Eine kurze Einführung

Schmerzen analysieren und darauf reagieren

Schmerzen beim Krafttraining sowie im Bodybuilding zu analysieren, soll das Thema des folgenden Artikels sein. Dabei sollte man gleich zu Beginn differenzieren, jegliche Schmerzen zu ignorieren und einfach weiter zu trainieren, oder beispielsweise bei einem letzten Reduktionssatz noch mal alles aus sich rauszuholen und dadurch "gute" Schmerzen im Muskel zu erzielen. Im bestmöglichen Fall ist es natürlich das Ziel, sein ganzes Leben erfolgreich zu trainieren.

Wenn man nun aber in seinem Fitnessstudio genau hinhört, wird man Dinge wie "Oh meine Schulter!", "Mein Rücken...", "Mein Knie...", "meine Schmerzmittel" und so weiter hören und ich denke, viele dieser Probleme wären vermeidbar.

Die Vorbeugung oder Verhinderung von Schmerzen beim Training

Die Ursachen für Schmerzen beim Training sind sicherlich vielfältig und meisten realisiert man diese erst dann, wenn es schon zu spät ist:
  1. zu schweres Gewicht
  2. zu wenig Regenerationszeit
  3. zu häufiges Training (Quantität statt Qualität)
  4. falsche bzw. unsaubere Technik
  5. fehlende bzw. nicht ausreichende Nährstoffversorgung
  6. schlechtes bzw. sogar Weglassen des Aufwärmens
  7. auf andere, statt auf den Körper hören
Durch das Beachten der gerade genannten Punkte, lassen sich viele Probleme vermeiden. Wenn man nun jedoch trotzdem Schmerzen haben sollte, muss man sie genauer analysieren.

Wahrnehmung von Schmerzen im Training

Wir unterscheiden im Nachfolgenden zwei Sorten von Schmerzen.

Foto: Matthias Busse

Die "guten" Schmerzen

Es gibt kein Muskelwachstum ohne Schmerz. Für uns ist dergleichen ein ständiger Begleiter und ein Hinweis auf ein erfolgreiches Training. Der Mensch besitzt 656 Muskeln, von denen jeder einzelne Muskelstrang aus Tausenden von Muskelfasern besteht.

Im Training bilden sich sehr, sehr kleine Risse in euren Muskelfasern. Dies passiert andauernd und ist ganz normal. Viele werden die entstehenden Schmerzen unter dem Begriff Muskelkater kennen.

Ein weiterer Schmerz, den wahrscheinlich jeder kennt, ist das typische "Brennen". Der Muskel wird so stark belastet, dass er sämtliches ATP (Adenosintriphosphat) aufbraucht. Die Mangelsituation macht sich dann genau durch dieses eben genannte Brennen bemerkbar.

Die "schlechten" Schmerzen

Die häufigsten schlechten Schmerzen im Training, mit denen wir konfrontiert werden, sind Gelenkschmerzen. Wenn diese eintreten, sollte es die sofortige Beendigung des Trainings der Muskelgruppe zur Folge haben. Falls man die Ursache schnell ausfindig machen kann, so sind im weiteren Training sicherlich weitere Arbeitssätze möglich. Bleibt der Schmerz jedoch und tritt womöglich auch bei anderen Übungen auf, sollte man nicht aufgrund falschen Ehrgeiz unnötig Verletzungen provozieren.

Schmerzen einordnen

Letztlich kann man es am besten so spezialisieren:
Schmerzen im Muskel sind Trainingsschmerzen und ganz normale Begleiterscheinungen einer harten Session. Schmerzen im Gelenk sollten dagegen nicht auf die leichte Schulter genommen, genau beobachtet und über eine gewisse Zeit auskuriert werden.
Natürlich muss es auch ein Warnzeichen sein, wenn ein Muskel schmerzt, welcher gar nicht trainiert wurde. Des Weiteren haben Schmerzen im zuvor trainierten Muskel auch eine gewisse Abklingdauer, wenn beispielsweise ein vermeintlicher Muskelkater nicht nach spätestens einer Woche verschwunden ist, sollte man darüber nachdenken, ob man beispielsweise einen Muskelfaserriss mit Muskelkater verwechselt.

Die Behandlung bzw. Reaktion auf Schmerzen beim Training

Natürlich gibt es verschiedene rezeptfreie Medikamente bei Gelenkschmerzen. In den meisten Fällen unterdrücken diese den Schmerz, um weiter trainieren zu können. Eine Selbstdiagnose birgt immer Risiken, gerade da der Grund für Gelenkschmerzen etwas Ernstes sein können (Sehnenscheidenentzündung, Schleimbeutelentzündung …). Aus diesem Grund lautet mein Rat, die Hilfe eines Spezialisten zu holen. Trainer, Physiotherapeuten oder Sportmediziner sind da genau die richtigen Ansprechpartner.

Abschließend noch mal der Hinweis, dass selbst diagnostizierte Schmerzmittel die Wahrnehmung hemmen und ihr im schlimmsten Fall nicht mitbekommt, wenn im Training wirklich etwas schiefgeht und ihr es meistens erst dann merkt, wenn es wirklich zu spät ist.

Fazit

Natürlich gehören Schmerzen zum Bodybuilding oder Kraftsport dazu und sind somit ständige Begleiter. Jedoch muss man diese Schmerzen differenzieren und analysieren. Die Verschleierung von Schmerzen wird unserem Ziel, so lange wie möglich erfolgreich zu trainieren, im Weg stehen und uns eher schwächen, anstatt stärken. Lernt also lieber Schmerzen zu verstehen und damit umzugehen.

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