Deutschlands jüngster Profi

Urs Kalecinski: vom GNBF-Gesamtsieger zum Mr. Olympia-Teilnehmer

Urs Kalecinski, der seine Karriere bei der GNBF begann, hat sich in der internationalen Profi-Szene einen Namen gemacht. Der Classic Physique Athlet zählt zu einer neuen Generation Bodybuilder, die schon in sehr zartem Alter das Publikum zu beeindrucken weiß. Nachdem sich Urs auf us-amerikanischen Boden die Qualifikation sichern konnte, wird er in diesem Jahr erstmals auf der Bühne des Mr. Olympia stehen. Wir werfen einen Blick auf Urs bisherigen Werdegang.

Urs Kalecinski – ein Bodybuilding Familienunternehmen


Urs Kalecinski wurde 1998 in Schwaben geboren. Wie sein Name vermuten lässt, trägt er zur Hälfte polnische Gene in sich. Sein Vater war Gewichtheber, und die drei Söhne der Familie kamen schon in frühester Kindheit mit dem Leistungssport in Berührung.


Urs war nach eigener Aussage ein sehr aktives Kind. Seine sportlichen Wurzeln liegen im Breakdance, ein Ganzkörpersport, aus dem er bis heute eine gute Beweglichkeit und tänzerische Fähigkeiten in seinen Posings beziehen kann. Doch dann kam die Jugend und Pubertät, Urs ließ den Sport schleifen und legte schnell einige Pfunde zu. Insbesondere seine Erfolglosigkeit bei den Mädchen motivierte ihn, den Holzweg wieder zu verlassen. Sein damaliges Idol: Der große Bruder, der sich mit Turnen und Krafttraining schon als Teenager einen beeindruckenden Körper aufgebaut hatte. Urs Brüder spielen bis heute eine bedeutende Rolle im Leben des IFBB Pros.

Doch zurück zu den Anfängen: Maximal 100 Gramm Kohlenhydrate am Tag, einen Satz an jeder Maschine im Gym in jeder Einheit – so die etwas unstrukturierten Anfänge des Schwaben. Aller Fragwürdigkeit und dem altersgerechten Feiern am Wochenende zum Trotz ging das Konzept auf und Urs Kalecinski verlor unter der Betreuung seines Bruders schnell 25 Kilogramm Körpergewicht. Beflügelt vom ersten Erfolg setzte er sich die Bodybuilding-Bühne als nächstes großes Ziel.

Urs Kalecinski: vom Natural Bodybuilder zum IFBB Pro


Den Wettkampf vor Augen ließ sich Urs selbstverständlich auf ein strukturierteres Vorgehen ein. Ein richtiger Trainingsplan, strikte Diät – es reichte für den 4. Platz bei der Internationalen Deutschen Newcomer Meisterschaft 2016. Bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft des GNBF belegte er den 6. Platz bei den Junioren. Große Euphorie stellte sich bei ihm nicht ein, die in seinen Augen mäßigen Resultate ließen ihn an seinen Ambitionen zweifeln. Doch sein damaliger Coach glaubte an ihn, stellte Urs Kalecinski gar eine Karriere als Profi in Aussicht. Also blieb Urs dran und konnte sich im Natural-Bodybuilding immer besser durchsetzen.

Mit dem Junioren-, Männer- und Gesamtsieg bei der GNBF 2018 sicherte er sich dann die Profilizenz im nicht-unterstützten Bodybuilding. Doch Urs wollte es auch in der Königsklasse des Sports bis nach ganz oben schaffen, und so wechselte der damals 20-Jährige zum IFBB. Er zog temporär in die Schweiz und bereitete sich hier mit vollem Fokus auf den nächsten Bühnenauftritt vor.

Bei seinem ersten Wettkampf im neuen Verband, der Amateur Olympia UK in London, belegte er einen bemerkenswerten 4. Platz in der Men’s Classic Physique. Bei seinem nächsten Auftritt auf der Fitparade in Budapest sprang schon ein zweiter Platz heraus.

Mit einem überlegenden Sieg bei Iceland Open ging schließlich Urs Traum von der Pro-Card in der Erfüllung. Mit grade einmal 21 Jahren hatte der 1,80 Meter große Athlet es in die höchste Liga des Sports geschafft – er zählt damit zu den jüngsten Bodybuildern, denen die Profilizenz jemals verliehen wurde.

Unser Mann für den Mr. Olympia


Nach dem ereignislosen Corona-Jahr 2020 bewies Urs 2021, dass er sich auch unter den Profis nicht zu verstecken braucht. Bei der Xtreme Bodybuilding und Fitness Pro in Mexiko belegte Urs Kalecinski hinter dem Deutschen Mike Sommerfeld Platz 2. Mit seinem ersten Profisieg bei der Tampa Pro qualifizierte er sich für den hochklassigsten Wettkampf des Sports: den Mr. Olympia 2021 – der bisherige Höhepunkt in der Karriere eines jungen Mannes, der den Sport schon fast mangels Perspektive aufgeben wollte.


Urs Kalecinski in den sozialen Medien


Zugegeben: Sein Nachname ist orthografisch wenig einprägsam. Um es den Fans etwas einfacher zu machen, ist er im Netz unter seinem Pseudonym „The Miracle Bear“ zu finden. Schließlich heißt sein Vorname übersetzt auch so viel wie „großer starker Bär“, und ein Wunder ist der Werdegang des ehemaligen Breakdancers ja auch irgendwie.

Seinem Instagram-Profil @the.miraclebear folgen mehr als 40.000 Menschen. Seinen YouTube-Kanal hat er erst im April 2021 gestartet und lässt hier die wachsende Fangemeinschaft an seinen Wettkämpfen und Saisonvorbereitungen lebhaft teilhaben. So langsam professionalisiert sich das Leben des Athleten, der grade erst aus dem Führerscheinalter herausgewachsen ist. Urs lebt heute wieder in seiner schwäbischen Heimat, seinen Lebensunterhalt verdient er durch Coaching und Sponsorengelder. Seine Sportlerkarriere, die bis hierher sehr vielversprechend begonnen hat, dürfen wir weiterhin mit Spannung verfolgen.

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