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Zughilfen im Training für Bodybuilder: Sinnvoll oder unnötig?

Bei der Frage, ob Zughilfen im Gym sinnvoll sind, scheiden sich die Geister. Um das Ergebnis gleich vorwegzunehmen: Zughilfen sind im Training für Bodybuilder eine sinnvolle Hilfe - meistens. Im folgenden Artikel erhälst du eine Übersicht über die wichtigsten Varianten und erfährst, warum sie ein Equipment darstellen, das im Bodybuilding seine Berechtigung hat!

Was sind Zughilfen?


Zughilfen sind Bänder oder auch Handgelenksbandagen mit einer Griffhilfe, die verhindern sollen, dass bei schweren Zug- oder Halteübungen die Griffkraft der limitierende Faktor ist. Dabei gibt es verschiedene Formen:

Klassische Schlaufen



Der Klassiker! Die Schlaufe wird ums Handgelenk gelegt, dann wird die lange Seite des Bandes um die Hantelstange gewickelt. Wichtig: Das Band wird entgegen der Handinnenseite um die Stange gewickelt.

Bandagen mit Griffhilfe



Anders als bei den klassischen Schlaufen wird die zumeist deutlich breitere Griffhilfe nur einmal um die Stange gelegt.

Haken



An einer Bandage befestigter Metallhaken, der die Stange sicher festhält.

Allen drei Varianten gleich ist der Zweck: Ein vorzeitiges Ermüden der Hände und Unterarme soll kein Grund sein, die Übung abzubrechen. Unterschiedlich ist aber der Grad der Hilfe. Bei Haken kann die Griffkraft fast gänzlich der Zughilfe überlassen werden, bei den beiden anderen Varianten fällt die Unterstützung geringer aus.

Ein weiteres Argument, dass für eine der beiden Varianten spricht: Durch die Haken wird die Belastung des Handgelenks maximiert. Zudem empfinden viele Athleten den Griff als unnatürlich. Generell kann man jedoch empfehlen: Bei der Wahl einer Zughilfe sollten klassische Schlaufen oder Bandagen mit Griffhilfe bevorzugt werden. Das ist auch aus Sicherheitsgründen zu empfehlen, da man so im Notfall die Gewichte dennoch fallen lassen kann.

Foto: Thomas Koch

Wozu braucht man Zughilfen?


Zughilfen kommen klassischerweise im Rücken-, Bein- und Nackentraining zum Einsatz. Bei schweren Sätzen von Übungen wie Kreuzheben, vorgebeugtes Rudern, Kurzhantelausfallschritte oder Shrugs kämpft man irgendwann mehr damit, den Griff nicht zu verlieren, als mit der eigentlichen Übung. Gleiches gilt für Übungen wie Klimmzüge. Im schlechtesten Fall löst sich der Griff weit bevor man den anvisierten Trainingsreiz erreicht hat. Das bedeutet: Zughilfen ermöglichen es dir, deine Zielmuskeln noch intensiver zu trainieren!

Positiver Zusatznutzen: Da mangelnder Griff – sei es aufgrund von Schweiß oder nachlassender Kraft – kein Problem mehr ist, kannst du dich komplett auf die eigentliche Übung konzentrieren. Das führt zu mehr Leistung und einer besseren Ausführung. In der Regel verbessert sich darüber hinaus auch die Muscle-Mind-Verbindung, insbesondere bei Rückenübungen.

Foto: Matthias Busse

Was spricht dagegen?


Kritiker geben zu bedenken, dass das Nutzen von Zughilfen das eigentliche Problem nur kaschiere: eine mangelnde Griffkraft. Gegen schwitzige Hände gäbe es Handschuhe und Magnesia. Dieser Kritik kann generell nicht widersprochen werden. Es ist absolut richtig: Wer sich völlig auf seine Zughilfen verlässt, dessen Griffkraft wird in der Regel im Verhältnis zum sonstigen Kraftniveau immer mehr ins Hintertreffen geraten.

Die entscheidende Frage lautet aber: Ist das schlimm? - Die Antwort darauf ist wie so oft: Kommt darauf an!

Wem es primär um den optischen Effekt des Trainings geht, dem kann die Griffkraft recht egal sein. Zumal man anmerken muss, dass diese durch das Training – Zughilfen hin oder her – ohnehin weit über dem Durchschnitt liegen dürfte. Dicke Muskeln brauchen keine Griffkraft!


Trainierst du aber primär deshalb, weil du stärker werden willst, spielst vielleicht sogar mit dem Gedanken, dich in die Richtung Powerlifting zu bewegen, dann solltest du zurückhaltender sein. Auch in einem solchen Training gibt es Einsatzbereiche für Zughilfen, aber die Griffkraft spielt eben eine viel größere Rolle!

Wie werden Zughilfen richtig eingesetzt?


Sinnvollerweise sollte man Zughilfen nicht in jedem Satz verwenden, sondern sich den Einsatz für die schwersten und anstrengendsten Sätze aufsparen. So verhindert man auch automatisch, dass die Griffkraft sich gar nicht entwickelt. Du ziehst ja auch den Gewichthebergürtel nicht schon in der Umkleide an.

Worauf beim Kauf achten?


Wenn die Möglichkeit besteht, macht es Sinn, verschiedene Varianten im Vorfeld zu testen. Beim Material sind Zughilfen aus Leder in der Regel beständiger als solche aus Stoff. Ein Polster am Handgelenk schont zudem Haut und Gelenk. Häufig werden auch alte Kampfsport-Gürtel genommen, womit man auf etwas Komfort verzichtet.

Wann austauschen?


Es gibt zwei klare Anzeichen dafür, dass du deine Zughilfen austauschen solltest:
  1. Wenn sie nur noch an Fäden hängen. Dass Risiko, dass sich dann der Griff bei einer Übung einseitig löst, was zu schweren Verletzungen führen kann, ist hoch.
  2. Gehören die Zughilfen in den Müll, wenn man dich schon fünf Minuten vor der Ankunft im Gym anhand des Gestanks deiner Zughilfen erkennt.

Zusammenfassung


Bodybuilder und Fitnesssportler, die ihre Muskeln zum Wachsen bringen wollen, sollten sich nicht nur auf ihren starken Griff verlassen, sondern insbesondere im Rückentraining zu Zughilfen greifen. Insbesondere Schlaufen stellen eine sichere Möglichkeit dar, den Fokus auf die Zielmuskulatur zu setzen und gleichzeitig mehr Leistung im Training zu bringen. Dadurch wird man schneller mit größeren Zuwächsen belohnt, so dass Zughilfen ein wahrer anaboler Kick-Starter sein können, wenn du diese bisher noch nicht im Training genutzt hast.


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