Kniebandagen für Knorpelgesundheit bei Bodybuildern

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pogokoenig
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Re: Kniebandagen für Knorpelgesundheit bei Bodybuildern

Beitragvon pogokoenig » 30 Nov 2018 14:49

TEAM-ANDRO Redaktion hat am 30 Nov 2018 13:25 geschrieben:Die Nährstoffzufuhr in Knorpeln läuft über Kompressionsdruck ab. Es müssen also mechanische Kräfte auf Knorpel wirken, damit diese erhalten bleiben, weshalb beispielsweise Raumfahrer im Weltall ein Radergometer nutzen, da dies anderenfalls im Kniegelenk aufgrund der Schwerelosigkeit nicht nennenswert möglich wäre. Tiefe Kniebeugen sind also im Sinne der Knorpelgesundheit eine sinnvolle Übungsausführung.

...
Vermutlich wird es dem ein oder anderen Leser nun bereits selbst klar geworden sein, aber führen wir dies noch einmal zusammen: Knorpel benötigen Druckkräfte, um mit Nährstoffen versorgt zu werden. Kniebeugen bis 90 Grad üben praktisch kaum Druck auf das Knorpelgewebe aus, so dass dieser Effekt erst mit tiefen Kniebeugen erreicht wird. Gleichzeitig ist der Übertritt von der tiefen Hocke in etwa eine 90° Beugung des Knies eine starke muskuläre Herausforderung, so dass bei vollem Bewegungsumfang weniger Gewicht bewegt werden würde und damit die Oberschenkelmuskulatur nicht maximal ausgereizt wird.


Sehr guter Beitrag. Vielen Dank dafür.

Ich selbst kämpfe mit Knorpelschäden 3.-4. Grades in beiden Knien; habe aber festgestellt, dass die Hantelkniebeuge mit moderatem Gewicht ( - 80kg) eine echte Wohltat ist. Dafür vertrage ich recht viel Volumen und komme damit sehr gut in die Erschöpfung.

Mit der Beugetiefe habe ich durch den Schaden allerdings meine Probleme. Einmal mit Gewicht ein Stück zu tief und ich habe tagelang Schmerzen. Beide Knie haben eine Blockade bei ca. 120° Beugetiefe. Hinhocken geht zum Beispiel gar nicht mehr.

Jetzt sagt der Artikel, dass der Kompressionsdruck nötig ist, um die Knorpelversorgung anzuregen. Er sagt aber nicht, dass dieser Druck maximal hoch sein muss. Wenn ich das richtig verstehe, könnte man also als Knorpelgeschädigter sein Aufwärmprogramm mit Maximaltiefe gestalten, um durch die Kompression alles gut zu durchbluten und die Versorgung anzuregen. Wenn es dann an die Arbeitssätze geht, beugt man einfach vorsichtig bis Paralleltiefe und bearbeitet die Quads maximal. Damit hätte ich bestofbothworlds.

Das würde sich mit meinen Erfahrungen decken, dass meine Knie sich manchmal nach den Kniebeugen besser anfühlen als vorher.

Übrigens trage ich seit letzter Einheit auch Rehband 5mm Bandagen - vorher hatte ich welche vom Orthopäden. Die Rehband tun echt gut. Der support vor allem seitlich ist sehr angenehm.

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Frank
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Re: Kniebandagen für Knorpelgesundheit bei Bodybuildern

Beitragvon Frank » 30 Nov 2018 15:04

pogokoenig hat am 30 Nov 2018 14:49 geschrieben:
TEAM-ANDRO Redaktion hat am 30 Nov 2018 13:25 geschrieben:Die Nährstoffzufuhr in Knorpeln läuft über Kompressionsdruck ab. Es müssen also mechanische Kräfte auf Knorpel wirken, damit diese erhalten bleiben, weshalb beispielsweise Raumfahrer im Weltall ein Radergometer nutzen, da dies anderenfalls im Kniegelenk aufgrund der Schwerelosigkeit nicht nennenswert möglich wäre. Tiefe Kniebeugen sind also im Sinne der Knorpelgesundheit eine sinnvolle Übungsausführung.

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Vermutlich wird es dem ein oder anderen Leser nun bereits selbst klar geworden sein, aber führen wir dies noch einmal zusammen: Knorpel benötigen Druckkräfte, um mit Nährstoffen versorgt zu werden. Kniebeugen bis 90 Grad üben praktisch kaum Druck auf das Knorpelgewebe aus, so dass dieser Effekt erst mit tiefen Kniebeugen erreicht wird. Gleichzeitig ist der Übertritt von der tiefen Hocke in etwa eine 90° Beugung des Knies eine starke muskuläre Herausforderung, so dass bei vollem Bewegungsumfang weniger Gewicht bewegt werden würde und damit die Oberschenkelmuskulatur nicht maximal ausgereizt wird.


Sehr guter Beitrag. Vielen Dank dafür.

Ich selbst kämpfe mit Knorpelschäden 3.-4. Grades in beiden Knien; habe aber festgestellt, dass die Hantelkniebeuge mit moderatem Gewicht ( - 80kg) eine echte Wohltat ist. Dafür vertrage ich recht viel Volumen und komme damit sehr gut in die Erschöpfung.

Mit der Beugetiefe habe ich durch den Schaden allerdings meine Probleme. Einmal mit Gewicht ein Stück zu tief und ich habe tagelang Schmerzen. Beide Knie haben eine Blockade bei ca. 120° Beugetiefe. Hinhocken geht zum Beispiel gar nicht mehr.

Jetzt sagt der Artikel, dass der Kompressionsdruck nötig ist, um die Knorpelversorgung anzuregen. Er sagt aber nicht, dass dieser Druck maximal hoch sein muss. Wenn ich das richtig verstehe, könnte man also als Knorpelgeschädigter sein Aufwärmprogramm mit Maximaltiefe gestalten, um durch die Kompression alles gut zu durchbluten und die Versorgung anzuregen. Wenn es dann an die Arbeitssätze geht, beugt man einfach vorsichtig bis Paralleltiefe und bearbeitet die Quads maximal. Damit hätte ich bestofbothworlds.

Das würde sich mit meinen Erfahrungen decken, dass meine Knie sich manchmal nach den Kniebeugen besser anfühlen als vorher.

Übrigens trage ich seit letzter Einheit auch Rehband 5mm Bandagen - vorher hatte ich welche vom Orthopäden. Die Rehband tun echt gut. Der support vor allem seitlich ist sehr angenehm.

ob das jetzt maximal sein muss (ist ja immer schwierig, was pauschal im Internet zu kommunizieren) sei mal dahingestellt. aber der knorpel wird eben nicht wie "normales" gewebe durchblutet, sondern braucht das "zusammenquetschen", um umfangreich mit Nährstoffen versorgt zu werden.

ich kenne mich mit deiner vorschädigung nicht aus, da dürfte eine sichere und vernünftige technik aber nochmal wichtiger sein, wobei das generell ja sowieso gilt.

eigentlich hätte ich aber auch gedacht, dass so etwas vom Arzt oder Physio thematisiert wird, wenn man eingeschränkte bewegungsmöglichkeiten hat. funktionieren denn springen und laufen?

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Re: Kniebandagen für Knorpelgesundheit bei Bodybuildern

Beitragvon pogokoenig » 30 Nov 2018 16:07

Frank hat am 30 Nov 2018 15:04 geschrieben:ob das jetzt maximal sein muss (ist ja immer schwierig, was pauschal im Internet zu kommunizieren) sei mal dahingestellt. aber der knorpel wird eben nicht wie "normales" gewebe durchblutet, sondern braucht das "zusammenquetschen", um umfangreich mit Nährstoffen versorgt zu werden.

ich kenne mich mit deiner vorschädigung nicht aus, da dürfte eine sichere und vernünftige technik aber nochmal wichtiger sein, wobei das generell ja sowieso gilt.

eigentlich hätte ich aber auch gedacht, dass so etwas vom Arzt oder Physio thematisiert wird, wenn man eingeschränkte bewegungsmöglichkeiten hat. funktionieren denn springen und laufen?


Mit Arzt und Physio ist das bisher ein jahrelanger Prozess und wir können uns auf diese Form der Hantelkniebeuge sehr gut verständigen. Im Grunde ist das ein Trial and Error. Man merkt sehr schnell, was einem guttut und was nicht. Meine Erfahrung bestätigt mir tatsächlich das oben Geschriebene: Tiefe (soweit für mich maximal möglich) Kniebeuge mit Körpergewicht (+20, 40, 50kg) scheint zumindest bei mir eine positive Wirkung zu haben. Wenn es schwerer wird, dann eben nicht mehr und ich nehme die Tiefe ein bißchen raus.

Wie dem auch sei: Die Information mit dem Zusammenquetschen des Knorpels ist neu für mich und sehr hilfreich.

Springen und Laufen kann ich seit 4 Jahren nicht mehr. (Dann hab ich auch ne gute Ausrede gegen Cardio.)

Snoopy67
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Re: Kniebandagen für Knorpelgesundheit bei Bodybuildern

Beitragvon Snoopy67 » 01 Dez 2018 15:04

Sehr guter Artikel wie immer!!!

Das Gewichtstraining aus gesundheitlicher Sicht und nicht nur unter leistungsoptimiertem Aspekt
zu betrachten wird nur hier im Forum in der vorliegenden Qualität geboten.

Danke dafür!!!

In dem Zusammenhang wäre eine vergleichbare Betrachtung von anderen Übungen wie z.B. Kreuzheben
auch sehr interessant
(Lastverteilung auf der Wirbelsäule, Auswirkung auf die Bandscheiben, Kreuzheben mit Bandscheibenvorfall), BD, vorgebeugtes Rudern, Frontdrücken.

Danke im voraus.

-Peppii-
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Re: Kniebandagen für Knorpelgesundheit bei Bodybuildern

Beitragvon -Peppii- » 01 Dez 2018 18:52

Danke Frank für den Klasse Artikel :)

wie siehst du allgemein Beinübungen (Kreuzheben, Beinbeuger, Beinstrecker) bei Knorpelschäden /Arthrose?Was ist zu empfehlen was nicht? welche Ausführungen?
Ich habe aus Angst es zu verschlimmern das Beintraining seit gut einem Jahr ausgelassen ( Obwohl es mein Lieblings Trainingstag war).

Fahre seitdem viel Rad und dehne viel . nun Überlege ich seit geraumer Zeit wieder mit dem Beintraining zu beginnen , daher kommt dein Artikel hier zur rechten Zeit :)


Wäre dir für eine Antwort dankbar

sportliche Grüße Philipp


von den Ärzten kommt leider nur " nicht an Beinstreck/Beuge/presse trainieren ....

pogokoenig
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Re: Kniebandagen für Knorpelgesundheit bei Bodybuildern

Beitragvon pogokoenig » 03 Dez 2018 09:48

-Peppii- hat am 01 Dez 2018 18:52 geschrieben:Danke Frank für den Klasse Artikel :)
....Ich habe aus Angst es zu verschlimmern das Beintraining seit gut einem Jahr ausgelassen ....


In den meisten Fällen ist gerade das schädlich. Probier es aus.

Ich finde es geradezu spannend, die Beinmuskulatur zu belasten, ohne die Orthopädie unnötig zu strapazieren. Das ist ein nie endender Lernvorgang und bringt - mich zumindest - auch weiter.

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Re: Kniebandagen für Knorpelgesundheit bei Bodybuildern

Beitragvon nocheiner » 03 Dez 2018 10:21

Ich geb mal noch zu Bedenken das Bandagen den Druck auf die Sehnenscheiden erhöhen und einhergehend die Reibung darin verstärken bzw. zu unphysiologischen Ausweichungen/Bewegungen verleiten. Zusätzlich verleiten Bandagen zu überhöhten Trainingsgewichten, woraus wiederum zusätzlich, Folgeschäden in nicht gestützten Bereichen entstehen können. Falsch gewickelt oder angelegt können sie sogar das Gelenk in der Beugung auseinanderhebeln.

Bandagen sind im Grunde Krücken, nichts anderes. Sinn machen sie nur bei seltenen/besonderen, vielleicht Maximalgeschichten, im Trainingsalltag haben sie im Prinzip, meiner Meinung nach, nichts verloren. Wer wo Aua hat sollte dem Bereich Zeit zur Regeneration und Heilung geben und nicht noch mehr draufpacken.

Ansonsten finde ich im Artikel gut, das mal darauf hingewiesen wird, wie der Knorpelstoffwechsel (dazu zählen ja auch die Bandscheiben) funktioniert, und das entsprechende Be- und Entlastung auch bei Gelenksproblemen gut ist, bzw. je nach dem sein kann, bitte Befragen Sie dazu einen kompetenten und unabhängigen Arzt, nicht den Apotheker.
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#04#

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Frank
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Re: Kniebandagen für Knorpelgesundheit bei Bodybuildern

Beitragvon Frank » 03 Dez 2018 16:00

nocheiner hat am 03 Dez 2018 10:21 geschrieben:Falsch gewickelt oder angelegt können sie sogar das Gelenk in der Beugung auseinanderhebeln.

genau von solchen wird explizit abgeraten

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Re: Kniebandagen für Knorpelgesundheit bei Bodybuildern

Beitragvon RandomLift » 03 Dez 2018 18:43

-Peppii- hat am 01 Dez 2018 18:52 geschrieben:
wie siehst du allgemein Beinübungen (Kreuzheben, Beinbeuger, Beinstrecker) bei Knorpelschäden /Arthrose?Was ist zu empfehlen was nicht? welche Ausführungen?
Ich habe aus Angst es zu verschlimmern das Beintraining seit gut einem Jahr ausgelassen ( Obwohl es mein Lieblings Trainingstag war).
.....

von den Ärzten kommt leider nur " nicht an Beinstreck/Beuge/presse trainieren ....




1. kommt ganz drauf an, wo der Knorpelschaden entstanden ist.

2. Kein Training ist immer eine falsche Entscheidung. Nur durch die gesteuerte "richtige" Belastung können sich deine Strukturen (aktive und passive!!) anpasssen/verbessern. Das gilt für den ganzen Körper.

+ Vielleicht kein klassischer Bein-Tag, aber in Kombination mit Rumpf und Cardioeinheit?! Sonst bitte per PN #04#

3. Such dir bitte einen neuen Arzt


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