The Whey it is - alles über Whey Protein

Im Original findet man diesen Artikel unter The Whey It Is.
Autor ist Will Brink.

Wenn es eine Sache gibt, die mich immer noch sehr verwundert, dann ist es die, dass Whey Protein so beliebt ist, und dennoch eine starke Verwirrung rund um dieses Produkt herrscht. Was ist an Whey so verwirrend? Ich gehe davon aus, dass das an der irreführenden Werbung skrupelloser Supplement-Firmen, an schlecht recherchierten Artikeln selbsterklärter Gurus und der Tatsache liegt, dass Whey wirklich ein kompliziertes Protein ist. In diesem Artikel werde ich versuchen, ein für alle Male die Mythen um dieses äusserst populäre Produkt auszuräumen.

Wenn du mit dem Lesen dieses Artikels fertig bist, wirst du alle relevanten Informationen rund um Whey Protein kennen, d.h. den Unterschied zwischen Konzentrat und Isolat, zwischen mikro-Filtration und Ionen-Austausch und es werden viele andere Fragen beantwortet sein, die Leute wie ich ein um's andere Mal versucht haben zu erklären. Lies diesen Artikel aufmerksam, verinnerliche ihn und du wirst direkt zum Experten deines Studios, wenn es um Whey Protein geht. Und du kannst deine Freunde beim nächsten Grillabend begeistern, falls dieses Thema aufkommen sollte (in diesem Falle hast du allerdings seeeehr langweilige Grillabende!).

Was ist Whey eigentlich?

Wenn wir von Whey sprechen, geht es eigentlich um einen Komplex aus Protein, Milchzucker (Laktose), Fett und Mineralien. Protein ist wohl die bekannteste Komponente des Wheys und setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen: Beta-Laktoglubin, Alpha-Laktalbumin, Immunglobuline, Glycomakropeptide, Bovin Serum Albumin und selteneren Peptiden wie z.B. Laktoperoxidasen, Lysozyme und Laktoferrin, die alle ihre ganz eigenen biologischen Eigenschaften haben. Bis vor kurzem war es nicht möglich, diese Bestandteile in größerem Umfang voneinander zu trennen - für andere Zwecke als wissenschaftliche Untersuchungen war das schlichtweg zu teuer. Die Filtrierungstechnologie hat sich aber im vergangenen Jahrzehnt enorm verbessert und es den Firmen daher ermöglicht, einige von den biologisch hochaktiven Peptiden des Whey Protein, wie z.B. Laktoferrin und Laktoperoxidase zu separieren.

Einige dieser Bestandteile sind nur nur in minimalem Anteil in Kuhmilch vorhanden, meist weniger als ein Prozent. Beispielsweise kommt Laktoferrin, obwohl es ein vielversprechender Bestandteil im Kampf gegen bestimmte Erkrankungen sowie zur Verbesserung des Immunsystems und der Gesundheit allgemein zu sein scheint, nur zu ca. 0,5 % im aus Kuhmilch stammenden Whey Protein vor (zum Vergleich: in der Muttermilch beträgt der Anteil an Laktoferrin 15 %). Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat es mehrere Generationen Whey gegeben - vom Proteinpulver mit einem geringen Proteinanteil bis zu den hochkonzentrierten Protein-Isolaten.

Was macht Whey so außergewöhnlich?

Whey ist zum Basissupplement vieler Bodybuilder und anderer Athleten geworden, und das mit gutem Grund: es ist ein hochwertiges Protein mit einer Vielfalt von Vorteilen und es ist mittlerweile sogar bei den Leuten im Gebrauch, denen es um Anti-Aging und Lebensverlängerung geht.

Mehr und mehr Studien sind zu dem Schluss gekommen, dass Whey möglicherweise die Krebsrate senken, HIV bekämpfen, das Immunsystem verbessern, Stress reduzieren, Cortisol verringern, den Serotoninspiegel im Gehirn erhöhen, den Blutdruck senken, die Leberfunktion bei Hepatitispatienten und die Leistungsfähigkeit ganz allgemein verbessern kann, um nur einige der möglichen Anwendungen in Sport und Medizin zu nennen. Weiterhin hat Whey eine erstaunlich hohe biologische Wertigkeit und einen außergewöhnlich hohen Anteil an BCAAs.

Ein Haupteffekt von Whey ist seine Fähigkeit den Glutathionspiegel zu erhöhen. Die Bedeutung von Glutathion für ein intaktes Immunsystem kann nicht hoch genug geschätzt werden. Glutathion ist wohl unumstritten das wichtigste wasserlösliche Antioxidant im menschlichen Körper.

Die Konzentration von intrazellulärem Glutathion ist direkt mit der Funktionalität der Lymphozyten (einem wichtigen Teil des Immunsystems) verbunden, woraus sich schließen lässt, dass eine hohe intrazelluläre Konzentration an Glutathion eine Möglichkeit ist das Immunsystem zu stärken. Glutathion ist ein Tripeptid, bestehend aus L-Cystein, L-Glutamin und Glyzin. Von diesen drei ist Cystein die Hauptquelle der freien Sulfhydrylgruppen des Glutathions und ein limitierender Faktor für die Synthese von Glutathion (wobei die Wirkung von Whey Protein auf Glutathion ein wenig komplizierter ist als nur der Cysteingehalt).

Gerade weil Glutathion dafür bekannt ist, essentiell für das Immunsystem, oxidativen Stress und generelles Wolhbefinden zu sein, und weil ein niedriger Glutathion-Spiegel mit einer Reihe von Erkrankungen in Verbindung gebracht wird, hat Whey einen Platz in der Ernährung eines jeden verdient. Eine geringe Glutathion-Konzentration wird auch mit Übertraining in Verbindung gebracht, so dass Whey wahrscheinlich eine verbeugende oder zumindest abschwächende Wirkung gegen Übertraining haben dürfte. Was nun den Sportler angeht, so kamen einige neue Studien zu dem Schluss, dass Whey wahrscheinlich einen direkten Effekt auf Leistungsfähigkeit und Muskelmasse hat. Diese Studien sind aber erst der Anfang. So hat man in anderen Studien herausgefunden, dass oxidativer Stress zu Muskelermüdung führt - ein hoher Glutathion-Spiegel könnte dem Sportler daher erlauben länger und härter zu trainieren.

Die verschiedenen Arten von Whey Protein

Am größten ist die Verwirrung wohl, wenn es um die verschiedenen Arten geht, die es von Whey gibt: Konzentrat, Isolat, Ionen-Austausch und andere. Im den folgenden Abschnitten werde ich die Unterschiede darstellen.

Whey Protein Konzentrat

Die erste Generation von Whey Protein enthielt mit 30 - 40 % einen geringen Anteil Protein sowie hohe Anteile an Fett, Milchzucker und denaturierten Proteinen. Diese Art Whey fiel in die Kategorie "Whey Konzentrat" und wird heutzutage in der Lebensmittelindustrie zum Backen und noch für einige andere Zwecke verwendet. Moderne Whey Konzentrate hingegen enthalten 70 - 80 % Protein und der Anteil an Laktose (Milchzucker) ist reduziert. Erreicht wird dies durch die ultra-Filtrationstechnik, mit der die Laktose entfernt und so der Protein- und Fettanteil im Endprodukt gesteigert wird. Ein qualitativ hochwertiges Whey Protein Konzentrat ist trotz der Kritik einiger Supplement-Firmen, die viel Geld in die Vermarktung von Isolaten gesteckt haben, eine gute Quelle für Proteine, obwohl es einen höheren Anteil an Milchzucker, anderen Rückständen und Fett enthalten wird, als ein Isolat.

Vor- und Nachteile von Isolaten und die Diskussion "mikro-Filtrierung" oder "Ionen-Austausch"

Whey Protein Isolat enthält im allgemeinen zwischen 90 und 96 % Protein. In Untersuchungen wurde festgestellt, dass Whey Protein nur in seiner natürlichen, nicht denaturierten Form biologisch aktiv ist. D.h., dass das Entfernen von Milchzucker, Fetten, etc. von den Herstellern besonders vorsichtig durchgeführt werden muss. Der Erhalt der natürlichen, nicht denaturierten Form des Proteins ist wesentlich, wenn es um die anti-kanzerogenen und die immunverstärkenden Eigenschaften geht. Das Protein muss deswegen bei niedrigen Temperaturen und unter säurearmen Bedingungen verarbeitet werden, wenn es nicht "denaturieren" soll. Whey Protein Isolat besitzt einen Proteinanteil > 90 %, einen minimalen Anteile von Laktose und praktisch kein Fett.

Darin liegt auch der Vorteil von einem guten Whey Protein Isolat - es enthält, wenn man den Inhalt je Gramm mit Whey Konzentrat vergleicht, weniger Fett, Milchzucker und andere Rückstände. Allerdings sollte dem Leser nun schon bewusst geworden sein, dass die Zusammenhänge rund um Whey Protein recht kompliziert sind und nicht über eine einfache Größe wie den Proteinanteil dargestellt werden können. Und der sollte ohnehin nicht das wichtigste Kriterium sein, wenn es darum geht, welches Whey man am besten verwendet. Ionen-Austausch Whey hat z.B. den höchsten Anteil an Protein aller Isolate.

Ist es deshalb auch die beste Wahl, wenn es um Isolate geht? Nein, obwohl viele Supplement-Firmen es als den Heiligen Gral unter den Whey Proteinen zu vermarkten versuchen. Ionen-Austausch Whey wird dadurch gewonnen, dass man Whey Konzentrat in eine Ionen-Austausch-Säule gibt und dadurch "Ionen-Austausch Whey Isolat" erhält. Das hört sich zwar erstmal klasse an, allerdings bringt diese Technik erhebliche Nachteile mit sich. Wie bereits oben erwähnt, ist Whey ein Proteinkomplex, der sich aus vielen Protein-Unterarten (Peptiden) zusammensetzt, die jeweils ihre eigene Wirkung im Zusammenhang mit Gesundheit und Immunsystem haben. Einige dieser Protein-Unterarten sind nur in sehr geringen Mengen zu finden und machen Whey eigentlich zu dem speziellen Protein, das es ist.

Beim Ionen-Austausch Prozesses wird gerade der Anteil der wertvollsten und am meisten gesundheitsfördernden Komponenten deutlich verringert. Obwohl also der Proteinanteil steigt, werden viele der wichtigen Unterarten stark reduziert oder gehen ganz verloren. Das macht Ionen-Austausch Isolate zu einer schlechten Wahl für ein Whey Protein der dritten Generation - viele Supplementfirmen verwenden es trotzdem um den Proteinanteil möglichst hochhalten zu können. Ionen-Austausch Wheys können bis zu 70 % oder gar mehr der Protein-Unterart Beta-Laktoglobulin enthalten (der am wenigsten interessante und allergisierendste Whey-Bestandteil) bei gleichzeitigem Verlust der biologisch aktiveren und interssanteren Protein-Unterarten. Vorteile hat Ionen-Austausch Whey daher nur für die, die sich einfach einen möglichst hohen Proteinanteil wünschen, allerdings bringt der höhere Proteinanteil einige Nachteile mit sich. Denn viele Protein-Unterarten, die es nur bei Whey gibt, gehen verloren. Kein guter "Deal" aus meiner Sicht, und es besteht kein Grund, diesen Nachteil hinzunehmen. Besonders deshalb, weil die Unterschiede im Proteinanteil im Vergleich zum mikro-Filtrierungs Whey minimal sind.

Hier bietet sich ein schöner Übergang, um die mikro-filtrierten Whey Isolate genauer unter die Lupe zu nehmen. Das derzeitge Angebot an Verarbeitungstechniken für Whey Isolat (Cross Flow Micro filtration (CFM®), Ultra Filtration (UF), Micro Filtration (MF), Reverse Osmosis (RO), Dynamic Membrane Filtration (DMF), Ion Exchange Chromatography, (IEC), Electro-Ultrafiltration (EU), Radial Flow Chromatography (RFC) und Nano Filtration (NF)) bietet den Produzenten viele Möglichkeiten zur Herstellung von sehr hochwertigen und einzigartigen Whey Produkten.

CFM® ist wahrscheinlich die bekannteste Methode zur Herstellung von mikro-filtriertem Whey Isolat. Die CFM®* Methode benutzt eine mikro-Filtrierungstechnik bei niedrigen Temperaturen, mit der es möglich ist, einen sehr hohen Proteinanteil (über 90%), den Erhalt wichtiger Protein-Unterarten sowie geringe Fett- und Milchzuckerwerte zu erreichen, wobei praktisch keine denaturierten Proteine entstehen. CFM® ist ein natürlicher, nicht-chemischer Prozess, der auf der Verwendung von hoch-modernen Keramikfiltern basiert (im Gegensatz zum Ionen-Austausch-Prinzip, bei dem Chemikalien wie Hydrochloridsäure und Natriumhydroxid zum Einsatz kommen). CFM® Whey Isolat enthält auch einen hohen Anteil an Calcium und nur sehr wenig Natrium.

Nun noch eine Zusammenfassung von diesem Abschnitt:
  • Die Vorteile von Ionen-Austausch Isolaten liegen im extrem niedrigen Anteil von Fett und Laktose, wobei zudem der Protein-Anteil je Gramm der höchste ist. Aus meiner Sicht überwiegen die Nachteile jedoch die Vorteile, nämlich der Verlust wichtiger Protein-Unterarten zugunsten einer gößeren Menge Beta-Laktoglobulin.

  • Ein hochwertiges mikro-filtriertes Isolat hat die Vorteile einer hohen Protein-Menge (90 % oder mehr), niedriger Anteile von Laktose und Fett, eines sehr niedrigen Anteils denaturierter Proteine und des Erhalts wichtiger Protein-Unterarten in ihrem natürlichen Verhältnis. Nachteile der mikro-Filtrierungstechniken gibt es nicht (außer jemand möchte die weiteren Bestandteile, die im nächsten Abschnitt diskutiert werden).

Die Zukunft des Wheys

Es gibt viele interessante Ansätze für Entwicklung und Herstellung der nächsten Generation von Whey Protein.

Bioaktives Whey Protein

Auf dem Markt wird es bald eine neue Generation von Whey Produkten geben, das sogenannte bioaktive Whey Protein. Dieses Whey hat durchaus das Potenzial, eine lohnende Ergänzung für die Ernährung eines jeden Athleten zu werden. Bioaktives Whey bietet den Vorteil eines hohen Protein-Anteils (über 70%), wobei der Anteil bioaktiver und gesundheitsfördernder Komponenten stark erhöht ist. Diese innovative Produkt enthält alle Arten interessanter Komponenten, die weder in Whey Konzentrat noch in Whey Isolat in nennenswertem Anteil vorhanden sind. Bioaktives Whey Protein enthält einen viel höheren Anteil an Wachstumsfaktoren, bestehend aus IGF-1, TGF-ß1 und TGF-ß2. Genauso sind die Anteile verschiedener Phospholipide und verschiedener bioaktiver Lipide sehr viel höher, wie z.B. konjugierte Linolsäure, Phosphotidyl-Serin, Phosphotidyl-Cholin, Sphingomyelin. Gleiches gilt für Immunglobulin und Laktoferrin.

Obwohl es zu diesem neuen Protein noch nicht so viele Untersuchungen gibt, ist es wahrscheinlich, dass man in Studien direkte Effekte auf die Muskelmasse und/oder die Leistung von Athleten feststellen wird. Aktuelle Studien lassen darauf schließen, dass die Bestandteile von bioaktivem Whey das Immunsystem fördern und die Gesundheit des Verdauungssytems positiv beeinflussen. Zudem scheinen sie noch viele andere Wirkungen zu haben, die sowohl für Athleten als auch für weniger aktive Menschen von Vorteil sein können. Vergleicht man die Bestandteile von bioaktivem Whey mit denen aktueller Isolate und Konzentrate, dann lassen sich Unterschiede feststellen, die alles andere als gering sind. So haben besipielsweise die folgenden Bestandteile in bioaktivem Whey Protein einen deutlich höheren Anteil. Laktoferrin: 350 %, Linolsäure: 400 %, Phosphotidyl-Serin und Phosphtidyl-Choline: 200 % und IGF: 150 %. Selbstverständlich fällt der Unterschied zu den Ionenaustausch-Isolaten, wie sich aus der bisherigen Beschreibung ergibt, noch gravierender aus. Denn bei denn kommen Linolsäure, Phosphotidyl-Serin und Phosphtidyl-Choline nur in Spuren vor.

Optimierung im Verhältnis der einzelnen Komponenten

Eine weitere recht neue Entwicklung bei der Verarbeitung von Whey ist die Möglichkeit bestimmte bioaktive Komponenten des Proteins im großen Rahmen zu isolieren (mit Hilfe einiger der oben genannten Techniken), wie z.B. Laktoferrin oder Glycomacro-Peptide. Bis vor wenigen Jahren war dies nicht im großen Rahmen möglich, heute gibt es aber einige wenige Firmen, die über entsprechend moderne Filtrierungstechnik verfügen. Dadurch wird es möglich maßgeschneiderte Protein Supplements herzustellen. Denn man kann dem Produkt nun bestimmte Protein-Unterarten in deutlich höheren Mengen hinzufügen, als sie in der Natur vorkommen. Nehmen wir z.B. Laktoferrin. In vielen Whey Produkten findet sich diese seltene aber wichtige Protein-Unterart gar nicht, und in den besten Whey Produkten liegt der Laktoferrin-Anteil zwischen 0,5 und 1 %. Einigen Firmen ist es nun aber möglich, solche Bestandteile hinzuzufügen und damit ein echtes "Designer" Protein zu schaffen. Eine Firma arbeitet derzeit an einem Isolat mit einem höherem Anteil des wichtigen Alpha-Laktalbumins und einem niedrigeren Anteil des allergisierenden und weniger wichtigen Beta-Laktoglobulin. "High Alpha-Laktalbumin" Whey Isolate wären potenziell den aktuellen Massenprodukten überlegen.

Hydrolysierte Proteinen kommen wieder!

Einige Leute können sich vielleicht noch daran erinnern, dass vor einigen Jahren hydrolysierte Proteine der letzte Schrei waren, dann aber abrupt wieder verschwanden. "Hydrolysiert" bedeutet einfach nur, dass das Protein bereits in Peptidketten unterschiedlicher Länge aufgebrochen wurde und so schneller absorbiert werden kann, was unter bestimmten Umständen oder unter besonderen Soffwechselbedingungen (z.B. bei Opfern von starken Verbrennungen, Menschen mit Verdauungsproblemen oder bei Frühgeborenen) positive Effekte haben kann. Ob hydrolysierte Proteine auch für den Athleten einen echten Vorteil bieten, muss allerdings erst noch bewiesen werden.

Die Begeisterung für hydrolysierte Proteine beruhte vor allem auf einer Studie, bei der man herausgefunden hatte, dass fastende Raten nach der Gabe von hydrolysierten Proteinen im Gegensatz zu kompletten Proteinen schneller eine verbesserte Stickstoffbilanz aufwiesen. Studien am Menschen haben jedoch bisher nur gezeigt, dass eine auf Whey Peptiden basierende Ernährung bei Patienten mit Krebs und Morbus Crohn die Stickstoffbilanz verbessern kann. Bis heute ist leider keine Studie durchgeführt worden, bei der selbiges auch bei gesunden Athleten hätte nachgewiesen werden können.

Unabhängig davon konnten sich hydrolysierte Protein Supplements deshalb nicht dauerhaft am Markt durchsetzen, weil sie ziemlich grausig schmeckten und teuer waren. Hinzu kam natürlich die Tatsache, dass ihr Nutzen nie klar gezeigt werden konnte. Zum damaligen Zeitpunkt war die Technik natürlich noch nicht so weit wie heute, und deshalb wurde das Protein bei der Produktion dieser Supplements zu einem hohen Anteil denaturiert. Eine Firma hat nun eine Technik entwickelt, bei der hydrolysiertes Whey Protein mit Hilfe enzymatischer Prozesse hergestellt wird. Der Geschmack ist ok und das Protein wird auch nicht denaturiert. Und es scheint auch noch relativ preiswert zu sein. Diese Art hydrolysiertes Whey Protein könnte in Zukunft durchaus interessant für Bodybuilder und andere Athleten werden, wobei der echte Nutzen bis jetzt noch wenig erforscht ist.

Das Beste aus der Milch?

Ein weiteres potenziell nützliches Produkt für Bodybuilder und andere Sportler könnte aus einem Prozess resultieren, bei dem Milch-Mineralien aus der Milch extrahiert werden. Dies führt zu einer in hohem Maß bioaktiven Form von Kalzium ohne das Fett und den Milchzucker bei Milchprodukten. Ein solches Produkt würde auch andere Mineralien enthalten, wie z.B. Magnesium, Phosphor, Kalium und Zink, die für eine optimale Knochendichte und den Stoffwechsel benötigt werden. So kamen aktuelle Studien zu dem Ergebnis, dass eine höhere Kalziumaufnahme den Blutdruck senkt und weitere positive Effekte dür die Gesundheit hat.

Für Bodybuilder und andere Sportler dürfte aber am interessantesten sein, dass sich im Bereich der Forschung mehr und mehr die Ansicht durchsetzt, dass eine höhere Kalziumaufnahme zu niedrigeren Körperfettwerten führt und so helfen könnte, den Stoffwechsel in Richtung einer erhöhten Lipolyse (Fettverbrennung) und verringerten Lypogenese (Fettaufbau) zu beeinflußen. Obwohl Bodybuilder meist nicht unter Problemen mit der Knochendichte leiden, werden viele wohl nicht genug Kalzium zu sich nehmen, so dass ein Unterschied beim Körperfettanteil sichtbar werden könnte. Wenn dieses neue Milch-Mineralien Produkt zu einem gängigen Bestandteil von Protein Supplements werden würde, dann wäre das wohl die ideale Formel für alle Sportler, die den Körperfettanteil minimieren und die Muskelmasse maximieren wollen.

Schlusswort

Ich hoffe, dass dieser Artikel die Missverständnise und Unklarheiten rund um Whey Protein ausräumen konnte, und dass der Leser nun zu den gut informierten Kunden gehört, wenn es um den Kauf der nächsten Dose Whey Protein geht. Man sollte nie auf die Werbetricks der Supplementfirmen hereinfallen. Whey Protein ist aus vielen Gründen ein sehr gutes Produkt, aber bei niemandem werden sich Muskelberge innerhalb weniger paar Wochen zeigen, nur weil er seine Ernährung um Whey ergänzt. Und ich empfehle den Markt ein wenig zu beobachten - die Neuentwicklungen, die ich oben beschrieben habe, werden wahrscheinlich in der nächsten Generation von Whey Produkten zu finden sein.

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