Wer kennt das nicht?

Verletzungen im Bodybuilding (I): Die Rotatorenmanschettenruptur

Also mal ehrlich, wer kennt das nicht? Man hatte einen harten und langen Arbeitstag und ist froh wenn man endlich im Studio trainieren kann.

Es ist nicht nur ein Ausgleich, nein es ist ein Teil von uns ohne den es nicht mehr geht. Voller Motivation steht man an den Hanteln, die ersten Wiederholungen gehen schon fast zu leicht. Mehr Gewicht ! Noch einmal tief durchatmen, ich sehe die Übung vor meinem geistigen Auge in Perfektion ausgeführt. Fokus. Und dann kommt plötzlich, aus dem Nichts dieser reißende Schmerz. Im ersten Moment kann man nicht einmal zuordnen, wo genau der Schmerz sitzt. Langsam lässt man von der Übung ab.

Es gibt viele Arten von Verletzungen im Bodybuilding. Es kann nur eine leichte Zerrung sein oder Überdehnung, aber auch ein Bänder- oder sogar Muskelabriss. Zunächst möchte ich eine Auflistung der am Häufigsten betroffenen Gelenke zeigen. An erster Stelle steht die Schulter, dicht gefolgt von Ellenbogen und Knie.

Dementsprechend sind auch die Verletzungen gestaffelt. Am häufigsten kommt es zur Schädigung der Rotatorenmanschette. Aber auch Sehnenansatzentzündungen des Ellenbogens sind oft gesehen, ebenso wie der Schmerz im Bereich des Knies, insbesondere der Kniescheibe.

Ich möchte euch in meinen Artikeln die Möglichkeit geben, euch mit den verschiedenen Verletzungen auseinander setzen zu können. Ich hoffe euch Anregungen bzw. Tipps geben zu können, was man im Falle einer Verletzung machen kann bzw. wie man auch gezielt vorbeugen kann.

In dem folgenden Artikel möchte ich ausführlich über die sogenannte Rotatorenmanschettenruptur berichten.

Anatomie

Die anatomischen Daten der Rotatorenmanschette möchte ich nun kurz darstellen:
  • M.supraspinatus
  • M. infraspinatus
  • M. teres major
  • M. subscapularis
Die 4 oben genannten Muskeln bilden die sogennante Rotatorenmanschette.

Wie der Name schon vermuten lässt, ist die Rotatorenmanschette zuständig für Innenrotation und Außenrotation. Zudem trägt sie einen bedeutenden Teil zur Stabilisation des Schultergelenks bei.

Der am häufigsten betroffene Muskel bzw. die Sehne dessen, ist der M. supraspinatus. Begründet ist diese Tatsache mit der anatomischen Lage.

Ursachen

Eine Ruptur bzw. eine Teilruptur der Rotatorenmanschette kann mehrere Ursachen haben. Neben traumatischen oder degenerativen Vorfällen möchte ich das Augenmerk auf die durch Sport bedingte Ruptur legen.

Schulterprobleme insbesondere diverse Probleme, mit der Rotatorenmanschette können im Zuge einer langjährigen Bodybuildingkarriere auf vielerlei Dinge zurückzuführen sein. Einseitige Belastung durch häufiges durchführen der Lieblingsübung, zu hohes Gewicht, aber natürlich auch eine falsche Technik legen oft den Grund einer solchen Verletzung.

Feststellung/Diagnose

Aufgrund der Komplexität und der Reihe an Krankheitsbildern die im Schultergelenk entstehen können, kann ich leider keine Anleitung zur Eigendiagnose geben. Letztlich muss ein Arzt her, Da führt kein Weg dran vorbei. Dieser widmet sich der Differentialdiagnostik. Diverse manuell durchgeführte Testverfahren bringen wo möglich erstes Licht in die Sache. Dennoch folgt auf jeden Fall eine Röntgenuntersuchung und ein MRT, da sonst keine klaren Bilder der Weichteile entstehen können. Bei einem verhärteten Verdacht kann man im Falle von Versagen der bildgebenden Verfahren auch eine Arthroskopie durchführen. Die stellt jedoch die letzte Instanz dar.

Therapie

Im Falle einer Rotatoren-Teil - oder Vollruptur kann man grundsätzlich aus zwei Ansätzen wählen konservativ und operativ. Entscheidend hierbei sind die Aufgaben die die Schulter zu bewältigen hat. Bei geringfügiger Belastung wird meist die konservative Methode gewählt. Diese besteht zum größten Teil aus Krankengymnastik. Hierbei wird darauf geachtet, dass die Schulter so wenig wie möglich an Einschränkung beibehält. Unterstützt wird diese Maßnahme durch die Einnahme von schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten wie z.B. Diclofenac. Auch die Anwendung von Eis fördert die Genesung.

Lautet das Ziel einen voll belastbaren Arm zu haben, ist eine operative Versorgung unumgänglich, da nur so die Sehnenanteile zusammengefügt werden können.

Zumeist findet die OP auf arthroskopischem Weg statt. In den darauf folgenden 6 Wochen muss zur Entlastung der entstandenen Sehnennaht eine Schlinge getragen werden. Eine passiv ausgeführte physiotherapeutische Behandlung ist ein ständiger Begleiter in dieser Zeit. Auch im Anschluss an diese Phase benötigt man weiterhin PT. Zur Ergänzung der normalen Therapie kann auch sehr gut im Wasser behandelt werden.

Erfolgschancen

Die OP der rupturierten Sehne führt zu einer Schmerzreduktion oder gar kompletter Schmerzfreiheit. Der endgültige Zustand und die Funktion ist abhängig von Größe, Lage und Dauer des Risses.

Jeder ist seines Glückes Schmied

Vorbeugung einer Verletzung der Rotatorenmanschette kann durch gezielte Übungen gut erreicht werden, diese werde ich später noch erläutern.

Doch auch grundlegende Dinge können euch schützen. Achtet immer auf eine korrekte Ausführung eurer Übungen, trainiert mit adäquaten Gewichten und vermeidet beim Schultertraining ein Übertreiben!

An ein Training bis hin zum Muskelversagen sollten sich nur erfahrene Athleten wagen.

Nun zu den Übungen:

1) Lying L- Flys

  • Ausgangsstellung: seitlich liegend auf einer Flachbank, die untere Hand stützt auf dem Boden.
  • Durchführung: in der Hand der zu beübenden Seite haltet ihr eine leichte KH. Der Oberarm liegt eng am Oberkörper an. Nun senkt ihr die Hantel langsam vor eurem Bauch ab und führt sie dann wieder in die Ausgangsstellung zurück.

2) Liegendes Seitheben

  • Ausgangsstellung: mit dem Oberkörper bäuchlings auf eine Flachbank, dabei wird der Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule gehalten.
  • Durchführung: In beiden Händen haltet ihr eine leichte KH. Dann führt ihr beide Arme in einer langsamen und kontrollierten Bewegung nach oben.
Ich stelle mit diesen zwei Übungen lediglich eine kleine Auswahl von Vielen dar.

Die Durchführung der Übungen sollte unbedingt mit leichten Gewichten stattfinden. Zwei bis drei Sätze mit jeweils 20-30 Wdh. täglich können euch vor einem sehr unangenehmen Prozedere schützen.

Ich hoffe ich konnte euch einen umfassenden Einblick rund um das Thema der Rotatorenmanschette gewähren.

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