Portugal Pro 2021: Drei Deutsche in der Men’s Bodybuilding

Tim vs. Adolf – Gibt es einen deutschen Sieg in Estoril?

Die offene Klasse der Mr. Big Evolution Portugal Pro 2021 birgt besonders aus deutscher Sicht erhebliches Spannungspotenzial. Schafft Tim Budesheim die Qualifikation für den Mr. Olympia? Kann Adolf Burkhard für eine Sensation sorgen? Und wie schlägt sich Paul Poloczek nach seiner langen Verletzungspause?

Mit derzeit 14 gemeldeten Startern ist die offene Klasse in Estoril quantitativ stark besetzt. Hauptaugenmerk aus deutscher Sicht liegt dabei natürlich auf Tim, Adolf und Paul, aber auch die Konkurrenz darf nicht außer Acht gelassen werden.

Hier findest du alle Infos zum Livestream und den Bühnenzeiten der Athleten.

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Tim Budesheim

Tims außergewöhnliches Talent war bereits zu Juniorenzeiten zu erkennen, jedoch übereilte er nichts und feierte auf Amateurebene reihenweise Erfolge, eher er den Schritt ins die Pro League antrat. Dort schlug er dann aber mit voller Kraft ein und holte sich bei der renommierten New York Pro 2019 einen starken sechsten Platz, um sich nur kurze Zeit später bei der California Pro nur Patrick Moore geschlagen geben zu müssen. Danach nahm Tim sich eine Auszeit, um sich gemeinsam mit seinem neuen Coach Stefan Kienzl auf die Saison 2021 vorzubereiten.

Tims größte Stärke ist sicherlich seine unglaubliche Muskeldichte und die Qualität, die er sich in vielen Jahren schweren Trainings angeeignet hat. Augenscheinlich hat er insbesondere seinen Rücken noch einmal verbessern können und hat dabei seine Taille bemerkenswert schlank gehalten. Tim ist ein Athlet, bei dem in den letzten Tagen vor dem Wettkampf immer sehr viel passiert und der erst gegen Ende die volle Härte und Plastizität erhält. Der aktuelle Formcheck ist jedoch schon sehr vielversprechend. In dieser Form ist Tim ganz sicher ein Kandidat für den Sieg.



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Adolf Burkhard

Adolf war schon zu Amateurzeiten ein unglaubliches Massemonster und hat nach Erhalt der Pro Card fieberhaft daran gearbeitet, auch in der Pro League mit brachialer Masse zu bestechen. Rund 145 Kilogramm Offseasongewicht sprechen eine deutliche Sprache, daher darf man sehr gespannt auf Adolfs erste Pro Show seit etwa zwei Jahren sein.

Adolfs Stärken sind neben der Gesamtmasse sicherlich seine Beine, mit denen er schon auf den Amateurbühnen die Konkurrenz schockte. Kommt Adolf in Topform, dürfte es ein sehr spannender Vergleich zwischen ihm und Tim werden. Beinahe wäre es schon einmal zu einem direkten Vergleich zwischen den beiden gekommen: Bei der San Marino Pro 2017 rutschte Tim um Haaresbreite in eine andere Gewichtsklasse als Adolf. Während Tim zuerst seine Klasse und dann im Gesamtsiegerstechen die Pro Card gewann, musste sich Adolf knapp Dani Kaganovich geschlagen geben. Dieses Wochenende gibt es also endlich den Showdown.



Paul Poloczek


UPDATE zu Pauls Start: Paul hat bereits im Vorfeld aufgrund der unklaren Quarantänebedingungen sein Comeback auf den Wettkampf in Alicante im August verschoben. Noch ist er bei den Teilnehmern gelistet, dieser Stand war jedoch zu keinem Zeitpunkt aktuell. Wir bitten um Entschuldigung für die widersprünglichen Informationen hier im Artikel.

Paul gehört sicher schon zu den Veteranen des deutschen Bodybuildings. 2017 erfüllte er sich mit dem Gesamtsieg der Amateure auf der Arnold Classic in Ohio einen Lebenstraum und erwarb die Pro Card. Nach langer Verletzungspause kehrt er nun mit der Unterstützung seines Coaches Dennis Wolf auf die Profibühne zurück.

Pauls Stärken liegen sicherlich im Oberkörper, wo er mit einer enormen Spannweite punkten kann. Wie bei vielen größeren Athleten waren die Beine zumeist nicht ganz auf dem Niveau des Oberkörpers. Sollte er es geschafft haben, hier draufzulegen, dürfte das ein sehr spannendes Paket geben.



Wie schon eingangs bemerkt, gilt es für die drei Deutschen natürlich auch, die restliche Konkurrenz im Auge zu behalten.

Der Spanier Jaime Atienza ist ein sehr kompakter Athlet, der in einigen Posen durchaus überzeugen kann, jedoch auch strukturelle Schwächen aufweist.

Der Litauer Dainius Barzinskas ist schon ein alter Hase in der Pro League und könnte den deutschen Fans durch seine Starts auf der FIBO POWER Pro 2013 und des EVLS Prague Showdowns 2018 ein Begriff sein. Ein Kandidat für die Finalplätze dürfte er jedoch nicht sein.

Dainius Barzinskas beim EVLS Prague Showdown 2018


Alfred Chiriac reist aus Rumänien an. 2020 sicherte er sich die Qualifikation zur Mr. Olympia in der 212, baute seitdem unter Anleitung seines Coaches Patrick Tuor weiter auf und wechselte in die offene Klasse. Insbesondere der Brust-Schulter-Bereich ist sehr beeindruckend. Kommt er in Form, könnte er durchaus um die Finalplätze mitkämpfen.



Der Franzose Theo Leguerrier holte Ende Juni einen guten sechsten Platz bei der Puerto Rico Pro 2021, hat aber insbesondere in Sachen Konditionierung noch Luft nach oben.



Sergio Lima dürfte als Lokalmatador natürlich mit viel Rückenwind auf die Bühne steigen und weiß insbesondere mit seiner Mittelpartie zu überzeugen. Ein Athlet, den man auf heimischer Bühne nicht unterschätzen sollte.



Der Brasilianer William Martins ist der einzige Nicht-Europäer im Starterfeld und trat wie auch Theo Leguerrier vor wenigen Wochen in Puerto Rico an, wo er den siebten Platz holte. William hat sehr freakige Körperpartien, aber auch starke strukturelle Schwächen, die eine Topplatzierung in Estoril verhindern dürften.

Der Italiener Andrea Muzzi holte in Puerto Rico den fünften Platz und wird bestrebt sein, diesen Erfolg in Estoril zu wiederholen.



Gleiches dürfte auch für seinen Landsmann und Teamkamerad Andrea Presti gelten, der sich in Puerto Rico einen Platz weiter vorne platzieren konnte und damit die Top 3 nur knapp verfehlte.



Vielversprechend sieht der junge Ukrainer Vladyslav Suhoruchko aus dem Team Camel Crew aus.

Der Tscheche Jan Turek wird wie Alfred Chiriac von Patrick Tour vorbereitet. Die letzten Bilder zeigen einen beeindruckenden Schultergürtel, jedoch deutliche Schwächen in der Konditionierung der Beine.



Das Teilnehmerfeld beschließt der 27-jährige Pole Krystian Wolski, der wie Tim von Stefan Kienzl betreut wird. Krystian hat eine sehr ansprechende Linie, es ist aber davon auszugehen, dass ihm gegen Athleten wie eben Tim oder auch Adolf die Masse fehlen dürfte.

Auf jeden Fall wird es äußerst spannend. Alle Prognosen durcheinanderwürfeln könnte natürlich ein Start von Roelly Winklaar, über den immer wieder spekuliert wurde. Bekannt ist diesbezüglich aber noch nichts.
Wir halten euch auf jeden Fall über alle Geschehnisse auf dem Laufenden.

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