Ausblick auf die Arnold Classic 2016

Sicherer Sieg für Kai Greene am Wochenende?

Leichtes Spiel für Kai Greene bei seiner Rückkehr nach Columbus? Auch wenn vieles für den Predator spricht, ist sein vermeintlich leichter Sieg keineswegs in Stein gemeißelt. Mit dem jungen Justin Compton und dem derzeit vielleicht ästhetischsten Profibodybuilder Cedric McMillan warten zwei harte Konkurrenten. Spannend wird es auch in der 212, wo ein Kampf völlig unterschiedlicher Körpertypen ansteht: Der massive Jose Raymond bekommt es mit dem vielleicht besten pound by pound Oberkörper im professionellen Bodybuilding, David Henry, und dem ausgewogenen Hidetada Yamagishi zu tun. In der Bikiniklasse darf man Janet Layug in Abwesenheit von Seriensiegerin Ashley Kaltwasser sicher als Favoritin sehen und der Fitnessklasse heißt es Daumen drücken für Regiane da Silva. Und, und, und…

Men’s Bodybuilding

Wer tritt die Nachfolge von Rekordsieger Dexter Jackson an? Die besten Karten dürfte wohl Kai Greene haben, der im letzten Jahr vor allem durch die Kontroversen rund um seine Nichtteilnahme an der Mr. Olympia von sich reden machte. Nun also die Rückkehr auf die Bühne in Columbus, eine Bühne, die er bereits in den Jahren 2009 und 2010 als Sieger verlassen durfte. Alles andere als ein Sieg des zweimaligen Siegers und mehrfachen Runner Ups in Las Vegas wäre eine faustdicke Überraschung.
In Sachen Muskelmasse wird ihm keiner seiner Gegner das Wasser reichen können, für Kai besteht das Risiko eigentlich nur darin, seine Form nicht auf den Punkt zu bringen.
Ein Risiko, dass durchaus real ist, denn seit der O 2012 hat Kai es nie wieder geschafft, eine wirkliche Topform auf die Bühne zu bringen.

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Kai Greene

Ob auch 90 Prozent reichen, das wird davon abhängen, was die Konkurrenz zu bieten hat, allen voran Justin Compton, der im letzten Jahr auf eben dieser Bühne ein sensationelles Debüt feierte und hinter Dexter und Branch den dritten Platz holte. Bereits 2015 begeisterte Justin mit der vielleicht besten Form aller Athleten und sehr gefälligen Proportionen. Nach den Arnolds hat er sich ein Jahr Auszeit genommen, die O ausgesetzt und sich voll auf seine Rückkehr nach Columbus konzentriert.
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Justin Compton
Bringt er die Form des Vorjahres mit ein paar Kilo mehr Muskelmasse, dann wird er zu einer ernsthaften Gefahr für Kai.

Cedric McMillans vierter Platz sorgte im Vorjahr für viel Aufregung. Arnold höchstpersönlich äußerte seinen Unmut darüber, dass ein Athlet mit einer derart großartigen Linie und einem solch ansprechenden Posing nur den vierten Platz erhält. Ob Arnolds Worte Wirkung zeigen werden, wird vor allem auch von Cedric selbst abhängen. Dessen Problem war in der Vergangenheit meist die Konditionierung. Kommt er wirklich in Topform, werden Kai und Justin mit ihm zu kämpfen haben.

Sollte er diese Form aber verpassen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass Branch Warren ihm den dritten Platz streitig macht, immerhin war er im Vorjahr Zweiter und konnte sich in Vegas in die Top 6 kämpfen. Was gegen Branch spricht, ist die Tatsache, dass er vergangenes Wochenende in Danzig Cedric und den Newcomer Josh Lenartowitz vorbeiziehen lassen musste. Doch wissen wir auch, dass die Amerikaner Branch lieben. Trotz aller körperlicher Defizite, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben darf man Branch nie unterschätzen.

Für Josh, der im letzten Jahr aus dem Nichts kam und sich zum Jahresende gleich einmal seinen ersten Sieg als Profi holte, wird sein erster Auftritt auf einer der großen Shows ein Gradmesser. Hat er wirklich das Zeug mit den Topleuten zu konkurrieren? Vergangene Woche konnte er immerhin unter anderem Branch hinter sich lassen. Nicht auszuschließen, dass ihm das auch in Columbus gelingt.

Auch Ambitionen auf die Top 3 dürfte Evan Centopani haben, der endlich den Ruf des ewigen Talentes abwerfen will. Ob ihm das gelingt, wird maßgeblich durch seine Beine und die Brust bestimmt. Beide Muskelgruppen waren in den letzten Jahren nicht ausreichend für eine Topplatzierung. Aktuelle Bilder lassen jedoch darauf schließen, dass er hart an seinen Schwächen gearbeitet hat. Sollte sich das auf der Bühne zeigen, ist ihm ein Platz in den Top 3 zuzutrauen, wenn nicht, könnte er sich auch schnell außerhalb der Top 6 wiederfinden, denn Athleten wie der junge Cody Montgomery, der nicht alternde Toney Freeman und der New Yorker Juan Morel warten nur auf einen Ausrutscher.

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Cedric McMillan
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Branch Warren
Spannend dürfte auch die Performance von Lukas Wyler bei seinem Profidebüt werden. Nach vielversprechenden Aufnahmen aus der Vorbereitung ist ihm durchaus zuzutrauen, etablierte Athleten wie Johnnie Jackson und Maxx Charles hinter sich zu lassen.

Die Vorwahl beginnt am Samstag um 20.00 Uhr deutscher Zeit, das Finale um 2.00 Uhr deutscher Zeit am Sonntagmorgen.

212

Im letzten Jahr siegte Jose Raymond vor Hidetada Yamagishi und untermauerte damit seinen Anspruch auf die Nummer zwei der Welt in der 212 hinter Flex Lewis. Joses Körper gibt dabei nicht selten Anlass zur Kritik: Er ist der wohl größtmögliche Freak in der 212, mit fast schon skurilen Muskelbergen und einer unglaublichen Fülle. Diese Massivität bezahlt er jedoch mit einer sehr breiten Mittelpartie und fehlenden Details.

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Jose Raymond
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Hidetada Yamagishi
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David Henry

Ganz anders Hidetada Yamagishi: Der Veteran ist im letzten Jahr endgültig in der 212 angekommen und ließ in Columbus etablierte Athleten wie Eduardo Correa hinter sich. Von den Topathleten der Klasse hat Hide wohl den ausgewogensten Körper und überzeugt mit einem ausdrucksstarken klassischen Posing.

Im letzten Jahr nicht am Start war David Henry, der sich nach seinem desaströsen Auftritt bei der Olympia 2014 eine Auszeit nahm, um 2015 in alter Stärke zurückzukehren. Davids Problem waren und werden immer die Beine sein. Sein Oberkörper zählt pound by pound sicherlich zu den Besten, die man je auf einer Profibühne gesehen hat, seine Beine waren leider meist nicht konkurrenzfähig. Ob er diese Schwäche je ausgleichen können wird, muss bezweifelt werden, weshalb ein Sieg für ihn wohl nur dann möglich sein wird, wenn die Konkurrenz patzt.
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Jason Poston


Die Vorwahl beginnt am Freitag um 19.00 Uhr deutscher Zeit, das Finale um 2.00 Uhr deutscher Zeit am Samstagmorgen.

Men’s Pyhsique

Die Inflation der Athleten der Men’s Physique macht auch vor den Profibühnen keinen Halt: Gleich 38 Athleten treten an, um den Nachfolger von Sadik Hadzovic auszukämpfen. Vorhersagen in dieser Klasse sind in der Regel so genau wie der Wetterbericht.

Mit Jason Poston und Xavisus Gayden treten nur zwei der letztjährigen Top 6-Athleten erneut an. Macht sie das zu den Favoriten? Das wird sich zeigen. Vor allem wird sich zeigen, wie die Judges im Prejudging mit einer solchen Anzahl von Athleten umgehen.

Die Vorwahl beginnt am Freitag um 16:00 Uhr deutscher Zeit, das Finale um 21:30 Uhr deutscher Zeit am Samstagmorgen.

Pro Wheelchair

Erstmals bei einem solch großen Event dabei ist die Rollstuhlklasse. Es ist schön zu sehen, dass die Veranstalter dieser Kategorie solch hohen Stellenwert einräumen und sie am Samstag zusammen mit den anderen Klassen antreten lassen. Neun Athleten warten darauf dem Publikum zu zeigen, zu welch außerordentlichen Leistungen sie trotz ihres Handicaps fähig sind.

Die Vorwahl beginnt am Samstag um 20.00 Uhr deutscher Zeit, das Finale um 2.00 Uhr deutscher Zeit am Sonntagmorgen.

Bikini International

Die Abwesenheit der Dominatorin der letzten Jahre Ashley Kaltwasser sorgt hier für Spannung. Im Vorjahr setzte sich Justine Munro, für viele die Athletin mit dem besten Po der ganzen Szene, gegen Janet Layug durch und holte sich den zweiten Platz.

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Janet Layug
Janet hingegen siegte in Brasilien gegen Ashley und brachte ihr damit die erste Niederlage seit Ewigkeiten. In Vegas wurde Janet Zweite, während die Judges Justine wohl für ihre etwas ausgeprägtere Muskulatur abstraften und auf Platz 9 setzten.

Wenn zwei sich streiten, freut sich die Dritte, könnte sich India Paulio denken, die 2015 sowohl in Columbus als auch in Las Vegas den vierten Platz holte und darauf brennen dürfte, in die Top 3 vorzustoßen. Auch Courtney King wird da ein Wörtchen mitreden wollen, konnte sie doch in Vegas India hinter sich lassen.

Die Vorwahl beginnt am Samstag um 20.00 Uhr deutscher Zeit, das Finale um 2.00 Uhr deutscher Zeit am Sonntagmorgen.

Figure International

Nach ihrem sensationellen Sieg in Las Vegas über die Seriensiegerin Nicole Wilkins, geht Latorya Watts als klare Favoritin dieser Klasse ins Rennen, wobei Candice Lewis nicht vergessen werden darf. In Abwesenheit von Nicole dürfte auch Camala Rodriguez-McClure, die im Vorjahr den Sieg bei der Figure International einfahren konnte, wine der ärgsten Verfolgerinnen sein.

Die Vorwahl beginnt am Freitag um 18.00 Uhr deutscher Zeit, das Finale um 2.00 Uhr deutscher Zeit am Samstagmorgen.

Fitness International

An einem erneuten Sieg von Oksana Grishina zweifelt wohl niemand. Zu dominant war die Russin in den letzten Jahren, nachdem sie aus dem Schatten der legendären Adela Garcia getreten war.

Spannender dürfte der Kampf um den zweiten Platz werden: Tanji Johnson wird hier wohl die besten Karten haben, nachdem sie im Vorjahr in Columbus und in Las Vegas den zweiten Platz holte. Und doch darf sich Regiane da Silva Hoffnungen machen, hat sie Tanji doch schon geschlagen.

Es bleibt abzuwarten, ob sie die gesundheitlichen Rückschläge während der Vorbereitung wegstecken kann. In Topform stehen ihr die Tore zu Platz zwei offen. Regiane muss jedoch nicht nur ein Auge auf Tanji werfen, sondern sollte auch Myriam Capes im Blick haben, immerhin konnte Myriam Regian im Vorjahr in Las Vegas aus den Top 3 verdrängen.

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Oksana Grishina

Die Vorwahl beginnt am Freitag um 18.00 Uhr deutscher Zeit, das Finale um 2.00 Uhr deutscher Zeit am Samstagmorgen.

Women’s Physique

Wer dachte, dass 38 Athleten in der Men’s Physique viel sind, der wird sich verwundert die Augen reiben, wenn die Athletinnen der Women’s Physique die Bühne betreten: 53 an der Zahl.

Nicht dabei ist die dominanten Athletinen der vergangenen Jahre Juliana Malacarne und Dana Linn Bailey. Darüber hinaus fehlt die Drittplatzierte von Columbus und Vegas aus dem Vorjahr Tycie Coppett, sodass Kira Neumann, die in Vegas Zweite hinter Juliana wurde, die besten Karten haben dürfte.

Die Vorwahl beginnt am Freitag um 16:00 Uhr deutscher Zeit, das Finale um 21:30 Uhr deutscher Zeit am Samstagmorgen.

TEAM-ANDRO berichtet natürlich wie gewohnt in bester Qualität!]

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