Helenes Blog

Vom Wettkampfbikini zum Singlet

Mein Gott, wo ist die Zeit hin? Seit gut 12 Wochen bin ich jetzt schon in der Vorbereitung auf den KDK-Wettkampf. Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass mir das so viel Spaß bereitet. Die Idee kam ja mehr oder minder von meinem Trainer Frank und mittlerweile bin ich voll im Flow. Bisher konnte ich mich auch super steigern, ausgenommen im Bankdrücken. Eine Steigerung um 2,5 kg mehr fühlt sich immer wie eine halbe Tonne an. Das Gute ist, ich kann von der geringen Last nie zerquetscht werden, wenn ich es nicht mehr rausgedrückt bekomme und niemand da ist, der spotten kann. Aber hey, gebeugt habe ich 90 kg und auch hier war noch Luft nach oben. Vor 12 Wochen war das noch unvorstellbar.

Zum Wettkampf selbst liebäugle ich noch mit etwas mehr. Die 100 kg wären eine magische Grenze, aber da muss man die letzten Wochen abwarten. Die ersten zwei Versuche werde ich so wählen, dass ich sie safe schaffe und einen dann auf Risiko, je nachdem, wie ich an dem Tag drauf bin. Hinzu kommt, dass ich wahrscheinlich anders nervös sein werde, als bei einem Bodybuilding Wettkampf.

Foto: Helene Fiedler

Selbst wenn ich nur in meinem Home Gym beugen muss, und ich weiß das werden wieder schwere Sätze, bin ich schon teilweise etwas aufgeputscht. Mein Selbstanspruch ist oft sehr hoch. Das macht es nicht gerade leichter. Zudem habe ich Respekt vor dem Gewicht. Verletzungsfrei die Vorbereitung zu bestreiten und nicht übermütig werden ist das A und O.

Eine absolut neue Erfahrung, mit der ich in der KDK-Vorbereitung konfrontiert worden bin, bzw. mit der ich sonst weniger Bekanntschaft gemacht habe, ist, mental öfters einfach an seine Grenze zu gehen.

Einige Wiederholungen, gerade im maximalen Bereich, sind einzig und allein Kopfsache. Gibst du auf und wirfst ab, oder kämpfst du dich über den Wendepunkt. Gefühlt dauern diese Lifts eine halbe Ewigkeit, obwohl es sich nur um ein paar Sekunden handelt. Danach bin ich einfach nur vom Kopf her total fertig. Teilweise sogar mit begleitenden Kopfschmerzen. Dennoch: das Gefühl wieder ein Stück mehr geschafft zu haben... unbezahlbar.

Der Entschluss zum Wettkampf brachte mit sich, dass ich mich mit dem Regelwerk des BVDK auseinandersetzen musste. Leider stellte ich etwas erschrocken fest, dass keine Zughilfen erlaubt sind. Da ich eigentlich immer mit Zughilfen trainiere (meine Hände gehen oft eher auf, als dass der Zielmuskel ermüdet ist), war das schonmal so ein "Oh no!"-Moment. Ich habe dann aber gedacht: "Eine Wiederholung: das passt schon!" Und siehe da, ist es eigentlich gar nicht so tricky.

Kleidung kaufen mal anders

Die Möglichkeiten seine Leistung durch passendes Equipment zu verbessern sind auch wesentlich größer. Neueste Investition waren neue Beugeschuhe. Vorher hatte ich die Adipower (älteres Modell). Seit der Vorbereitung für den KDK-Wettkampf beuge ich nun in Nike Romaleos 2. Für mich ein Unterschied wie Tag und Nacht und definitiv eine gute Geldanlage. Ich beuge in den Schuhen viel sicherer und stehe absolut stabil.

Zweite Anschaffung war ein ordentlicher Ledergürtel. Hatte ich doch vorher immer mit meinem anschmiegsamen Neopren-Gurt gebeugt. Ehrlich gesagt hatte ich mich anfangs etwas gegen die Anschaffung gesträubt. Als ich zum Technik-Check in Franks Home Gym - alias "Die Höhle" - gebeugt hatte, mit seinem harten Powerlifting Gurt, erweckte das alles andere als Glücksgefühle. Aber ich muss gestehen, die supporten viel besser, als die Neoprendinger und so hart sind sie dann doch nicht. Zumal der Klettverschluss ab und an schon Geräusche von sich gab, als würde es diesen gleich sprengen. Semi-geil, wenn man gerade bei schweren Beugen ist und um sein Leben fürchten muss, wenn das Ding auf einmal aufploppt.

Zu guter Letzt gab es noch ein paar Kniebandagen, die gefühlt auch mehr Stabilität bringen.

Im Regelwerk stand ebenso, dass ich ein Singlet benötige. Ich bin zwar auch eher die bequeme Sportklamottenträgerin im Gym, anstatt die stereo-stylische Bikiniprinzessin (No hate!), aber das entlockte mir dann doch ein leichtes Stirnrunzeln und ein "Nää, das mag ich nicht!".

Nachdem ich dann aber eines probeweise anhatte, war es doch nicht so schlimm und sah sogar ganz "stylisch" aus. An der Stelle auch einen großen Dank an den German Weightlifting Shop, der mich mit dem entsprechenden Equipment ausgestattet hat.

Ich bin sehr auf die Stimmung bei dem Wettkampf gespannt und wie viele Leute dann auf einer Landesmeisterschaft starten. Wahrscheinlich werde ich in meiner Gewichtsklasse (bis 52kg) wohl eine Minderheit bedienen. Gut abliefern ist zumindest das Ziel und vielleicht hau ich noch den ein oder anderen PR raus. Drückt mir die Daumen und ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.

Bis dahin: Good Lift
Eure (KDK Prinzessin) Helene

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