Pflicht im Homegym?

Power Rack: Was ist beim Kauf zu beachten?

Ein Homegym ohne ein Power Rack ist wie eine Käseplatte ohne Weintrauben. Per Definition gehört es nicht zwangsläufig dazu, aber irgendwie fehlt den meisten Menschen doch etwas, wenn es nicht dabei ist. Im Zuge der Studioschließungen aufgrund des Corona Virus werden somit viele Bodybuilder und Fitnesssportler nicht nur über die Anschaffung eines Homegyms nachgedacht haben, sondern ganz sicher auch über den Kauf eines Power Racks. In diesem Artikel wollen wir ein paar Punkte in diesem Zusammenhang ansprechen.

Wie ist dein Budget? Setze Prioritäten!


Ein Homegym kann eine kostspielige Angelegenheit sein, so dass insbesondere diejenigen, die dieser Tage spontan zum Training in den eigenen vier Wänden übergehen müssen, möglicherweise kein allzu großes Budget zur Verfügung haben. In einem anderen Artikel erhältst du daher mehrere Vorschläge, wie man bereits für 150 Euro ein Homegym zusammenstellen kann, das fraglos nicht darauf ausgelegt ist, eine alleinige Dauerlösung zu bleiben. Für die Übergangszeit wäre es aber eine akzeptable Option!


Wer dagegen etwas mehr Geld zur Verfügung hat, oder etwas langfristiger den Weg zum eigenen Homegym einschlagen will, erhält in einem weiteren Artikel eine konkrete Auflistung, was man für die Einrichtung eines Homegyms benötigt. Von der kleinen Trainingsecke bis zum vollständigen Gym werden verschiedene Möglichkeiten ausführlich dargestellt. Im Zusammenhang mit dem Thema dieses Artikels solltest du dir aber zunächst eine grundlegende Frage stellen:

Brauchst du überhaupt ein Power Rack?


Wenn du mit einem kleinen Budget die nächsten Wochen vor allem auf Kettlebells, Bänder oder Fitnessapps für die eigenen vier Wände umsteigen willst, sollte die Antwort auf die Frage klar sein. Aber auch diejenigen, die beispielsweise weiterhin ein reguläres Beintraining umsetzen wollen, müssen nicht zwangsläufig ein Power Rack kaufen, das Platz beansprucht und nach Wiedereröffnung der Fitnessstudios möglicherweise auf dem Schrott oder ebay Kleinanzeigen landet.

Wer eine Langhantel mit Scheiben und vielleicht noch ein Set Kurzhanteln zu Hause hat, hat eine Vielzahl an Übungen für die Beine zur Auswahl, die auch ohne Rack durchgeführt werden können:
  • Frontkniebeugen (Umsetzen für erste Wiederholung)
  • Hackenschmidt Kniebeugen mit Langhantel
  • (Power) Cleans
  • Kreuzheben
  • rumänisches Kreuzheben
  • Ausfallschritte mit Langhantel in FKB-Position oder Kurzhanteln
  • Bulgarian Split Squats mit Kurzhanteln
  • Thruster
Das sind mehr Übungen, als man für ein einziges Training benötigen würde, so dass durchaus noch Abwechslung am Leg Day möglich wäre!

Auf der anderen Seite brauchen wir nicht darüber diskutieren, dass wirklich schweres Frontkniebeugen oder gar reguläre Kniebeugen ohne Rack nahezu unmöglich sind. Wenn du also auf diese beiden Übungen nicht verzichten kannst oder nicht willst, wäre vielleicht noch die Trapbar eine sinnvolle Option, die eine gute Homegym-Alternative für die Beinpresse darstellt.

Wenn auch der letztgenannte Vorschlag dich nicht zufriedenstellt, dann kannst du die weiter oben gestellte Frage mit einem klaren „Ja!“ beantworten. Du brauchst ein Power Rack! Doch kaum ist das eine Problem gelöst, steht auch bereits das nächste vor der imaginären Tür:

Welches Power Rack ist für dich das beste?


Generell kann man bei Power Racks die Faustformel gelten lassen: Wer mehr Geld investiert, erhält auch eine bessere Qualität! Ohne eine pauschale Grenze ziehen zu wollen, wird man für ein Einsteigermodell für 300 Euro schlichtweg eine andere Verarbeitung bekommen, als ein Käufer, der nur für das Power Rack einen vierstelligen Betrag bereit war zu investieren.
Du solltest vor deinem Kauf insbesondere darüber nachdenken, ob du eine langfristige Dauerlösung suchst, oder nur die nächsten Wochen überbrücken willst.
Die Entscheidung kann ich dir nicht abnehmen. Hast du diese für dich allerdings getroffen, so führt es bereits zur nächsten Frage:

Wie viele Platz hast du für das Rack?

Der ein oder andere mag im ersten Moment die Größe eines Power Racks unterschätzen und sollte sich im Klaren darüber werden, was man sich ins Haus holt. Dabei ist neben der eigentlichen Fläche, auf der das Rack steht, insbesondere die Deckenhöhe ein entscheidender Punkt!

Wer beispielsweise noch Gummimatten unter seinem Rack verlegen möchte, sollte auch diese berücksichtigen und für die Umsetzung der Aufbauarbeiten gut fünf Zentimeter Spielraum bis zur Decke belassen.

Reicht ein Hantelständer?

Insbesondere, wenn man nur eine kurzfristige Lösung sucht, die vor allem günstig und platzsparend ist, sollte man darüber nachdenken, ob es ein richtiges Power Rack sein muss oder ein Hantelständer bereits genügt. Einfache Modelle, wie die Hantelständer von ScSports* gibt es bereits ab 80 Euro, wobei diese auch nur bis 120 kg belastbar sind. Deutlich mehr hält das Modell von Gorilla Sports* aus, welches ab 115 Euro zu haben ist und gemäß Hersteller mit bis zu 500 kg beladen werden kann. Man sollte sich von solchen Zahlen allerdings nicht täuschen lassen!

Insbesondere günstige Hantelständer, die einzeln aufgestellt werden, haben den großen Vorteil der Platzersparnis, sind allerdings auch ein wenig wackelig. Wer Gewichte bis maximal 100 kg auf die Langhantel packen will oder den notwendigen Platz als Hauptargument ansetzt, sollte mit einem einfachen Modell gut auskommen. Allen anderen Sportlern wäre aber auch kurzfristig zu einem Rack zu raten.

Offenes Rack oder Cage?

Führt du deine Arbeitssätze bis zum absoluten Muskelversagen aus? Wirfst du regelmäßige die Langhantel ab? Dann solltest du auf eine stabile Sicherheitsablage achten, die nicht bei jedem Power Rack zur Grundausstattung gehört, in der ein oder anderen Ausführung aber in der Regel inzwischen dabei ist.

Interessanter ist die Überlegung, ob es ein offenes Rack oder ein Cage, also ein Käfig-Modell, sein soll. Letztere haben in der Regel eine Klimmzugstange verbaut, was die Trainingsmöglichkeiten erweitert, allerdings oft auch den ein oder andere Zentimeter zusätzlicher Deckenhöhe erfordert. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die fünf Zentimetergrenze. Damit wird man keine Klimmzüge zur Brust umsetzen, aber reguläre Pull Ups weiterhin ohne Probleme in sein Training integrieren können. Ich spreche hier aus Erfahrung.

Ein günstiger Einstieg für solche Modelle ist bereits ab 300 Euro möglich. Ein Beispiel wäre der Power Cage von Fitness Reality* der mit 349 Euro etwas teurer zu Buche schlägt. Mit etwas Glück könnte man zudem ab dem 19.03. ein günstiges Power Rack bei Aldi Online kaufen.

Wer allerdings eine langfristige Lösung sucht, kommt um eine größere Investition nicht herum, denn auch hier gilt:

Wer billigt kauft, kauft langfristig zweimal

Ich selbst hatte mir vor knapp vier Jahren einen Barbarian Pro Power Cage zugelegt, der 1.300 Euro gekostet hatte und bis heute jeden Cent wert war. Der Cage ist nicht nur massiv und stabil, enthält eine Klimmzugstange und die angesprochenen Sicherheitsablagen, sondern bietet auch eine Vielzahl weitere Möglichkeiten. Hantelscheiben sind an Holmen, die am Außenbereich befestigt sind, aufsteckbar und liegen somit nicht herum. Das Rack hat zusätzlich (abnehmbare) Dipbarren mit zwei Griffbreiten und kann Dank Jammer Arms auch als Kreuzhebemaschine oder Brustpresse genutzt werden.

Wer darüber hinaus ebenso wie ich im Training immer mal wieder Resistance Bänder beim Beugen oder Drücken einsetzt, kommt auch in diesem Punkt auf seine Kosten. Andere Hersteller haben ähnliche Modelle im Angebot, die jedoch immer den ein oder anderen Zentimeter mehr Platz beanspruchen und letztendlich nie unter 1.000 Euro zu erwerben sind.


Drum prüfe, wer sich ewig bindet


Der Kauf eines Power Racks ist keine Sache, die man regelmäßig wiederholt. Während eine Hantelstange oder eine Gewichtsscheibe schnell auszutauschen wäre, stellt die Wahl für ein Power Rack in der Regel eine langfristige Entscheidung dar. Möglicherweise nicht für die Ewigkeit, aber ich vermute, dass ich mir eher ein neues Auto kaufen muss, als dass ich mein Power Rack jemals austauschen werde – und das Power Rack ist älter als mein Auto. Aus diesem Grund sollten insbesondere diejenigen, die eine dauerhafte Lösung suchen, in Ruhe abwägen und vergleichen.

Alle anderen, die nur eine schnelle Lösung für die Überbrückung oder unregelmäßige Trainingseinheiten suchen, könnten dagegen bereits mit 100 bis 300 Euro eine sinnvolle Investition finden. Letztendlich liegt die Entscheidung bei dir. Ein breites Angebot findest du unter anderem auf Megafitness.shop, Suprfit.com oder auch Strengthshop.de, wobei dies nur drei Beispiele von vielen im Internet sind.

Unabhänge Beratung erhälst du darüber hinaus von unserer Community im Homegym Kaufberatung Thread.


Hinweis:
* Es handelt sich um Amazon-Partnerlinks.

Der Autor dieses Artikels bietet individuelle Trainings- und Ernährungsberatung an. Weiteres erfahrt ihr unter become-fit.de oder schaut einfach bei seinem Podcast-Magazin TheCoachCoachCorner vorbei.

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