Fettfrei durch die Festtage

Zunehmen an Weihnachten? Nicht mit diesen Tricks!

Zunehmen über Weihnachten lässt sich nicht verhindern? Die Weihnachtstage stehen vor der Tür und die meisten Menschen werden diese vermutlich im Kreise ihrer Lieben an einem reichlich gedeckten Esstisch verbringen. Nachdem du bereits eine Strategie an die Hand bekommen hast, was du im Vorfeld tun kannst, um die Weihnachtstage möglichst fettfrei zu überstehen, soll es in diesem Artikel um Tipps gehen, die dir an den Festtagen selbst helfen werden.

Weihnachten und die Gesetze der Thermodynamik


Auch wenn es eigentlichen jedem klar sein sollte, will ich noch einmal an den wichtigsten Punkt erinnern: Kein Trick dieser Welt kann die Gesetze der Thermodynamik aushebeln. Das bedeutet bezüglich unseres Weihnachtsessens, dass die Kalorien, die wir zuführen, sich nicht in Luft auflösen. Was wir essen, muss auch verbraucht werden.

Es gibt daher vier generelle Möglichkeiten, wie man während der Feiertagen Kalorien einspart bzw. den Verbrauch erhöht, um das Zunehmen zu verhindern:
  1. Maßnahmen treffen, die zu weniger Völlerei führen
  2. Maßnahmen treffen, die den Kalorienverbrauch erhöhen
  3. Maßnahmen treffen, die die Thermogenese antreiben
  4. Maßnahmen treffen, um Kohlenhydrate oder Fett einzusparen
Dies sollen daher auch unsere vier Kategorien sein, nach denen die folgenden Tipps eingeteilt werden.


Weihnachten ist kein Wett(fr)essen


Die Weihnachtstage sollte man genießen, darüber brauchen wir nicht diskutieren. Dennoch sollte man die Feiertage nicht als Wettkampf verstehen, bei dem es das Ziel ist, möglichst viele Kalorien zu vertilgen. Die katholische Kirche definierte die Völlerei, also das unmäßige Essen und Trinken, als fünfte Todsünde. Ganz so streng müssen wir unsere Maßstäbe nicht ansetzen, aber wer während den Feiertagen regelmäßig solange isst, bis ihm schlecht wird, wird spätestens ab Januar mit den Konsequenzen zu kämpfen haben.

Wenn du dir dieses Punkts bewusst bist und nicht mit der Einstellung in die Feiertage gehst, dass man dir etwas verwehren würde, wenn du nicht den Kalorienhighscore am Essenstisch anführst, stellt dies bereits einen wichtigen Schritt dar. Das Verzichten auf (unnötige) Kalorien sollte nicht zu qualvollen Herausforderung werden. Mentale Balance ist ebenso von Bedeutung, wie das Verhältnis von Kalorienzufuhr und –verbrauch.

Ein einfacher Trick stellt das ausreichende Trinken dar. Während einige Leser sicherlich bereits drei, vier oder noch mehr Liter an Flüssigkeit pro Tag zu sich führen, sei gesagt, dass andere Menschen deutlich weniger trinken. Dies mag nicht zum Ausdörren des Körpers führen, aber nicht wenige Personen verwechseln ein Hunger- mit dem Durstgefühl. Bereits der Arzt Edward Dewey, der als Urvater des Intermittent Fastings verstanden werden könnte, empfahl um 1900 herum, dass man vollständig Fasten und nur Wasser trinken solle, bis der Körper tatsächlich Hunger signalisiere.

Das Trinken von Wasser vor dem Essen ist auch später am Tag eine sinnvolle Strategie, um ein besseres Sättigungsgefühl wahrzunehmen. Wer dagegen erst am Abend zum Familienessen eingeladen ist und tagsüber trotz einsetzendem Hungergefühl ein paar Kalorien sparen möchte, könnte bereits mit einem 150-kcal-Shake eine große Wirkung erzielen.

Liege nicht nur auf der faulen Haut herum


Wir sprachen bereits über Völlerei und auch die Faulheit ist eine der sieben Todsünden. Wer an den Feiertagen nur den Weg von der Haustür zum Auto geht, um zu den Verwandten zu fahren, wird sich (unbewusst) kaum bewegen. Vielen Menschen unterschätzen immer noch den Kalorienverbrauch durch unsere Alltagsbewegung. Wer sich 10.000 (zusätzliche) Schritte pro Tag bewegt, verbraucht je nach Statur etwa 500 bis 700 zusätzliche kcal ganz nebenbei.

Aber auch das Training muss über die Feiertage nicht zu kurz kommen. Vor allem große Ketten haben über die Feiertage regulär geöffnet, so dass kurze Trainingseinheiten an der Langhantel die beste Möglichkeit darstellen, um die Kohlenhydratspeicher (zum Teil) zu leeren. In Kombination mit einer morgendlichen Runde auf nüchternen Magen oder einem Verdauungsspaziergang mit den Lieben, wären dies einfache Möglichkeiten, den Verbrauch hochzuhalten. Wer diese Vorschläge als Stress während der Weihnachtszeit empfindet, solltet erneut über seine Einstellung nachdenken. Bewegung sollte Spaß machen und nicht als Last empfunden werden.

Kalte Weihnacht, aber Feuer für die Kalorien


Es klingt fast schon zu verlockend, um wahr zu sein: Eine Pille schlucken, die ohne weitere Anstrengung dazu führt, dass man Kalorien verbrennt. Während die Wissenschaft in großem Format noch immer an einer gefahrlosen Variante von DNP forscht, gibt es auf der anderen Seite durchaus Möglichkeiten, den Kalorienverbrauch unabhängig von körperlicher Anstrengung zu erhöhen.

Bereits 200 mg Koffein können den Energieverbrauch um 200 bis 300 kcal ansteigen lassen. Dies mag auf den ersten Blick nicht sonderlich viel sein, aber kann auf die drei Feiertage gesehen durchaus der ein oder anderen zusätzlichen Leckerei entsprechen. Da nicht jeder einen halbe Liter Kaffee trinken mag, wäre die Alternativ ein zuckerfreier Energydrink, die unterschiedlich stark dosiert sind, oder ganz einfach die Einnahme von Koffein als Supplement. Insbesondere Menschen, die die Stimulanz nicht regelmäßig in Form von Kaffee oder Softdrinks zuführen, können von diesem einfachen Trick profitieren. In Kombination mit dem bereits vorgeschlagenen Morgenspaziergang eine sinnvolle Verhaltensweise, um das Zunehmen über Weihnachten zu verhindern.

An dieser Stelle sei jedoch gewarnt: Während Koffein-Dosierungen bis 500 mg als sicher gelten, kann dies für empfindlich reagierende Personen bereits ziemlich viel sein. Übermäßiger Koffein-Konsum kann darüber hinaus zu Schlafproblemen, Anstieg des Blutdrucks oder auch Magen-Darm-Beschwerden führen. Man kann also durchaus auch zu viel Koffein zu sich nehmen.

Was dagegen nur begrenzt hilfreich ist, wären Chili Schoten. Das in scharfen Peperoni enthaltene Capsaicin gilt als Mittel zur Fettverbrennung und konnte in Untersuchungen am Menschen auch zu durchaus guten Ergebnissen führen. Das Problem: Die Wirkung tritt nur ein, wenn die Chilis tatsächlich Kontakt mit dem Mundraum haben. Das Schlucken mittels Kapseln, um möglicherweise das unangenehme Brennen zu verhindern, wäre wirkungslos. Wenn man also nicht unbedingt damit beginnen will, vor dem Weihnachtsbraten herzhaft in eine Chilischote zu beißen, wird dieser Trick nicht zur Anwendung kommen können. Darüber hinaus würden ähnlich wie beim Koffein nur Menschen davon profitieren, die scharfes Essen nicht gewohnt sind.

Kohlenhydrate und Fette während Weihnachten einsparen?


Machen wir uns nichts vor: Die Weihnachtsgans mit Bratensoße, die mit Rotwein angesetzt wurde, zu der Klöße angeboten werden, entspricht nicht unbedingt einem kalorienarmen Essen. Solltest du selbst am Herd stehen und die Familie bekochen, sollst du nicht die Geschmacksnerven der Verwandtschaft auf die Probe stellen, indem Proteinplätzchen oder Shirataki Nudeln statt Klößen auf den Tisch gestellt werden.

Aber insbesondere Sahne hat bekanntermaßen fettarme Alternativen, die in einer gut abgeschmeckten Soße ohne Probleme eingesetzt werden können. Als Zuckersatz bietet sich dagegen Erythrit an, das hitzebeständig ist und praktisch keine Kalorien liefert und wer dann noch (für sich) Kartoffeln als Beilage vorbereitet, die am Vorabend bereits gekocht wurden und für das Essen nur erneut erhitzt werden, spart aufgrund resistenter Stärke, die sich in den Knollen gebildet hat, weitere Kalorien.

Doch was ist, wenn du zum Essen eingeladen bist und keinerlei Möglichkeiten hast, auf die Zubereitung einzuwirken? Funktionieren Carb- und Fatblocker? Durchaus, wenn sicherlich auch nicht in dem Maße, wie manch Endanwender es sich erhofft. Carbblocker nutzen als Inhaltsstoff in der Regel Lektine aus Bohnenmehl. Diese können im Dünndarm durchaus Kohlenhydrate binden. Extreme Dosierungen sollten jedoch vermieden werden und auch bei einer normalen Anwendung können Verdauungsprobleme auftreten. Darüber hinaus sollte noch einmal betont werden, dass die Vorteile von Carbblockern bei Studien an Menschen nicht in so einem Maße nachgewiesen wurden, dass man all seine Hoffnungen in diese stecken sollte.

Ähnliches gilt für Chitosan, wobei die Forschungsergebnisse hier vielversprechender sind. Als Fatblocker ist der vor allem aus Schalentieren gewonnene Stoff durchaus wirksam, wobei man nicht dem Irrglauben verfallen sollte, dass man ab Januar einfach ein paar Kapseln einwerfen könnte und im Anschluss ohne Diät abnimmt. Die einfachste Diät ist die, welche man sich erspart, weil man im Vorfeld nicht übermäßig an Körperfett zugelegt hat.

Weinachten: Fest der Liebe und der Kalorien


Dies waren ein paar Tricks, wie du über Weihnachten die ein oder andere Kalorie sparen oder vielleicht mehr verbrauchen könntest, als bisher, um das zunehmen zu verhindern. Vielleicht sind dir die genannten Tipps allesamt auch bereits bewusst gewesen, aber manchmal hilft bekanntlich die Wiederholung. Insbesondere wenn man nicht gefrustet in eine Neujahrsdiät gehen will, sollte man Weihnachten wie das gesamte Jahr über verbringen:

Entspannt im Kreise seiner Lieben mit einer gesunden Einstellung zu Bewegung und Kalorienzufuhr. Wenn man dann doch ein Plätzchen mehr isst, oder einen Extra-Schokoweihnachtsmann inhaliert, sollte dies spätestens mit der Strandfigur 2020, dem kostenlosen Online-Coaching von Team Andro, ohne Probleme zu lösen sein. Genieße die Festtage!


Hinweis: Der Autor dieses Artikels bietet individuelle Trainings- und Ernährungsberatung und -betreuung an. Weiteres erfahrt ihr unter become-fit.de oder schaut einfach bei seinem Podcast-Magazin TheCoachCoachCorner vorbei.

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