde das so verwirrend. :-)

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