Drei absolute Highlights

Die größten deutschen Mr. Olympia-Momente aller Zeiten

Ronny Rockel, Markus Rühl, Dennis James, Peter Hensel, Anja Langer und noch einige mehr sorgten für unvergessliche und große Bilder auf der größten Bühne des Bodybuildings, dem Mr. Olympia. Die folgenden drei Mr. Olympia-Momente stehen stellvertretend für die großartigen Momente, die uns Bodybuilding-Fans von den besten deutschen Bodybuildern beschert wurden:

Jusup Wilkosz, Günter Schlierkamp und Dennis Wolf, drei der besten deutschen Bodybuilder aller Zeiten
Jusup Wilkosz, Günter Schlierkamp und Dennis Wolf, drei der besten deutschen Bodybuilder aller Zeiten. Bilder: Jusup Wilkosz Privatarchiv, Muscletime, Matthias Busse

Dennis Wolf, Mr. Olympia 2013, 3. Platz – A Big & Bad Show


Jay Cutler. Dexter Jackson. Shawn Rhoden. Big Ramy. Roelly Winklaar. Victor Martinez. Sie alle wurden 2013 vom großen bösen Wolf in Las Vegas erlegt. Das unfassbare Lineup komplettierten der Sieger Phil Heath und sein Dauerrivale Kai Greene. Damit erreichte Dennis Wolf das beste deutsche Ergebnis beim Mr. Olympia seit Jusup Wilkosz. Wäre es nach Jay Cutler gegangen, wäre Dennis Wolf noch einen Platz besser von der Bühne gegangen. Der frühere Champ nahm Wolf nur Sekunden nach dem Überreichen des Preisschecks noch auf der Bühne beiseite und teilte ihm leicht enttäuscht mit, dass er Wolf sogar auf Platz 2 gesehen hatte.

Dennis Wolf hingegen hatte drei Tage nach dem Mr. O den Blick schon wieder nach vorne gerichtet. Sein neues Ziel: Besser und härter werden – die eigenen Bilder überzeugten ihn noch nicht vollends. Den Worten ließ er Taten folgen: Etwa ein halbes Jahr später holte Dennis Wolf seinen größten Titel: Den Sieg bei der Arnold Classic USA 2014.

Das Finale des Mr. Olympia 2013 in voller Länge:



Günter Schlierkamp, Mr. Olympia 2002, 5. Platz – Das BUH-Fest


Günter Schlierkamp erreicht einen tollen fünften Platz beim Mr. Olympia – und die ganze Halle buht. Was war passiert?

Noch im Jahr 2001 war Günter Schlierkamp Zwölfter. Doch auf der Mr. Olympia-Bühne 2002 war schnell klar, dass Günter Schlierkamp in diesem Jahr ein weitaus spektakuläreres Paket auf die Bühne gestellt hatte. Dazu hatte er die Fans auf seiner Seite – sie liebten die hünenhafte Frohnatur aus Nordrhein-Westfalen. Nach den Vergleichen war klar, dass Günter den Sprung in die Top 6 geschafft hatte. Im finalen Posedown der sechs besten feierte das Publikum Schlierkamp frenetisch mit „Gunter“-Sprechchören. Dies veranlasste einen der Kommentatoren zu dem hellsichtigen Kommentar, dass in der Halle ein Aufstand losbräche, sollte Schlierkamp außerhalb der Top 3 platziert werden.
Nachdem zunächst Lee Priest zum Unmut der Zuschauer auf Platz 6 gesetzt wurde, war die Verkündigung des fünften Platzes an der Reihe. In dem Moment, in dem Günter Schlierkamps Name aufgerufen wurde, trat ein, was der Kommentator vorhergesagt hatte: Ein Schauer von Buhrufen flutete die Halle. Schlierkamp schritt währenddessen strahlend in die Bühnenmitte, um seinen Preis in Empfang zu nehmen. Das Publikum war trotz seiner beschwichtigenden Gesten nicht zu beruhigen, bis er die Arme der konsternierten Offiziellen ergriff und zusammen mit seinen in die Höhe riss. Die Buhrufe verwandelten sich innerhalb von Sekunden in Jubel, die Halle erhob sich geschlossen zum stehenden Applaus. Beim Verlassen der Bühne machte Schlierkamp einen Schlenker zum Bühnenmikrofon und wandte sich mit einem kurzen Statement an die Menge: „Ihr habt mir eine riesige Freude gemacht, und das bedeutet mir mehr als die Platzierung!“ (frei übersetzt). Er verschwand unter tosendem Beifall backstage, die Kommentatoren waren sich einig: „He just won this show“.

2018 erzählte uns Günter Schlierkamp im Interview, dass er selbst mit der Platzierung eigentlich zufrieden war. Während eines Gesprächs mit dem Chefredakteur des Flex Magazines kurz nach dem Mr. O 2002 sagte Schlierkamp, dass er sich nach seinem zwölften Platz im Vorjahr sehr über seinen jetzigen fünften Platz freuen könne. Der Chefredakteur entgegnete darauf, dass er schon im Vorjahr in die Top 5 gehört hätte…

Das Video zur Plätzevergabe, inklusive Posedown der Top 6:



Jusup Wilkosz, Mr. Olympia 1984, 3. Platz – Das Herkules-Posing


Klassische Musik, klassische Linien, klassisches Posing: Jusup Wilkosz ist die prägende deutsche Figur der goldenen Zeit des Bodybuildings – und einer der erfolgreichsten aller Zeiten. Den Gipfel seiner großen Karriere erreichte Wilkosz 1984 in New York. Sein vierminütiger Auftritt zur Präsentation der Kür hinterließ nicht nur beim begeisterten Publikum, sondern auch bei den Kampfrichtern einen bleibenden Eindruck. Die perfekt auf die Musik abgestimmten Posen, die hervorragende Form, die bemerkenswerte Körperbeherrschung - all das machte Jusup Wilkosz zu einem der besten Poser, die das Bodybuilding in Deutschland je hervorgebracht hat. Heraus sprang 1984 die bis heute beste Mr. Olympia-Platzierung eines deutschen Starters, mit der bisher ausschließlich Dennis Wolf gleichziehen konnte. Der Sieg ging in diesem Jahr zum ersten Mal an Lee Haney, der damit seine Rekordära einläutete.

Die Posing-Kür von Jusup Wilkosz in voller Länge:



Wir wünschen viel Spaß und Spannung mit dem Mr. Olympia 2019 bei Team Andro und drücken den deutschen Startern die Daumen, die bereits mit ihrer Teilnahme große Momente garantieren. Zeigt den Besten der Welt, was in euch steckt!

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