Keine Olympia für Shawn Rhoden

Shawn Rhoden verpasst Mr. Olympia 2019 wegen Vergewaltigungsvorwurf

Gegen Shawn Rhoden, den Sieger des Mr. Olympia 2018, wurde am vergangenen Donnerstag in den USA wegen Vergewaltigung Haftbefehl erlassen. Ihm wird vorgeworfen am 12. Oktober 2018 eine Frau in einem Hotelzimmer vergewaltigt zu haben. Die Organisatoren der Olympia reagierten nun zwei Tage später, indem sie in einer Pressemitteilung bekanntgaben, dass der amtierende Mr. Olympia vom Wettbewerb im Jahr 2019 ausgeschlossen wurde.
UPDATE 14.07.2019: Statement der IFBB Pro League


Hat Shawn Rhoden eine Vergewaltigung begangen?


Shawn Rhoden soll eine namentlich nicht bekannte Frau vergewaltigt haben. Die Wettkampfbodybuilderin, die gemäß US-Medien Shawn Rhoden als Mentor sah, habe sich – wie eingangs dargestellt – mit ihm in einem Hotel getroffen. Rhoden habe sich ihr sexuell genähert, obwohl sie dies mehrfach zu verhindern versuchte. Sie sei nur aus dem Zimmer entkommen, da sie gegenüber Rhoden gemeint habe, ein Bekannter würde auf sie in der Lobby warten und misstrauisch werden, wenn sie nicht kommen würde.

Gemäß Gerichtsakten habe die Frau sich damals bereits umgehend bei der Polizei gemeldet, so dass nicht nur Rhodens DNA an ihr gefunden werden konnte, sondern im Rahmen einer körperlichen Untersuchung auch Verletzungen an der Scheide festgestellt worden sein. Inzwischen sei Shawn Rhoden für eine Kaution von 750.000 US-Dollar auf freiem Fuß.

Shawn Rhoden war nach dem Tod seines Vaters Anfang der 2000er über mehrere Jahre alkoholabhängig. Ob Rauschmittel beim Vorfall ebenfalls eine Rolle spielten, ist allerdings nur Spekulation.


Shawn Rhoden nimmt nicht am Mr. Olympia 2019 teil


Der strafrechtliche Rahmen sieht im Bundesstaat Utah für eine Vergewaltigung eine lebenslange Höchststrafe vor, wobei anzunehmen ist, dass der Strafrahmen selbst im Falle einer Verurteilung in diesem Sachverhalt nicht voll ausgeschöpft wird. Unabhängig davon wird Shawn Rhoden jedoch vor allem finanzielle Konsequenzen tragen müssen.

Neben den einschlägigen Bodybuilding-Newsseiten berichten auch bereits Medien, die sonst keinen Bezug zum Bodybuilding haben, von dem Vorfall und auch das britische Boulevardblatt Daily Mail griff die Nachricht auf. Für die Veranstalter der Olympia - die American Media LLC - offenbar Grund genug nun auch die Reißleine zu ziehen: Shawn Rhoden wurde offiziell vom Mr. Olympia ausgeschlossen. Der Ausschluss gilt für 2019 und zukünftige Jahre; außerdem wird American Media die Berichterstattung zu Shawn Rhoden in den hauseigenen Publikationen (z.B. FLEX) einstellen bis das Verfahren abgeschlossen ist.

Foto: Andreas Volmari

Auf Rhodens eigenem Instagram-Account der mit 1,6 Millionen Followern nicht von ihm selbst gepflegt werden wird, gab es bisher noch keine Reaktion auf die Vorwürfe, und auch er aktuelle Sponsor Olimp kündigte nur wenige Stunden vor Bekanntwerden der Vorwürfe auf dem eigenen Instagram-Account noch die „Road to Mr. Olympia 2019“ an, die nun vorzeitig ein Ende fand.

Sollte es nicht zu einer unvorhersehbaren Wendung kommen, ist anzunehmen, dass dies gleichzeitig das Ende der Wettkampfkarriere des 1975 geborenen Bodybuilders bedeutet.

Statement der IFBB Professional League


Am 14.07.2019 hat die IFBB Pro League ein Statement regarding Shawn Rhoden veröffentlicht: Es werden seitens der IFBB Pro League zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Maßnahmen für oder gegen Shawn Rhoden ergriffen. Die Notice wurde auch vollständig bei Instagram gepostet:





KORREKTUR 13.07.2019, 22:20: Der Ausschluss Shawn Rhodens wurde von American Media LLC in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, nicht wie ursprünglich berichtet von der IFBB.

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