Update 2021

Vitamin D als Prävention vor Corona

Bereits zu Beginn der Coronakrise geriet Vitamin D als potenzieller Schutz gegen das Virus in den Fokus der Diskussionen. Auch ich beschrieb bereits im März 2020 die grundlegenden Gedanken zur Coronaprävention im Zusammenhang mit Vitamin D. Inzwischen ist fast ein Jahr vergangen und wer die Datenbank PubMed bemüht, wird feststellen, dass sich fast 500 Studien zu dieser Thematik angesammelt haben, von denen über 50 allein bis Mitte Januar im Jahr 2021 erschienen waren. Grund genug für einen erneuten Blick auf die Thematik.

Der Zusammenhang zwischen Corona und Vitamin D


Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das einen wichtigen Schlüsselfaktor für das Immunsystem darstellt. Es aktiviert die T-Zellen, die als weiße Blutzellen den Gesundheitszustand im gesamten Körper überwachen. Kommen T-Zellen mit einem dem Körper unbekannten Krankheitserreger in Berührung, wird eine Immunreaktion in Gang gesetzt, für die der menschliche Körper auf Vitamin D angewiesen ist.


Das Virus SARS-Cov-2, wie der eigentliche Name lautet, kann wie frühere Corona-Viren Einfluss auf ein Enzym (ACE2) ausüben, was wiederum zu Lungenschädigungen führt. Da ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel bereits seit 2017 als potenzieller Schutz vor Lungenerkrankenheiten gilt, führte dies schon zu Beginn der Coronakrise zur Überlegung, dass Vitamin D ein wichtiger Schutzfaktor sein könnte.

Schütz Vitamin D vor Corona?


An dieser Stelle kann nur ein Einblick in die einführend genannte Studienlage gegeben werden. Wie so häufig gilt, dass der menschliche Organismus komplex ist und Gesundheit von einer Vielzahl an Faktoren abhängt. Insbesondere sportlich aktive Menschen sollten im Zusammenhang mit dem Open Windows Effekt verschiedene Maßnahmen zur Gesunderhaltung ergreifen.

Bereits im Mai 2020 wurde festgestellt, dass die Covid-Mortalität in nördlichen Ländern umso größer ausfiel, je mehr man sich vom 28. Grad nördlich in Richtung Pol bewegte. Dies sprach für einen (indirekten) Zusammenhang mit Vitamin D, da die Sonnenstunden sowie der Sonneneinfallwinkel in diesen Ländern zunehmend schlechter wird, wenn es um die körpereigene Vitamin-D-Produktion geht.

Im August 2020 wurde der Zusammenhang zwischen einem niedrigem Vitamin-D-Spiegel und einer Covidinfektion ebenfalls beschrieben, wobei in diesem Zusammenhang auch betont wurde, dass die Ansteckung und die Schwere des Infektionsverlaufs zwei unterschiedliche Themen sind. Letztere hänge insbesondere von Alter und allgemeinem Gesundheitszustand, genauer gesagt der Komborbidität, ab. Die Hinweise verdichteten sich somit, dass ein guter Vitamin-D-Spiegel vor der Erkrankung schützt jedoch kein statistischer Zusammenhang zur Sterblichkeit hergestellt werden konnte.

Dennoch, so argumentiert auch eine aktuelle Untersuchung steht ein niedriger Vitamin-Spiegel mit Herzkreislauf-Erkrankungen oder Diabetes im statistischen Zusammenhang, so dass die Korrelation zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und der Gefahr einer Covid-19-Erkrankung praktisch durchgehend in wissenschaftlichen Untersuchungen angesprochen wird.

Eine Meta-Studie aus November 2020 schlussfolgerte einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und der Schwere des Coviderkrankung. Eine weitere Meta-Studie aus Januar 2021 wurde sogar deutlicher, und bekräftigt auch die Korrelation mit dem Infektionsrisiko.

Welche Schlussfolgerung können wir ziehen?


Gesundheit ist ein komplexes Thema und dieses allein auf den Vitamin-D-Spiegel zu reduzieren, wäre falsch. Darüber hinaus darf Korrelation nicht mit Kausalität verwechselt werden. Von ein paar Vitamin-Pillen wird Diabetes nicht geheilt. Wer sich dagegen wenig an der frischen Luft bewegt und dadurch seine sowieso schon schlechte Vitamin-D-Versorgung noch mehr einschränkt, wird auch in anderen Lebensbereichen oftmals nicht sonderlich gesund leben.

In einem früheren Artikel verwies ich bereits auf Mikronährstoffe, die das Immunsystem schützen, was inzwischen auch in der Wissenschaft als wichtige Säule beim Schutz vor (Covid-)Erkrankungen beschrieben wird.

Darüber hinaus ist körperliche Aktivität, die nicht nur im Gym ausgeführt werden kann, neben grundlegenden Hygieneregeln wie Hände waschen, was im Frühjahr 2020 noch deutlich stärker thematisiert wurde, ein wichtiger Bestandteil der Krankheitsprävention.

Mehr zum Thema Vitamin-D-Mangel, der Bestimmung der optimalen Dosierung und welche Nachteile ein Mangel mit sich bringen kann, fasste ich bereits vor einigen Jahren im verlinkten Artikel zusammen.

In diesem Sinne bleibt das Fazit, welches ich bereits zu Beginn der Corona-Krise zog: Gesundheit ist ein wichtiges Gut, das man unabhängig von der Coronapandemie schützen sollte. Der Vitamin-D-Spiegel ist in diesem Zusammenhang nicht der einzige Faktor, aber eine wichtige Säule, die jeder Mensch ernst nehmen sollte!


Hinweis: Der Autor dieses Artikels schrieb verschiedene Bücher zu den Themen Training und Ernährung und führ auf Patreon ein Podcast-Magazin.

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