Original von 1988

Tom Platz - das Bodybuilding Interview

Ein Artikel von Trulyhuge.com
Von Steve Holman

Irgendwie habe ich es geschafft ein Interview mit dem immer beschäftigten Goldenen Adler selbst, Tom Platz, zu arrangieren. Ich sitze mit ihm und seiner Frau Cheryl im Wohnzimmer und bin bereit ihm kompromisslos jede einzelne Frage zu stellen, die mir einfällt.

Tom ist nun "sauber" und er hat ein paar interessante Anmerkungen bezüglich Dorgen, Wettkämpfen, dem Training und seiner Zukunft. Cheryl neben ihm, ist bereit zu ehrlichen und unverblümten Kommentaren.


IM: Seit wann bist Du jetzt wieder sauber (natural)?

TP: Ungefähr seit 2 Monaten. Ich habe die letzten drei oder vier Monate nur noch kleine Dosierungen verwendet. Ich reduzierte die Dosierungen aus psychologischen Gründen bewusst.

IM: Willst Du ohne Stoff an Wettkämpfen teilnehmen?

TP: Das kann ich jetzt noch nicht mit Sicherheit sagen. Ich will noch nicht meinen Rücktritt verkünden, obwohl ich noch viele Dinge entdecken möchte.

IM: Denkst Du, Du könntest ohne Stoff an Wettkämpfen teilnehmen?

TP: Ich wiege momentan 88 kg und habe 96 kg bei Wettkämpfen gewogen, wobei ich in der Offseason höchstens 109 kg gewogen habe. Es ist möglich natural an Wettkämpfen teilzunehmen, aber den bestimmten Look – die Qualität der Haut – wird man, meiner Meinung nach, nicht (erfolgreich) hinbekommen ohne Stoff. Es ist wie ein Auto zu polieren – wenn ich meine Corvette poliere – sieht sie erheblich besser aus. Bei einer Autoshow würde Auto durch das Polieren zwar nicht plötzlich sexy Linien bekommen aber es würde ihm ein besseres Aussehen verleihen. Das würde kein eigenes Auto erschaffen. Dasselbe ist es mit Steroiden. Steroide machen keine Sieger. Sie sind nicht verantwortlich für meinen Erfolg oder den Erfolg jemand anderes. Aber sie sind eine Hilfe. Sie vollenden ein Produkt. Das kleine bisschen Vollendung entscheidet über Sieg oder Niederlage.

IM: Nahm das Niveau Deiner Dosierungen jemals überhand?

TP: Einmal ja, ich nutzte 130 mg pro Tag. Das war aber viel zu viel für mich. Ich hatte meine besten Erfolge bei weniger als 30 mg pro Tag.

IM: Woher wusstest Du, dass Du zu viel nimmst?

TP: Extreme Reizbarkeit, Schwankungen im Wasserhaushalt und schlaflose Nächte. Ich will daraus keine große Sache machen. Ich will nicht sagen, ich wäre gegen Steroide; dass ist neue keine Religion der ich angehöre. Das ist es, was ich sage. Wenn ich die Chance dazu hätte alles noch einmal zu erleben, würde ich zumindest einen sehr ähnlichen Weg wählen. Ich will da ehrlich sein. Irgendjemand sagte mal zu mir: "Du weißt Tom, du bist ein Rebell. Du tust was du willst, du post wie du willst und sagst was auch immer du willst. Du wirst keine Show Gewinnen, aber wir lieben dich trotzdem." Ich habe nie gedacht, dass ich ein Rebell wäre.

IM: Fühlst Du Dich jetzt ohne die Verwendung von Steroiden besser?

TP: Ich würde niemals die Tatsache akzeptieren, dass Steroide Gemütszustand verändert hätten. Auch wenn es schwierig zu sagen ist, inwiefern sie Auswirkungen auf meinen Gemütszustand haben.

IM: Was denkst Du darüber Cheryl?

CP: Seitdem er nichts mehr nimmt ist es viel einfacher mit ihm zu leben. Er ist nicht dieselbe Person, er ist viel rationaler. Er überdenkt Sachen und ist einfach deutlich netter.

TP: Das erste Mal als ich das bemerkt habe kam ich zurück aus Europa. Ich begann wieder mehr zu nehmen, nachdem ich in Europa eine ziemlich niedrige Dosis gefahren bin. Ich bemerkte wie sich meine Stimmung änderte. Cheryl, die viel Zeit mit mir verbrachte, bemerkte es sofort.

CP: Er hat mir nicht erzählt, dass er wieder mehr Steroide nimmt aber ich habe ihn damit konfrontiert. Ich sagte: "Nimmst Du wieder mehr Scheiße?" und er antwortete "Yeah, wieso?". Meine Antwort darauf war: "Weil du dich wie ein Arschloch aufführst, deswegen."

IM: Hast Du seitdem Du clean bist viel von Deiner Masse verloren?

TP: Nicht wirklich, nein. Ich denke, dass es einen gewaltigen Verlust der Muskelmasse gibt. Ich habe zum Beispiel meine Beine seit ungefähr 8 Monaten nicht mehr trainiert und sie haben mehr Einschnitte und Adern als zuvor. Aber wenn ich Steroide nehme, brauche ich nicht so viel Schlaf, ich brauche so gut wie nichts essen und kann stundenlang trainieren.

IM: Es ist fast wie auf Speed.

TP: Genau. Nun funktioniere ich wie auf einen normalen Level. Ich bin in der Lage Konzepte zu verstehen. Ich bin in der Lage Cheryl anzugucken und mit ihr ganz rational über Dinge zu reden. Ich bekomme keine Wutausbrüche mehr für die ein Funken ausgereicht hat. Wenn ich ins Studio gehe, habe ich nicht mehr aus dem Bauch raus kommende Kraft immer weiterzumachen.

IM: Du trainierst immer noch nur nicht mehr so lange oder?

TP: Richtig. Meine Prioritäten liegen zur Zeit in der Schauspielerei. Das könnte sich aber wieder ändern. Ich trainiere aber immer noch sehr ernst, aber die Gewichte sind nicht mehr dieselben und mein Fokus ist ein anderer.

IM: Trainierst Du immer noch bis zum Versagen?

TP: Natürlich. Ich funktioniere immer noch in diesem Bereich. Ich habe damals mit dem Jungen aus Nigeria trainiert und wir machten vorgebeugtes Langhantelrudern. Ich machte 30 Wiederholungen und er machte 30 Wiederholungen und er schaffte die Wiederholungszahl gerade so. Ich sagte zu ihm "Du weißt, ich trainiere in einem Bereich in den Du noch nicht einmal gekommen bist und Du liegst schon auf dem Boden und japst nach Luft." Es war wirklich witzig, denn ich realisierte, dass es immer noch in mir steckt. Es ist die Fähigkeit wirklich alles zu geben, was man geben kann – zu bemerken, dass du der Beste sein kannst wenn du wirklich alles geben willst. Das ist ein Sieger. Das ist ein Champion. Zugegeben, ich hätte gerne die Sandow Trophäe in meinem Büro.

CP: Vielleicht können wir eine bestellen. (lacht)

TP: Das ist es was die Trophäen repräsentieren. Ich meine, dass ich es habe. Ich habe die Liebe zu dem Sport. Ich habe die Beziehungen zu Leuten. Ich besitze den mentalen/spirituellen Aspekt. Aber da ist ein kleines Kind in mir, das mir sagt die Trophäen wären wichtig. Es sagt: "Was zur Hölle ist los mit dir Tom? Fang an und gib alles – werde verrückt. Widme deinem Leben dem Sport, so wie du es immer getan hast." Auf der anderen Seite würde ich gerne mehr für die Schauspielerei machen.

IM: Du bist jetzt seit seit über zwei Monaten Natural, hast Du irgendwelche Ratschläge für diejenigen, die ohne Stoff trainieren?

TP: Leute, die Ernährung ist sehr wichtig. Eine Sache, bei der Steroide helfen, ist bei den Glykogenspeichern. Du musst sicher gehen, dass du genug Kohlenhydrate zu Dir nimmst, wenn Du natural bist.

IM: Du hast erwähnt, dass Deine Trainingsintensität fast dieselbe geblieben ist, Du aber die Anzahl der Sätze reduzieren musstest, richtig?

TP: Ich zähle weder Sätze noch Wiederholungen. Ich trainiere nach Gefühl. Nehmen wir das Brusttraining zum Beispiel, als ich Steroide verwendete trainierte ich meine Brust eine Stunde, seitdem ich clean bin trainiere ich sie höchstens 30-40 Minuten. Es gab mal eine Zeit vor dem Olympia, als ich Bankdrücken mit Kurzhanteln mit 68 kg Hanteln für 10 bis 12 nacheinander ausführen konnte, inklusive erzwungenen Wiederholungen bis zum Versagen und jeweils 15 Wiederholungen. Nun bin ich glücklich, wenn ich es schaffe, die 68 kg Hanteln überhaupt zu drücken. Wenn ich drei oder vier Wiederholungen für zwei Sätze schaffe ist das eine großartige Leistung.

IM: Was denkst Du über das Frauenbodybuilding? Es gibt im Moment einen riesen Kontroverse über das Testen auf Steroide. Glaubst Du die Frauen, die weitermachen sind natural?

CP: Sie sind nicht natural. Wenn sie Steroide benutzen müssen – und alle Athleten benutzen sie – sollten sie sie vielleicht legalisieren und Doktoren haben, die wissen was sie tun und ihnen weniger verabreichen als die Quacksalber. Das ist meine Meinung.

TP: Der Steroidtest ist ein Witz. Er bewirkt einen größeren Missbrauch. Ich denke Leute in meiner Position sollten ehrlich sein und Stellung beziehen. Auf diesem Weg könnten wir den Bezug zu dem Steroidkonsums verbessern. Ich finde, wir sollten es von dem Standpunkt einer missbräuchlichen Lösung angehen. Wenn wir auf Seminaren ehrlich sind und unterstützend lehren, können wir helfen die Probleme mit dem Missbrauch zu lösen. Vielleicht schaffen wir es zu einem Punkt, an dem niemand mehr Steroide benutzt, aber daran glaube ich nicht. Den Missbrauch zu leugnen ist wohl die bessere Lösung.

Jeder Athlet den ich kenne, der den Steroidtest bestand, nahm Steroide. Es gibt Medikamente, die der Situation entgegenwirken. Das schafft natürlich wieder einen größeren Missbrauch. Wenn wir die Athleten auf Steroide testen, fördern wir den Sport in den Augen der Medien und der Sport wird anerkannter werden, aber wir tun dies auf den Kosten der Athleten selbst. Mehr Probleme werden geschaffen. Leute in Europa erklärten mit übrigens, "Tom, wenn du jemals positiv getestet wirst, dann helfen wir Dir." Guck Dir Polen an. In Polen haben nicht mal was zu essen aber sie haben gigantische Labore. Es ist unglaublich.

IM: Ich denke der Knackpunkt an der Sache ist, wenn ein Athlet Steroide verwendet, sollte er dies unter medizinischer Aufsicht tun. Natürlich würde dann die Frage aufkommen, ob eine gesunde Person eine Hormontherapie bekommen sollte. Und natürlich ist das "Mehr ist besser"-Syndrom immer präsent.

TP: Übereinstimmend wird gesagt, dass ich 19981 am besten ausgesehen habe; ich sehe das zwar anders , aber jeder andere tut es. 1981 nahm ich 10 Winstrol Tabletten täglich (drei mg pro Tablette) und eine Spritze Deca Durabolin die Woche. Das war es.

IM: Ich verstehe was Du meinst. Wenn Steroide die Antwort sind, wo sind die ganzen Sergios (Oliva) und Arnolds (Schwarzenegger)?

TP: Exakt. Wieso sehen so viele Menschen aus wie Abfall, obwohl sie Steroide nehmen?

IM: Steroide sind die Politur der Genetik, die einem mitgegeben wurde; sie sind nicht der gesamte Spielball. Hattest du jemals irgendwelche Erfahrungen mit Wachstumshormonen?

TP: Nein, die habe ich nie verwendet.

IM: Kennst du irgendjemanden, der sie verwendet hat oder noch verwendet?

TP: Fast jeder nimmt sie. Nachforschungen zeigen, dass sie nicht funktionieren. Ich denke, die Leute, die Wachstumshormone verwenden, tun dies, weil sie denken, dass sie eventuelle helfen könnten. Die besten Kerle könnten genauso gut ohne sie aussehen.

So wie ich mich fühle und die meisten Wettkämpfer sich fühlen ist es eine Besessenheit. Seit meinem 10ten Lebensjahr habe ich gedacht, ich wäre aus einem bestimmten Grund auf der Erde. Die Grundlage für mich zu leben war der beste zu sein, der ich sein konnte. Wenn es nun Dinge (Steroide) gibt, die mir dabei helfen, mein persönliches Ziel zu erreichen, werde ich zwar keinen Selbstmord begehen aber ich nehme ein geringes Risiko in Kauf. Das ist der mir von Gott gegeben Zweck.

Der Grund weshalb ich aufgehört habe ist, dass ich mit Cheryl zusammen sein wollte ohne, dass Steroide zwischen uns stehen. Steroide haben mein Leben beeinträchtigt. Jeder, der einmal Steroide verwendet hat, weiß wovon ich spreche.

In Europa ist es akzeptiert, dass Athleten Steroide verwenden. In Amerika wird das gar nicht wahrgenommen. Die Europäer haben einen Weg gefunden, es mit einem geringeren Risiko zu tun, in den USA ist es verborgen. Leute, die sich den Super Bowl ansehen, wollen nicht wahr haben, dass die meisten der Athleten gedopt sind. Alle Athleten, die ich kenne, sogar Bogenschützen, verendeten oder verwenden immer noch Steroide. Golfer sind vielleicht eine Ausnahme aber von Schwimmern wurde mir etwas über Stoff beigebracht.

IM: Bodybuilder rücken aber besonders in den Fokus weil sie so anders aussehen – fast surreal. Leute können nicht glauben, dass sie nicht ohne ein Geheimnis so aussehen könnten. Lass mich Dich etwas Fragen; wenn man Dir garantieren könnte, dass alle Wettkämpfer nicht gedopt seinen, würdest Du auch ohne Doping Trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen?

TP: Mit Sicherheit, aber ich würde denken auch ohne Wettkämpfe gebe es Bodybuilder die Steroide verwenden. Du hast ein ganz besonderes Gefühl beim Training.

IM: Einen gewissen Anteil ist das Ego involviert, denn selbst ein mildes Amphetamin erlaubt die schwerere Gewichte zu verwenden, länger zu trainieren, etc.

TP: Es ist Fakt, dass Steroide nicht den Kern des Sports ausmachen, sie gehören aber zu jeder Sportart dazu.

IM: Um mal ein bisschen das Thema zu wechseln, Du hast Dich dieses Jahr nicht für den Mr. Olympia qualifiziert. War das der Auslöser?

TP: Wenn ich mich nicht qualifiziert habe, hatte das große Auswirkung auf meine Karriere. Der Grund, dass ich mich nicht wieder qualifiziert habe warf ich ein paar Fragen auf, die ich der Jury vorhielt. Ich sage nicht, dass sie falschlagen; ich wollte sie einfach ab und zu schlagen. Wir können die Regierung der Vereinigten Staaten im selben Licht betrachten – manchmal ist sie schrecklich und manchmal großartig. Ich schlage vor, dass es eine Art Gnaden Situation geben sollten, in der ein Athlet, der seit 10 Jahren nur Topplatzierungen in Folge hatte sich ein Jahr Auszeit nehmen kann – oder er sich verletzt hat oder er in einem Film mitspielen will. Albert Beckles zum Beispiel ist schon viel länger beim Olympia dabei – er sollte sich nicht qualifizieren müssen.

IM: Das ist eine dämliche Regel. Es sollte so sein, dass wenn Du es in die Top 10 geschafft hast Dich nicht mehr zu qualifizieren brauchst. Ich meine, wenn Sergio ein Comeback plant, muss er sich erst qualifizieren?


TP: Aber nichts desto trotz war es ein Geschenk für mich; es war ein Geschenk es in Detroit nicht gut zu machen; es war ein Geschenk über die Sache mit der nötigen Qualifizierung nachzudenken. Es bewirkte, dass ich noch über andere Dinge neben Sätzen und Wiederholungen zu grübelte.

CP: Dank Gott!

TP: Siehst du, was ich meine? Aber vergiss mich. Wenn es darum geht strikte Regeln in der IFBB zu haben, bin ich dafür. Wayne Demilia ist macht das richtige im dem Versuch das zu erreichen.

Ich stehe absolut hinter ihm. Aber ich denke, es sollte ein paar Anwendungen hinter diesen Regeln geben, nicht nur für mich, sondern auch für alle anderen.

IM: Wie auch immer, was ist mit Tom Platz jetzt und wohin führt es ihn in der Zukunft?

TP: Ich habe gerade die Arbeiten in einem Low Budget Film beendet, dessen Budget 2 Millionen Dollar umfasst. Er heißt "Flex". Ich sah davon letzte Woche einen Ausschnitt und es hat mir sehr gefallen. Es ist ein guter Film. Ich bin damit zu dem jetzigen Zeitpunkt zufrieden. Mein nächster Film, der ein höheres Budget hat, wird unter besseren Bedingungen und an besseren Orten gedreht. Ich spiele einen Undercover Polizisten. Eine der Voraussetzungen dafür ist, dass ich abnehme. Ich kann nicht aussehen überwältigend aussehen, weil ich verprügelt werde aber letztendlich gewinne.

Die Schauspielerei ist eine Art des Bodybuildings. Als ich 1977 nach Kalifornien gekommen bin, war es dasselbe – ich guckte, staunte und probierte Dinge aus – genau das mache ich jetzt auch (mit der Schauspielerei). Arnold sagte einmal zu mir, "Tom, erinnerst Du Dich wie es damals war? So ist es gerade auch. Damals hast Du es rausgefunden wie es läuft, mach es jetzt auch."

Ich war mit Arnold am Filmset. Nachdem ich ihm zugesehen habe, sagte ich zu mir selbst, "Gott, das ist es was ich machen will". Er ist wie eine Mentor Figur für mich - nicht ein Mentor, aber eine Mentor Figur. Ich will in die Richtung gehen. Aus diesem Grund nehme ich auch dreimal die Woche Schauspielunterricht. Aber ich bin immer noch aktiv ein Profi Bodybuilder. Was nicht heißt, dass mein Einkommen nur aus der Arbeit beim Film besteht.

Ich will nicht sagen, dass ich nächstes Jahr nicht an einem Wettkampf teilnehme; ich bin mir zur Zeit noch nicht sicher. Ich weder aber definitiv der Schauspielerei weiter nachgehen. Ich brauche es zu atmen, es ist ein zugrundeliegender Zwang.

IM: Zusammenfassend betreibst Du Bodybuilding auf Sparflamme wegen der Schauspielerei.

TP: Sparflamme ja, aber es ist eine Flamme, die niemals ausgehen wird. Bodybuilding ist mein zu Hause – meine erste große Liebe. Aber ich will auch ein Schauspieler sein und zwar ein guter Schauspieler.

IM: Ich will keine schlechten Erinnerungen zurückholen, aber kann ich Dich etwas über den Mr. Olympia 1991 fragen?

TP: Tatsächlich ist es eine wirklich schöne Erinnerung.

IM: Du fühlst Dich nicht betrogen?

TP: Nein. Wenn ich damals gewonnen hätte, wäre ich bloß ein weiterer Sieger. So bin ich die Person, die eigentlich hätte gewinnen müssen und das hat sich finanziell viel mehr ausgezahlt. Die Leute sagten, "Du weißt, er hat nicht gewonnen aber er hätte gewinnen müssen. Zahl ihm was immer er verlangt und bring ihn zu uns ins Land." Ich bin wahrscheinlich der einzige Bodybuilder, der seine Karriere darauf aufgebaut hat zu verlieren (den Mr. Olympia) anstatt zu gewinnen. Die eigene Einstellung hat viel damit zu tun.

Ich denke, die Einstellung hat auch viel mit der Schauspielerei zu tun. Es ist so als hätte ich in Arnold hineingegriffen, seine Energie aus ihm herausgeholt und sie in mich hinein getan. Das ermöglicht mir ein guter Schauspieler zu werden. Ich muss das einfach tun bevor ich sterbe. Ich habe das verlangen, der beste zu werden, der ich sein kann. Die Leute sehen das. Das ist es worum es sich im Bodybuilding und im Leben dreht.


IM: Warum denkst Du, hast Du mehr Seminare als jeder andere Bodybuilder gegeben? Was macht bei Dir den großen Unterschied aus?

TP: Ich habe mich und meine Karriere immer als Beruf angesehen. Ich wurde kaufmännisch ausgebildet. Ich habe mich immer als ein Produkt angesehen und das musste geeignet vermarktet werden.

CP: Und Du reißt Dir für die Arbeit den Arsch auf.

TP: Richtig, ich reiße mir den Arsch auf. Ich habe den Ball und es ist mir damit zu rennen. Niemand kann den Ball für mich tragen. Ich muss die Löcher sehen.

Ich bin auch zum Teil ein einfacher Bürger. Ich bin einer von ihnen. Damals als ich in den frühen 70ger Jahren im Iron Man Magazin porträtiert wurde als ein "Möchtegern" oder was auch immer, ist meine Einstellung gewachsen. Ich betreibe Bodybuilding, weil es das ist, was mich ausmacht und ich bleibe wie ich bin, egal was kommen mag. Das ist der Grund warum, warum ich bis zum Versagen und darüber hinausgehe, weil ich einfach so bin. Das ist der zentrale Punkt um voran zu kommen.

Ich komme aus einer Arbeiterklasse aus Ohio. Ich war ein junger Bursche als ich mich damals auf den Weg nach Kalifornien machte um etwas aus mir zu machen. Nun gehe ich zurück und sage, hi Leute. Ich habe mich nicht verändert. Ich bin nur hier oben (auf der Bühne) anstatt unten (im Publikum). Sie fühlen etwas Spezielles in sich, wenn sie mich auf der Bühne sehen. Das ist eines meiner Ziele – es Leuten zu ermöglichen durch mich etwas zu erleben. Es bin nicht nur ich, sondern es sind wir, die sich erhoben haben.

Ich erinnere mich daran, Arnold beim Posen zugesehen zu haben. Du warst er da oben. Es ist, wie als wenn Du einen Film siehst und Du zu Robert Redford, Burt Reynolds oder Clint Eastwood wirst.

IM: Wenn wir schon über Arnold sprechen, was glaubst Du macht ihn so erfolgreich?

TP: Es gibt drei Dinge, die über den Erfolg entscheiden. Eines davon ist dein Instinkt – dass Du genau weist, was Du im Studio anstellen und wie Du mit den Leuten umgehen musst. Das zweite ist die Genetik, sie entscheidet, wie weit Du voran kommst – Du musst mit dem, was Dir mitgegeben wurde das Beste machen. Zuletzt musst Du die Zusammenhänge verstehen – die Einzelheiten der Ernährung, die des Trainings, was auch immer, Du muss es verstehen können. Instinkt, Genetik und die Bildung (verstehen der Zusammenhänge ) sind also die drei Dinge, die über Deinen Erfolg entscheiden. Es gibt nur wenige Athleten, die alles drei besitzen und einer von ihnen ist Arnold.

IM: Es scheint, als wäre Tom Platz ein anderer geworden.

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