Schultergelenkluxation

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endstation
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Re: Schultergelenkluxation

Beitragvon endstation » 04 Okt 2010 20:53

Passiert es einmal, so hat man meist die Büchse der Pandora geöffnet.
Wünsche allen viel Glück und gute Genesung!


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testdrive
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Re: Schultergelenkluxation

Beitragvon testdrive » 14 Nov 2011 19:12

Ich weiß der Thread ist über ein Jahr alt aber hier passt meine Geschichte am besten hin.
Sie soll einigen helfen die gleiches Problem mit der Schulter haben/hatten.

Ich hatte einen Motorradunfall und habe mir dabei die Schulter rechts ausgekugelt.
Der Notarzt hat sie reponiert (eingerenkt) und ich habe eine Nacht im Krankenhaus verbracht.
Der Arzt am nächsten morgen machte mir die größten Ängste: Muskelabriss, Nerv zerstört da Arm taub, etc.

Jetzt der wichtige Teil der einige doch mal dazu bewegen sollte den Ärzten genauer auf den Zahn zu fühlen.
Ich hatte direkt am nächsten Tag einen MRT-Termin.
Das Ergebnis der MRT-Bilder war, dass ich anscheinend keine ernsthaften Verletzungen hatte außer ein paar Schwellungen.
Der Orthopäde sagte mir, dass ich Glück hatte und riet mir die Schlinge schon nach einer Woche abzulegen um die Schulter wieder zu mobilisieren.
Ich war guter Dinge und begann sogar nach Rücksprache mit dem Arzt nach 4 Wochen das Training wieder aufzunehmen.
Hierbei wählte ich leichte Gewichte und schloss Bizeps sowie Brust aus, da hier der Oberarmkopf nach vorne aus dem Schultergelenk gedrückt wird.
Nach weiteren 3 Wochen lief das Training schon recht beachtlich doch meine Schulter fühlte sich irgendwie anders an als sonst. Ich kann es schlecht beschreiben aber irgendwas fehlte mir an Stabilitätsgefühl. Zudem war ich noch erheblich im Bewegungsradius eingeschränkt.
Da mir dies keine Ruhe ließ ging ich zu einem Spezialisten der mir von einem Fußballer empfohlen wurde.

Der Spezi machte neue MRT-Bilder und sagte mir bereits vorher, dass es in 99% aller Luxationen die gewaltsam zu Stande kommen zu einer Schädigung der Kapsel, Labrum etc. kommt.
Anhand der MRT-Bilder wurde dann das wahre Ausmaß sichtbar. Schäden an Labrum, Kapsel sowie knöcherner Struktur. Um sich ein genaues Bild zu machen wurde eine Arthroskpoie samt arthroskopischer OP vereinbart.
Während der Arthroskopie stellte der Arzt dann fest, dass ein Stück knochen abgesplittert war (hab leider nicht mehr behalten welches und wo), dass mein Labrum vorderseitig komplett fehlt und die Kapsel vorderseitig so gut wie komplett abgerissen war.
Auf Grund der damals noch starken Muskulatur war es ihm jedoch nicht möglich arthroskpisch weiterzuarbeiten, weshalb ich jetzt eine schöne lange Narbe trage. :-|

Die Kapsel wurde mit 2 Ankern wieder am Knochen befestigt und das abgesplitterte Stück Knochen wieder angenäht.
Jetzt kommt der härteste Teil.
Laut Aussage des Arztes gibt es für das nicht mehr vorhandene Labrum 2 Möglichkeiten:

1. ist dies genetisch bei mir schon so nicht vorhanden gewesen in dem vorderen Bereich.
2. ist es bei dem Unfall abgerissen worden und der Körper hat es zersetzt, da es sich nunmehr fast8 Wochen lose im Gewebe befand :-| :-| *downsmilie* *downsmilie* - hier ist natürlich die Schuld bei den Ärzten vorher zu suchen die mir sagten dass alles Takko wäre...

Laut Aussage des Arztes darf ich jetzt die nächsten 3 Monate pausieren und dann langsam wieder einsteigen ins Training. Er meinte ich werde sofern ich beim Kraftsport bleibe und ihn so gewissenhaft ausführe wie das bisher der Fall war, zu 90% meine alte Stabilität der Schulter erreichen.
Den Gilchristverband zur Ruhigstellung trug ich die 5 Tage meines Krankenhausaufenthaltes. Als ich aus dem KH entlassen wurde legte ich den Verband nach Rücksprache mit dem Arzt ab und setzte zudem die Schmerzmittel ab um meinen Bewegungsradius dem Schmerzempfinden anzupassen.
Es sind jetzt 3 Wochen nach der OP vergangen und ich habe fast 70% meines alten Bewegungsradius wieder. Schulterübungen mache ich bereits jeden Morgen nach dem Aufstehen jedoch ohne Gewichte. Also Frontheben, Seitheben, etc. alles mit dem Eigengewicht des Armes mit Konzentration auf die zu kontrahierenden Muskeln. Die Schulter fühlt sich von Tag zu Tag besser an und ich kann das Training kaum noch abwarten.

Also die Moral von der Geschicht, verlasse dich auf Ärzte nicht! 8-)
Ich werde in Zukunft weiter dabei bleiben auf meinen Körper mehr zu hören als auf Ärzte und wenn es sein muss mehrere Ärzte zu konsultieren.
Hätte ich dies hier auch eher getan, hätte ich vll mein Labrum noch, sofern es mir nicht tatsächlich auf Grund genetischer Disposition fehlt.

So far!

lg *hippismilie*
"Du kannst alles machen! Nur musst du danach genauso lange gar nichts machen! 50/50 -und alles wird gut!"

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