SLAP und Pulley Läsion + OP

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Bobby Goodson
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SLAP und Pulley Läsion + OP

Beitragvon Bobby Goodson » 13 Nov 2017 18:02

Sers zusammen, aufgrund eines Arbeitsunfalls vor 2 Wochen, war ich heute beim MRT in der Schulterabteilung des LMU in München.
Befund lautet, SSP Partialruptur, SLAP und Pulley Läsion. Man empfiehlt mir eine OP, bei der die Bizepssehne gelöst werden und an einer anderen Stelle verankert wird. Die Supraspinatussehne soll geglättet werden. Im Arztbrief steht, empfohlen ASK, Bizepstenodese nach tenertonie, Debridement.

Habt ihr Erfahrungen mit der OP?
Wie war die Genesung und das Leben danach?
Wie groß sind die Einschnitte?
Wie lange musstet ihr pausieren?
Konntet ihr wenigstens Beine trainieren?

Der Arzt meint, 6 Wochen krank geschrieben und 12 Wochen kein Sport.
Zuletzt geändert von Bobby Goodson am 13 Jan 2018 13:08, insgesamt 2-mal geändert.


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Re: SLAP und Pulley Läsion

Beitragvon Dimez » 13 Nov 2017 22:47

Gude,

Habt ihr Erfahrungen mit der OP?
- Nein, aber ein Kumpel

Wie war die Genesung und das Leben danach?
- Reha, Mobilität, Belastungen extrem langsam steigern, aber wirklich permanent dran arbeiten Zwecks Beweglichkeit. Dieser Prozess entscheidet maßgeblich wie gut alles nach erfolgreicher Reha funktioniert

Wie groß sind die Einschnitte?
- minimal-invasiv arthroskopisch

Wie lange musstet ihr pausieren?
- bei Ihm waren es 3 Monate meine ich

Konntet ihr wenigstens Beine trainieren?
- Ja, aber sehr vorsichtig, am besten 3-4 Wochen sogar abwarten

---------------------------------------------

Habe selber diese Erfahrung nicht gemacht, aber mein Trainingspartner.

Durch jahrelanges trainieren und "falsche Drücktechnick" hat er sich den Ansatz der Bizepssehne vorgeschädigt und durch einen dummen "Unfall" dann schlussendlich durchgerissen.

Bei Ihm haben Sie auch das Ende der Sehne geglättet und wieder verankert.
Laut Ihm fühlt sich alles stabiler an als je zuvor, die andere "gesunde" Schulter macht da eher faxen.

Wenn du seit Jahren Probleme an der Schulter hast und nicht schmerzfrei bist, gehe ich davon aus, das konservative Methoden bei dir fehlgeschlagen sind oder du nichts bewusst dagegen gemacht hast.

Unter diesen Umständen würde ich mir die OP gönnen.


Grüße,
Dimez

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Re: SLAP und Pulley Läsion

Beitragvon maddin.g » 14 Nov 2017 15:54

Dimez hat am 13 Nov 2017 22:47 geschrieben:Wenn du seit Jahren Probleme an der Schulter hast und nicht schmerzfrei bist, gehe ich davon aus, das konservative Methoden bei dir fehlgeschlagen sind oder du nichts bewusst dagegen gemacht hast.

Unter diesen Umständen würde ich mir die OP gönnen.


100% Zustimmung.
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Bobby Goodson
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Re: SLAP und Pulley Läsion

Beitragvon Bobby Goodson » 14 Nov 2017 17:39

Am Fr hab ich nen Termin bei nem anderen Chirurgen/Orthopäden und hol mir da ne zweite Meinung. Aber, da ich seit Jahren und auch ohne Belastung, nie schmerzfrei war, werd ich mich wohl dazu entschließen.
Hey Maddin und die, Danke für eure Meinung.
Gibt's noch andere Tipps, Meinungen oder sogar eigene Erfahrungen?

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Re: SLAP und Pulley Läsion

Beitragvon maddin.g » 14 Nov 2017 18:31

Kann's Dir nur aus Sicht des Operateurs schildern.
Gibt prinzipiell zwei Verfahren bei Bizepstenodesen, je nach verwendeter Technik:
1) ASK mit 3 Portalen
2) Mini-Open mit kleinem Schnitt über dem Sulcus intertubercularis.

Für gewöhnlich macht man ne ASK, löst die Bizepssehne am Labrum ab, shaved sie runter bis aufs "gesunde" Gewebe, bildet mit der Restsehne eine Art Anker und schraubt diesen dann in den Sulcus intertubercularis. Kosmetisch macht es kaum einen Unterschied zu vorher, auch die Funktion ist nicht beeinträchtigt.
Supraspinatussehne glätten und subacromiale Dekompression ist ein Routineeingriff und wird auch in der ASK gemacht. Alles in allem ca. eine Stunde OP.

Schonung ist V.a. im Hinblick auf den Bizepsanker angesagt, wie lange hängt vom Operateur/der Klinik ab.

Würde Dir bei deiner Beschreibung oben wirklich zu dem Eingriff raten.
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Re: SLAP und Pulley Läsion

Beitragvon Bobby Goodson » 15 Nov 2017 00:33

Bist du Chirurg oder woher dieses Wissen?
Bei mir sollen 3 Schnitte gemacht und der Anker an einer anderen Stelle gesetzt werden.
Was mir auch bisschen Kopf zerbrechen macht, bin großflächig tätowiert und genau an der Stelle ist ein wichtiges Detail. Laut des Chirurgen, kann man nach 3 Monaten wieder voll angreifen. Wenn da stimmt ist es ok, wäre ich Ende des Jahres, hoffentlich Schmerzfrei, da wo ich vor 5 Jahren war. Bleibt aber halt eine OP, die schief gehen bzw nicht den Erfolg haben wird, die sie erzielen soll :(

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Re: SLAP und Pulley Läsion

Beitragvon maddin.g » 15 Nov 2017 10:50

Bobby Goodson hat am 15 Nov 2017 00:33 geschrieben:Bist du Chirurg oder woher dieses Wissen?
Bei mir sollen 3 Schnitte gemacht und der Anker an einer anderen Stelle gesetzt werden.
Was mir auch bisschen Kopf zerbrechen macht, bin großflächig tätowiert und genau an der Stelle ist ein wichtiges Detail. Laut des Chirurgen, kann man nach 3 Monaten wieder voll angreifen. Wenn da stimmt ist es ok, wäre ich Ende des Jahres, hoffentlich Schmerzfrei, da wo ich vor 5 Jahren war. Bleibt aber halt eine OP, die schief gehen bzw nicht den Erfolg haben wird, die sie erzielen soll :(


(Noch) Assistenzarzt. Hört sich nach ner ASK an. Gibt durchaus auch Möglichkeiten die Sehne woanders zu verankern, am Coracoid z.B., weiß jetzt nicht was mit Dir besprochen wurde. Kosmetisch macht es aber wie gesagt kaum sichtbare Veränderungen was das Aussehen des Muskelbauches angeht. 3 Monate sind absolut realistisch. Meistens hängt der OP-Erfolg nicht von der eigentlichen Prozedur ab (vorausgesetzt er führt sie lege artis durch), sondern vielmehr von einer adäquaten Nachbehandlung. Diese ist sowohl von der Fachkunde des Physios (früh drum kümmern!), als auch im entscheidenden Maße von der Compliance des Patienten abhängig (Stichwort: zu frühe, inadäquate Belastung; unbedingt konsequente Beübung auch privat, mehrfach täglich).

Besprich das mit dem Tattoo am besten mit Operateur, vllt. gibt es ja eine elegante Möglichkeit der Schnitfführung, die das Gesamtbild weniger verunstaltet ;)
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Re: SLAP und Pulley Läsion

Beitragvon Bobby Goodson » 15 Nov 2017 15:59

Also gute Physios sind zum Glück einige bei mir in der Nähe. Vorteil an dem Arbeitsunfall ist, dass ich sogar zu nem privaten gehen kann, denn ich vorher selber zahlen musste. Werde mich hüten die Schulter zu früh zu belasten. Bin heute abend schon beim Physio und werd es mit ihm besprechen.

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Re: SLAP und Pulley Läsion

Beitragvon Bobby Goodson » 04 Dez 2017 18:45

Am 9.1 ist es soweit.
Eine Nacht bleib ich im Krankenhaus und am nächsten Tag gleich Physio. Hab jetzt mit meinem Therapeuten 3x die Woche für die ersten 3 Wochen ausgemacht.

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Re: SLAP und Pulley Läsion

Beitragvon maddin.g » 04 Dez 2017 22:38

Hört sich doch gut an. Viel Erfolg!
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Re: SLAP und Pulley Läsion

Beitragvon Saeumling » 28 Dez 2017 17:13

Habe in etwa das gleiche hinter mir. Zumindest Pulley Läsion klingt vertraut. Wenn noch Bedarf besteht suche ich nachher mal den OP Bericht raus?

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Re: SLAP und Pulley Läsion

Beitragvon Bobby Goodson » 28 Dez 2017 19:18

Natürlich

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Re: SLAP und Pulley Läsion

Beitragvon Saeumling » 28 Dez 2017 20:57

Na gut, ich versuche mal was zusammenzuschreiben.

Vorgeschichte:
Ich hatte ungefähr anderthalb Jahre lang immer wieder Probleme mit der linken Schulter. Beim Sport, vorrangig beim Brust-und Schultertraining und vor allem danach, teilweise auch morgens nach dem Aufwachen. Bin dann irgendwann zum Orthopäden gegangen der zuerst ein Impingement Syndrom diagnostiziert hat und Physiotherapie verschrieben hat. Auch eine Überweisung an einen Schulterspezialisten habe ich bekommen. Durch die Physiotherapie wurde es aber nicht besser, so dass ich dann bei dem Spezialisten vorstellig geworden bin.

Diagnose und OP:
Bild

OP hat ca. 1 Stunde gedauert und wurde ambulant durchgeführt. Hab drei Löcher in der Schulter und einen Schnitt in der Achsel.
Die Operation ist jetzt genau 8 Wochen her und ich bin wirklich positiv überrascht wie schnell die Heilung voranschreitet. Habe zwei Mal die Woche Physiotherapie, am Anfang mit Lymphdrainage und mittlerweile nur noch Krankengymnastik. Meine Schulter schmerzt wirklich nur noch minimal, der Bewegungsradius ist auch fast wieder hergestellt. Die Kontrolle beim Operateur nach 6 Wochen hat den guten Heilungsprozess auch bestätigt.

Wie gehts weiter?
An Training mit Gewichten ist noch nicht zu denken, dafür bin ich auch einfach zu schissig. Ich trainiere Bizeps mit dem Theraband, das aber auch nur nach Anweisung des Therapeuten. Beintraining sollte gehen. Ich mache Liegestütze an der Wand, auch nach Anweisung des Therapeuten. Die Bewegung ist wichtig um das Gelenk, die Muskeln etc. wieder an die Belastung zu gewöhnen.
Ich habe mir jetzt über Weihnachten noch die Ruhe gegönnt und möchte ab Januar wieder langsam anfangen.


Joa ich glaub das wars erstmal, wenn du noch was wissen möchtest, einfach fragen.

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Re: SLAP und Pulley Läsion

Beitragvon Bobby Goodson » 28 Dez 2017 21:23

Danke für deinen ausführlichen Bericht.
Im neuen Jahr bist du dann bei ca 12 Wochen nach der OP, wie wird da dein Training aussehen?
Hast du auch für daheim, so ne Maschine bekommen?

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Re: SLAP und Pulley Läsion

Beitragvon Saeumling » 28 Dez 2017 23:59

Nein, eine Maschine habe ich nicht bekommen.

Ich denke ich werde mit Eigengewichtsübungen starten, viel dehnen und weiterhin viel für die hintere Schulter tun. In meinem Rehabilitationsplan steht "keine forcierte Ellenbogenflexion gegen Widerstände bis 3 Monate postoperativ." Da werde ich mich tunlichst dran halten.
Für mich wichtig ist erst einmal überhaupt wieder Bewegung in den Alltag reinzubringen, sei es durch Fahrradfahren, joggen oder eben Eigengewichtskram wie zum Beispiel Kniebeugen etc. ohne Gewicht.

Krank geschrieben war ich übrigens 2 Wochen, ich arbeite allerdings auch im Büro.

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